Glossar
- E
Ecstasy
Auch „E“, „X“, „XTC“; Wirkstoff: Methylendioxymethamphetamin; Wirkung: wohliges Körpergefühl, intensivere Wahrnehmung, depressive Verstimmung, Angst; in größeren Mengen: Schlafstörungen, Psychosen, Kreislaufkollaps; psychische Abhängigkeit möglichEkzem
nicht übertragbare entzündliche Hauterkrankung mit Juckreiz, Rötung, Papeln, Bläschen, Schuppung oder Krustenbildung. Vorkommen z.B. als endogenes oder atopisches Ekzem (Neurodermitis) v.a. bei Veranlagung zu allergischen Reaktionen, häufige Lokalisation an den Beugeseiten der Gelenke und schubweiser Verlauf; herpetisches Ekzem bei Herpes-simplex-Virusinfektionen und (bakteriellen) Superinfektionen; mikrobielles Ekzem mit runden, meist scharf abgegrenzten, nässenden Herden und Krustenbildung im Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen; seborrhoisches Ekzem, s. seborrhoische Dermatitis.ELISA
Abk. für (engl.) enzyme-linked immunosorbent assay; labormedizinischer Nachweis biologisch aktiver Substanzen (Antigene) mittels Antigen-Antikörper-Reaktion und Enzymreaktion, wobei das Antigen (z.B. Viruspartikel) an eine sog. Festphase gebunden ist. Anwendung im Rahmen der HIV-Diagnostik als Suchtest.Endemie
Fachbezeichnung für übertragbare Krankheiten, deren Ausbreitungsmuster durch ein (beständiges) Vorkommen in einem geographisch begrenzten Gebiet oder einer bestimmten Bevölkerungsgruppe charakterisiert ist.endogen
im Körper gebildet oder entstanden.Endoskopie
Betrachtung eines inneren Organs oder einer Körperhöhle (Spiegelung) mit speziellen optischen Instrumenten (sog. Endoskopen) zur Untersuchung, Gewebeentnahme oder Behandlung.Enteritis
entzündliche Erkrankungen des Dünndarms; Symptome sind flüssige, übelriechende Durchfälle und Erbrechen; ursächlich sind häufig bakterielle Infektionen; v.a. bei Kindern, älteren Menschen oder Menschen mit geschwächtem Allgemeinzustand ist ein Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten erforderlich.Enteropathie
Fachbezeichnung für Darmerkrankung; als HIV-assoziierte Enteropathie wird eine nichtinfektiöse Schleimhautveränderung beschrieben, bei der es zu Durchfällen, unzureichender Nährstoffaufnahme und Gewichtsverlust kommt; ein Übergang in ein Wasting-Syndrom ist möglich.Entry-Inhibitoren
Substanzen, die den Eintritt (engl. entry) von HIV in Körperzellen hemmen; nach Ansatzpunkten werden unterschieden: CD4-Bindungsinhibitoren, die die Bindung von HIV an CD4-Rezeptoren hemmen; Chemokinrezeptorenblocker, die eine Bindung von HIV an CCR5 oder CXCR4 hemmen (CCR5-Blocker, CXCR4-Blocker) und Fusionsinhibitoren, die die Vereinigung (Fusion) von HIV mit Körperzellen durch Bindung an das virale Glykoprotein gp41 hemmen.Enzephalitis
Fachbezeichnung für entzündliche Veränderungen des Gehirns.Enzephalopathie
Fachbezeichnung für krankhafte Veränderungen des Gehirns. Als HIV-Enzephalopathie werden mit Hirngewebeschwund (Atrophie) einhergehende Veränderungen infolge einer HIV-Infektion bezeichnet; Vorkommen v.a. bei ausgeprägter Immunschwäche mit einer CD4-Zellzahl unter 200/µl. Als Symptome können Störungen kognitiver Funktionen (u.a. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen), psychische Veränderungen (u.a. Antriebsverlust, sozialer Rückzug, Depression), Beeinträchtigungen der Motorik (u.a. Verlangsamung, Störungen der Feinmotorik, Gangstörungen) und vegetative Störungen (u.a. Blasenentleerungsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen) auftreten; eine Beteiligung des Rückenmarks (HIV-Myelopathie) und ein Übergang in eine AIDS-Demenz sind möglich. Bei Kindern können Gedeih- und Entwicklungsstörungen im Vordergrund stehen. Die Diagnose wird anhand des klinischen Bilds, neuropsychologischer Untersuchungen, bildgebender Verfahren, Liquoruntersuchung und ggf. apparativer Zusatzuntersuchungen (Elektroenzephalogramm) gestellt. Bei der Therapie steht eine wirksame antiretrovirale Kombinationstherapie mit liquorgängigen Arzneimitteln im Vordergrund; ergänzend kann ein Behandlungsversuch mit hirnleistungssteigernden Arzneimitteln angezeigt sein.Enzym
historische Bezeichnung auch Ferment; Fachbezeichnung für körpereigene Eiweisse (Proteine), die biochemische Reaktionen und Stoffwechselprozesse ermöglichen oder beschleunigen, ohne selbst dabei verändert zu werden.Epidemie
Fachbezeichnung für übertragbare Krankheiten, deren Ausbreitungsmuster durch ein (zunehmendes) Vorkommen in einer Region, einem Großraum oder einer Bevölkerungsgruppe charakterisiert ist.Epidemiologie
wissenschaftliche Fachrichtung, die sich mit Ursachen, Häufigkeit und Ausbreitung von Erkrankungen sowie deren Risikofaktoren und (sozioökonomischen oder individuellen) Folgen befaßt. Aufgaben der Infektionsepidemiologie, die sich mit übertragbaren Krankheiten befaßt, sind u.a. das Erkennen von Krankheitsausbrüchen, die Beschreibung von Prävalenz und Inzidenz, Identifikation von Risikofaktoren sowie der Infektionsschutz.Eradikation
Fachbezeichnung für die vollständige Entfernung von Krankheitserregern aus Körper, Geweben oder Organen; sie ist bei vielen Infektionen durch die Immunantwort oder eine Therapie (z.B. mit Antibiotika oder Chemotherapeutika) möglich. Bisherige Versuche zu einer Eradikation von HIV aus dem Körper z.B. mit antiretroviraler Kombinationstherapie, Immunaktivierung oder gentherapeutischen Eingriffen sind fehlgeschlagen, da u.a. in Virusreservoiren vorhandene latente HIV-Viren nicht erreicht wurden.Erektile Dysfunktion
Auch „Erektionsstörung“; Unvermögen zur Versteifung des männlichen Glieds (Penis)Erythropoetin
Abk. EPO; körpereigener Wachstumsfaktor (Zytokin), der die Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) stimuliert; bei einer HIV-Infektion ist die Konzentration von körpereigenem EPO erniedrigt. Rekombinantes EPO wird u.a. als Arzneimittel zur Behandlung einer chronischen Anämie (Blutarmut) verwendet. UAW: u.a. grippeähnliche Symptome.Escape-Mutanten
Bezeichnung für HIV-Viren, bei denen es zu Mutationen gekommen ist, die eine Erkennung durch zytotoxische T-Lymphozyten unmöglich macht; diese Viren entkommen (engl. escape) der zellulären Immunantwort.Exanthem
Hautausschlag, der sich in großen Teilen des Körpers ausbreiten und evtl. von Juckreiz begleitet sein kann; Vorkommen u.a. bei vielen Infektionskrankheiten (z.B. akute HIV-Infektion, Windpocken).Exazerbation
Verschlimmerung, Steigerung.exogen
außerhalb des Körpers entstanden oder von außen einwirkend.Expanded-Access-Programme
Abk. EAP; Bezeichnung für Verfahren, die Patienten, für die es keine anderen Behandlungsoptionen gibt und die nicht die Einschlußkriterien klinischer Studien erfüllen, Zugang zu experimentellen Medikamenten ermöglichen; i.d.R. durch Ausweitung der Zugangskriterien.Exposition
Fachbezeichnung für eine Situation, in der eine Person oder ein Organismus bestimmten äußeren Faktoren, Risiken oder Umweltbedingungen ausgesetzt ist.
