HIV-positiv und überleben?
HIV-positiv und arbeiten?
HIV-positiv und Mutter sein?
Diese Fragen sind bis zum Welt-Aids-Tag am 1.12. und darüber hinaus überall in Deutschland auf Großplakaten zu lesen. Abgebildet sind auf den Plakaten HIV-positive Menschen, die im Rahmen der Welt-Aids-Tags Kampagne „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“ aus ihrem Alltag erzählen. Die Fragen und die Lebensgeschichten sollen zur Auseinandersetzung mit HIV anregen – und zur Diskussion auf der Website www.welt-aids-tag.de.
Wissen und realistische Bilder vom Leben mit HIV sind der Schlüssel, um Vorurteile ins Wanken zu bringen und Ausgrenzung entgegenzuwirken. Denn viele Menschen assoziieren mit HIV noch immer vor allem Aids, also schwere Krankheit und Tod. Die gute Nachricht, dass man heute lange und gut mit dem Virus leben kann, ist noch nicht überall angekommen. Und wer weiß schon, dass die Medikamente gegen die Virusvermehrung im Blut unter bestimmten Bedingungen auch die Übertragung des Virus verhindern?
„Positiv zusammen leben. Aber sicher!“ zeigt, dass die meisten Menschen mit HIV heute mitten im Leben stehen, macht aber auch die Einschränkungen verständlich, die eine HIV-Infektion nach sich zieht. Viele Probleme entstehen dabei nicht durch die Infektion selbst, sondern durch Diskriminierung. Zum Beispiel im Berufsleben: Da gibt es den Chef, der glaubt, ein HIV-Positiver sei nicht leistungsfähig oder Kollegen, die sich – völlig unbegründet – vor einer HIV-Infektion fürchten. Die Folgen reichen in manchen Fällen bis zur unrechtmäßigen Kündigung.
Durch ihren offenen Umgang mit der Infektion zeigen zwölf HIV-positive Botschafterinnen und Botschafter, was „Positiv zusammen leben!“ bedeuten kann. Das Spektrum reicht dabei von der 74-jährigen Oma und Aidshilfe-Mitarbeiterin Waltraud bis zum 22-jährigen Blogger und Youtuber Marcel. Vier der Botschafter sind auf Großplakaten, in Anzeigen und auf Postkarten zu sehen. Sie stehen für die Schwerpunktthemen der Kampagne: Freundschaft, Leben mit Einschränkungen, Arbeitsleben und Familie.
- Marcel (22) erzählt, wie wichtig seine Freunde für ihn sind – seit dem positiven HIV-Test hat sich manche Freundschaft noch vertieft.
- Ernst (50) hat sich erst viel zu spät auf HIV testen lassen – bis es fast zu spät war. Er erlitt eine schwere Schädigung seines Gehörs. Heute ist er dank der Medikamente wieder auf dem Damm und kann auch weiter als Architekt arbeiten.
- Thomas (38) verlor wegen HIV seinen Job als Maler und Lackierer und wünscht sich mehr Offenheit gegenüber dem Thema im Arbeitsleben.
- Zübeyde (43) hatte nach dem positiven Testergebnis vor allem Angst, dass sie nicht mehr für ihre Tochter würde sorgen können. Heute hat sie ihr Leben wieder im Griff. Der Tochter hat sie genau erklärt, wie die Medikamente die Viren in Schach halten.
Die Texte und Videos aller Botschafter stehen unter www.welt-aids-tag.de online. Alle Menschen, die ihre Solidarität zum Ausdruck bringen wollen, können hier auch selbst zum Botschafter werden.
Die Kampagne „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Stiftung und der Deutschen AIDS-Hilfe.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung zum Kampagnenstart von „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“
TV-/Kinospot mit Marcel, Ernst, Zübeyde
Video mit Zübeyde, Marcel, Thomas, John und Waltraud
Facebookseite der Deutschen AIDS-Hilfe (mit Hintergrundberichten)
Mehr Informationen zu den Themen der Kampagne

