Glossar
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HAART
Abk. für (engl.) highly active antiretroviral therapy, hochwirksame antiretrovirale Therapie; Bezeichnung für antiretrovirale Kombinationstherapien, mit denen eine Senkung der HIV-Viruslast unter die Nachweisgrenze möglich ist.Hämolyse
Auflösung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) mit sog. hämolytischer Anämie.Hämophilie
Bluterkrankheit; erbliche Störung der Blutgerinnung, die durch eine Verminderung oder stark reduzierte Aktivität bestimmter Gerinnungsfaktoren charakterisiert ist. Formen: Hämophilie A (klassische Hämophilie) mit Mangel an Faktor VIII; Hämophilie B (Christmas-Krankheit) mit Mangel an Faktor IX, kombinierte Formen sind möglich; i.w.S. wird die Bezeichnung auch für andere Gerinnungsstörungen (z.B. Faktor-XI-Mangel als sog. Hämophilie C) verwendet. Abhängig vom Ausprägungsgrad der Störungen kann eine Substitution von Gerinnungsfaktoren mit gerinnungsaktiven Plasmaprodukten oder Faktorpräparaten erforderlich sein; durch die Verwendung nicht virusinaktivierter Gerinnungspräparate kam es in Deutschland bis Mitte der 1980er Jahre zu HIV-Infektionen bei etwa 1400 Hämophilen.hämorrhagisch
blutend, eine Blutung herbeiführend.Harm Reduction
wörtlich (engl.) Schadensbegrenzung; im Rahmen akzeptierender Drogenarbeit geprägte Bezeichnung für einen Umgang mit (illegalen) Drogen, der darauf abzielt, das Risiko gesundheitlicher, psychischer und sozialer Schäden durch Drogengebrauch zu vermeiden oder zu verringern; umfaßt im Einzelnen u.a. Informationen über Rauschmittel und einzelne Substanzen, über die von ihnen ausgelösten psychischen und physischen Vorgänge, Kenntnisse zum Risikomanagement (z.B. Vermeidung von Überdosierungen) sowie zu möglichst risikoarmen Anwendungsmethoden (z.B. Safer Use, Safer Sniffing).Harnstoff
Stoffwechselprodukt, das über die Leber und Nieren ausgeschieden wird und dessen meßbare Konzentration im Blut u.a. bei Leber- und Nierenerkrankungen erhöht ist.Hartz IV
Andere Bezeichnung für „Arbeitslosengeld II“; benannt nach Peter Hartz (ehemaliger VW-Manager)HAV
Abkürzung für „Hepatitis-A-Virus“; Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; leicht übertragbar; eine Impfung ist möglichSynonyme: Hepatitis-A-VirusHBV
Abkürzung für „Hepatitis-B-Virus“; Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; leicht übertragbar; kann chronisch verlaufen; eine Impfung ist möglichSynonyme: Hepatitis B, Hepatitis-B-VirusHCV
Abkürzung für „Hepatitis-C-Virus“; Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; relativ schwer übertragbar; kann chronisch verlaufen; keine Impfung möglichSynonyme: Hepatitis-C-VirusHDL
Abk. für (engl.) high density lipoproteins, Lipoproteine hoher Dichte.HDV
Abkürzung für „Hepatitis-D-Virus“; Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; tritt nur in Verbindung mit einer Hepatitis-B-Infektion (HBV) auf; in Deutschland eher selten; Impfung gegen HBV schützt vor HDVSynonyme: Hepatitis-D-VirusHeimtest
Bezeichnung für HIV-Antikörpertests, deren Anwendung ohne medizinische Fachkenntnisse und Hilfe anderer möglich ist. Ihre Verwendung ist wegen fehlender Beratung, evtl. falsch-positiver Ergebnisse und des Risikos mißbräuchlicher Anwendungen auch in Ländern umstritten, in denen Heimtests anders als in Deutschland zugelassen sind.Helferzelle
Auch „CD4-Zellen“ oder „T-Helferzellen“; u. a. Indikator für die Schädigung des Immunsystems durch HIV; wichtige Funktion bei der körpereigenen AbwehrHepatitis
Hepatitis A
Abkürzung „HAV“ („Hepatitis-A-Virus“); Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; leicht übertragbar; eine Impfung ist möglichHepatitis B
Abkürzung HBV („Hepatitis-B-Virus“); Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; leicht übertragbar; kann chronisch verlaufen; eine Impfung ist möglichHepatitis C
Abkürzung HCV („Hepatitis-C-Virus“); Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; relativ schwer übertragbar; kann häufig chronisch verlaufen; keine Impfung möglichHepatitis D
Abkürzung HDV („Hepatitis-D-Virus“); Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; tritt nur in Verbindung mit einer Hepatitis-B-Infektion (HBV) auf; in Deutschland eher selten; Impfung gegen HBV schützt vor HDVHepatitis E
Abkürzung HEV („Hepatitis-E-Virus“); Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; in Deutschland eher selten; eine Infektion ist für Schwangere sehr gefährlich; keine Impfung möglichHepatitis-lang
Fachbezeichnung für alle Formen von Leberentzündungen; allgemeine Reaktion der Leber auf schädliche Faktoren unterschiedlichster Ursache, z.B. toxisch (u.a. Alkohol, Arzneimittel, Giftpilze), infektiös (v.a. Hepatitis-Viren, seltener bakteriell, z.B. Chlamydien oder parasitär, z.B. Amöben, Würmer), metabolisch (u.a. Eisenspeicherkrankheit) oder durch andere Grunderkrankungen (z.B. Autoimmunkrankheiten) bedingt. Bei einer akuten Hepatitis kommt es zu einer Vergrößerung und Wanddurchlässigkeit von Leberzellen mit Lebervergrößerung und Funktionsstörungen, sehr selten zu einem akuten Leberzerfall; bei einer chronischen Hepatitis mit lang anhaltender (>10-15 Jahre) Einwirkung schädigender Faktoren ist ein bindegewebiger Umbau der Leber und Übergang in Knötchenleber (Leberfibrose) mit Verlust von Lebergewebe (sog. Schrumpfleber, Leberzirrhose) und einem dann erhöhten Risiko für ein Leberzellkarzinom möglich. Häufigste Ursache einer Hepatitis sind (neben toxischen Substanzen wie Alkohol) virale Infektionen als sog. Virushepatitis; klinisch werden hierbei Hepatitis A, B, C, D und E unterschieden, die durch verschiedene Viren verursacht werden und unterschiedliche Übertragungswege haben; für alle viral bedingten Hepatitiden besteht in Deutschland eine Meldepflicht.hepatotoxisch
bezeichnet die giftige Wirkung einer Substanz oder eines Arzneimittels auf die Leber.Heroin
auch Diacetylmorphin, Diamorphin; halbsynthetisches Opioid mit starker schmerzstillender (analgetischer) Wirkung und hohem Abhängigkeitspotential; wegen seiner beruhigenden und teils euphorisierenden Wirkungen wird es seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet mißbräuchlich angewendet (v.a. durch intravenöse Injektion, aber auch Inhalation); die Zahl der regelmäßigen Heroinkonsumenten weltweit wird auf mehr als 11 Millionen geschätzt mit regionaler Häufung in Europa und Zentralasien; als problematisch erweisen sich insbesondere gesundheitliche und soziale Vorkommnisse (Todesfälle durch Überdosis, Infektionen mit HIV und Hepatitis-Viren, Beschaffungskriminalität, Illegalität u.a.). In der Behandlung einer Heroinabhängigkeit werden verschiedene Entzugsverfahren kontrovers beurteilt; den psychischen und physischen Aspekten der Abhängigkeit kann therapeutisch durch eine Kombination von psychosozialer Betreuung und Unterdrückung des Suchtdrucks, z.B. mit einer Substitutionstherapie, begegnet werden. In Deutschland ist eine kontrollierte Heroinabgabe zur gesundheitlichen und sozialen Stabilisierung von Heroingebrauchern in staatlich kontrollierten Einrichtungen seit 2009 möglich.Heroin
Auch „Diacetylmorphin“, „Diamorphin“; halbsynthetisches Opioid (Sammelbegriff für vor allem schmerzlindernde Substanzen); wird gespritzt, geraucht oder gesnieft; schnelle körperliche und psychische Abhängigkeit; bei Überdosierung schnell tödlichHerpes
Verursacht durch Viren; verschiedene Formen möglich; häufig treten schmerzhafte Herpesbläschen auf; leicht übertragbarHerpesvirus-Infektionen
Infektionen durch Herpesviren, die v.a. durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektionen übertragen werden. Einteilung medizinisch bedeutsamer Viren nach Typen: 1. Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1); Erreger des Herpes simplex; 2. Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2); Erreger des Herpes genitalis; 3. humanes Herpesvirus 3 (HHV-3) oder Varicella-Zoster-Virus; Erreger von Windpocken (Varizellen) und Gürtelrose (Zoster); 4. humanes Herpesvirus 4 (HHV-4) oder Epstein-Barr-Virus; u.a. Erreger der Mononukleose, häufig bei oraler Haarleukoplakie, Non-Hodgkin-Lymphomen oder Speicheldrüsentumoren nachweisbar; 5. humanes Herpesvirus 5 (HHV-5) oder Zytomegalievirus; Erreger der Zytomegalie; 6. humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6); Erreger von Mittelohrentzündungen (Otitis media) mit Fieber sowie von Hirnentzündungen (Enzephalitis); 7. humanes Herpesvirus 8 (HHV-8); häufig bei Kaposi-Sarkom und Castleman-Syndrom nachweisbar.HEV
Abkürzung für „Hepatitis-E-Virus“; Erreger, der zu einer Leberentzündung führt; in Deutschland eher selten; eine Infektion ist für Schwangere sehr gefährlich; keine Impfung möglichSynonyme: Hepatitis-E-VirusHistologie
Lehre vom Feinbau und den Funktionen der Körpergewebe.HIV
Abkürzung für „Humanes Immundefizienz-Virus“ (auch „Menschliches Abwehrschwäche-Virus“); schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem)HIV-Antigennachweis
labormedizinischer Nachweis antigener Virusbestandteile, die bei einer HIV-Infektion z.T. eher als HIV-Antikörpern nachweisbar sind. Durchführung meist als ELISA; Verwendung z.B. zum Nachweis von p24-Antigen im Rahmen des Screenings von Blutspendern.HIV-Antikörpertest
labormedizinischer Nachweis von Antikörpern gegen HIV-1 und HIV-2, die meist 4-12 Wochen nach einer HIV-Infektion auftreten, i.d.R. im Blut oder (beim sog. Schnelltest) evtl. auch im Speichel. Anwendung v.a. von ELISA als Suchtest im Rahmen der HIV-Diagnostik mit einer hohen Sensitivität bei relativ geringer Spezifität auf; falsch-positive Ergebnisse sind möglich, jedes reaktive Ergebnis muß daher durch einen Bestätigungstest überprüft werden.HIV-assoziierte Erkrankungen
Sammelbezeichnung für alle im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion auftretende Erkrankungen oder Störungen, die auf eine direkte Schädigung von Zellen oder Organsystemen durch HIV (z.B. Niere, Haut, Zentralnervensystem) oder auf HIV-bedingte Störungen des Immunsystems (z.B. Immunschwäche) zurückzuführen sind.HIV-Diagnostik
Bezeichnung für labormedizinische Untersuchungen zur Feststellung einer HIV-Infektion, i.w.S. auch für Untersuchungen im weiteren Verlauf. Bevor eine Diagnostik durchgeführt wird, ist im Rahmen einer Beratung zu klären, ob ein Infektionsrisiko bestand, warum eine Untersuchung durchgeführt und wie mit den möglichen Ergebnissen umgegangen werden kann; sinnvoll ist hier ein ausführliches Gespräch in einer spezialisierten Beratungsstelle (z.B. Gesundheitsamt, AIDS-Hilfe). In der Routinediagnostik wird i.d.R. als sog. Suchtest ein HIV-Antikörpertest durchgeführt, mit dem Antikörper gegen HIV-1 und HIV-2 etwa 12-16 Wochen nach Infektion bei mehr als 99% der Infizierten nachgewiesen werden können. Da diese Tests in einem kleinen Teil falsch-positiv reagieren (fälschlicherweise eine Infektion anzeigen), ist in jedem Fall vor Mitteilung eines positiven Testergebnisses ein sog. Bestätigungstest (meist als Western Blot) durchzuführen. In Ausnahmefällen (z.B. akute HIV-Infektion) und bei Neugeborenen HIV-infizierter Mütter kann eine Diagnose durch direkten Nachweis von HIV mittels Polymerasekettenreaktion, bDNA oder Nachweis von p24-Antigen etwa 2-4 Wochen nach der Infektion gestellt werden. Der Nachweis von Antikörpern bzw. HIV-RNA erlaubt lediglich die Diagnose einer HIV-Infektion, jedoch keine Prognose über den eventuellen Krankheitsverlauf oder Aussagen über den derzeitigen Gesundheitszustand. Im Verlauf einer HIV-Infektion werden in (größeren) Abständen u.a. Viruslast und CD4-Zellzahl bestimmt, um den aktuellen Status zu beurteilen und Entscheidungen über einen eventuellen Therapiebeginn zu treffen.HIV-lang
Abk. für (engl.) Human Immunodeficiency Virus, humanes Immundefizienzvirus; Lentivirus aus der Familie der Retroviren, das entwicklungsgeschichtlich auf SIV zurückgeht. HIV-1 wurde 1983 als Erreger von AIDS identifiziert (zunächst bezeichnet als LAV-1, Lymphadenopathie-assoziiertes Virus oder ARV, AIDS-related Virus, bzw. als HTLV-III); mit HIV-2 ist seit 1986 eine weitere Virusart bekannt, die auf Ebene der Aminosäuresequenzen eine Übereinstimmung von nur etwa 45-50% mit HIV-1 aufweist und SIV sehr ähnlich ist. Beide Virusarten sind weltweit verbreitet, wobei HIV-1 wesentlich häufiger vorkommt als HIV-2, das fast ausschließlich in Teilen Westafrikas nachgewiesen wird; Infektionen mit HIV-2 führen nach längerer Latenzzeit zu ähnlichen Krankheitsbildern wie Infektionen mit HIV-1. Einteilung: HIV-1 wird in die drei Gruppen HIV-1 M (Main, Hauptgruppe), HIV-1 N (non-M, non-O) und HIV-1 O (Outlier, Sonderfall) eingeteilt; mehr als 90% aller Infektionen werden durch Viren der Gruppe HIV-1 M verursacht, in der mindestens zehn Subtypen (A bis K) unterschieden werden können; am häufigsten sind die Subtypen B (v.a. in Nord- und Südamerika und Europa), A und D (v.a. in Afrika) und C (v.a. im südlichen Afrika und Asien). Aufbau: Das HIV-Genom enthält die Gene gag, pol und env und zwei Long-Terminal-Repeat-Regionen, die in der Reihenfolge 5´LTR-gag-pol-env-LTR 3´ angeordnet sind, sowie weitere regulatorische Proteine und akzessorische Gene (bei HIV-1 tat, rev, vif, vpu, vpr und nef). HIV-1 ist von einer Lipoproteinhülle umgeben, in die Glykoproteine eingebettet sind, die aus einem externen Anteil (gp120) und einem Transmembranprotein (gp41) bestehen; in der Virushülle, die beim Abscheiden des Virus (budding) aus der Membran der Wirtszelle entsteht, befinden sich verschiedene Proteine der Wirtszelle, z.B. HLA-Moleküle der Klassen I und II und Adhäsionsproteine wie ICAM-1, die ein Anheften des Virus an Zielzellen erleichtern; an der Innenseite der Membran finden sich die durch gag kodierten Matrixproteine. Das zylindrische p24-Antigen-Kapsid enthält das virale Genom in Form von zwei Kopien der einzelsträngigen HIV-RNA; ebenso befinden sich im Kapsid die Enzyme reverse Transkriptase (RT), Integrase und Protease, die für die Virusvermehrung benötigt werden.HIV-Myelopathie
krankhafte Veränderungen des Rückenmarks infolge einer HIV-Infektion mit Bildung intrazellulärer Hohlräume (sog. vakuoläre Myelopathie); Vorkommen v.a. bei ausgeprägter Immunschwäche mit einer CD4-Zellzahl unter 200/µl, evtl. im Zusammenhang mit einer Enzephalopathie. Als Symptome können Störungen von Motorik (u.a. Gangstörungen, verstärkte Reflexe) und Sensibilität (u.a. handschuh- oder sockenförmige Empfindungsstörungen) auftreten. Die Diagnose wird anhand des klinischen Bilds, elektrophysiologischer Untersuchungen, Liquoruntersuchung und ggf. bildgebender Verfahren gestellt. Bei der Therapie steht eine wirksame antiretrovirale Kombinationstherapie mit liquorgängigen Arzneimitteln im Vordergrund; ergänzend kann eine krankengymnastische Behandlung angezeigt sein.HIV-Test
HIV-Vakzine
Sammelbezeichnung für Impfstoffe, die mit dem Ziel einer Verhinderung von HIV-Infektionen (als sog. prophylaktische Impfstoffe oder Schutzimpfung) oder bei vorhandener HIV-Infektion mit dem Ziel einer positiven Beeinflussung des Infektionsverlaufs (als sog. therapeutische Impfung) entwickelt werden. In Tierversuchen (u.a. mit SHIV, SIV) scheint eine Verhinderung von Infektionen durch Impfstoffe möglich, die eine humorale Immunantwort mit Bildung neutralisierender Antikörper induzieren oder verstärken; wahrscheinlich ist für einen wirksamen Impfschutz gegen HIV eine gleichzeitige Induktion von humoraler und zellulärer Immunantwort (u.a. durch Stimulation von Antikörperbildung und zytotoxischen T-Lymphozyten) erforderlich, daher werden heute in der HIV-Vakzineentwicklung verstärkt Strategien verfolgt, die beide Ansätze verbinden. In präklinischen bzw. klinischen Studien werden derzeit verschiedene Impfstoffe erforscht, die entweder genetisches Material (u.a. DNA-Vakzine, Vektor-basierte Impfstoffe) oder Proteine von HIV enthalten (u.a. Lipopeptidimpfstoffe, Peptidimpfstoffe, Subunit-Impfstoffe), sowie verschiedene Adjuvanzien. Als problematisch für die Impfstoffentwicklung haben sich u.a. die hohe Antigenvariabilität von HIV und das rasche Auftreten zahlreicher Mutationen erwiesen; ungeklärt ist auch, anhand welcher immunologischer Parameter ein Impferfolg labormedizinisch oder in frühen Phasen von Impfstoffstudien sicher zu beurteilen ist. Für bislang in größeren Impfstoffstudien untersuchte HIV-Vakzine konnte keine eindeutige Schutzwirkung erwiesen werden; bei therapeutischen HIV-Vakzinen wurden teilweise (geringe) Vorteile hinsichtlich des Verlaufs einer HIV-Infektion gezeigt.HLA
Abk. für (engl.) human leukocyte antigen; u.a. auf Leukozyten vorhandene Antigene, die zur Unterscheidung von körpereigenen und fremden Substanzen wichtig sind; Einteilung in HLA-Moleküle der Klassen 1, 2 und 3; Mitwirkung u.a. bei der Antigenpräsentation im Rahmen einer Immunantwort (bei HIV-Infektion v.a. von HLA-Molekülen der Klasse 1) sowie bei allergischen Reaktionen. Das sog. HLA-Muster ist individuell verschieden; bei Vorliegen von HLA-B*5701 ist das Risiko einer Hypersensitivitätsreaktion gegenüber Abacavir erhöht.Hochprävalenzländer
Hodgkin-Lymphom
auch Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose; eine den malignen Lymphomen zugeordnete Erkrankung des lymphatischen Systems mit charakteristischen Lymphknotenschwellungen und Milzvergrößerung; histologisch sind sog. Hodgkin-Zellen oder Sternberg-Reed-Riesenzellen nachweisbar. Die Ursache der Erkrankung ist unklar; bei HIV-Infektion (v.a. bei injizierendem Drogengebrauch in der Vorgeschichte) wird ein wesentlich häufigeres Vorkommen beobachtet. Als Symptome treten zunächst Lymphknotenschwellungen im Hals- und Brustbereich (Mediastinum) sowie unspezifische Allgemeinbeschwerden (Leistungsabfall, Juckreiz, Fieber) auf; im späteren Verlauf sind Haut- und Schleimhautmanifestationen, Beteiligungen innerer Organe und neurologische Störungen möglich; Stadieneinteilung nach Ausbreitung und Vorhandensein von Begleitsymptomen (sog. B-Symptomen). Diagnose durch zytodiagnostische Untersuchung von Gewebeproben, Behandlung durch Polychemotherapie und evtl. Strahlentherapie.humoral
(lat. humor, Flüssigkeit) in Körperflüssigkeiten, durch Körperflüssigkeiten erfolgend.Hypercholesterinämie
Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der im Blut meßbaren Konzentration von Cholesterin; unterschieden werden eine primäre Hypercholesterinämie häufig auf Grundlage (bislang noch nicht identifizierter) genetischer Mechanismen und eine sekundäre Hypercholesterinämie infolge von Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), durch Arzneimittel (evtl. Proteaseinhibitoren) oder toxische Substanzen. Bei antiretroviraler Therapie einer HIV-Infektion häufig Vorkommen im Rahmen von Fettstoffwechselstörungen; eine Hypercholesterinämie gilt als Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Herzinfarkte. Behandlung mit dietätischen Maßnahmen und körperliche Betätigung, evtl. medikamentös mit Lipidsenkern; ggf. muß auch eine Umstellung der antiretroviralen Therapie erwogen werden.Hyperglykämie
Erhöhung der im Blut meßbaren Konzentration von Glukose (Blutzucker);Vorkommen z.B. bei Diabetes mellitus, Glukosetoleranzstörungen oder Insulinresistenz.Hypericin
Extrakt aus Johanniskraut, der als stimmungsaufhellendes Arzneimittel verwendet wird (Antidepressivum); eine antiretrovirale Wirksamkeit bei HIV-Infektion ist nicht belegt. UAW: u.a. Wechselwirkungen mit Proteaseinhibitoren, Photosensitivitätsreaktion.Hyperlipidämie
Fachbezeichnung für Fettstoffwechselstörungen mit Erhöhung der meßbaren Konzentrationen von Fetten im Blut; bei antiretroviraler Therapie einer HIV-Infektion häufig als Hypercholesterinämie oder Hypertriglyzeridämie.Hypersensitivitätsreaktion
ausgeprägte Form der allergischen Reaktion, bei der schwere Allgemeinsymptome auftreten; anfängliche Beschwerden sind oft uncharakteristisch (z.B. Juckreiz, Hautausschläge, Fieber, gastrointestinale Störungen, Abgeschlagenheit), im weiteren Verlauf kommt es zu einer Beteiligung verschiedener Organsysteme mit akutem Atemnotsyndrom, schweren Stoffwechselstörungen, Laktatazidose, Leber- und Nierenversagen und evtl. tödlichem Ausgang.Hypertriglyzeridämie
Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der meßbaren Konzentrationen von Triglyzeriden im Blut; unterschieden werden eine primäre Hypertriglyzeridämie mit angeborenem Enzymmangel und eine sekundäre Hypertriglyzeridämie nach übermäßiger Aufnahme von Fetten, im Rahmen von Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), als Nebenwirkung von Arzneimitteln (z.B. hormonelle Kontrazeptiva, Proteaseinhibitoren) oder bei übermäßigem Alkoholkonsum, Nierenversagen oder Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Behandlung mit dietätischen Maßnahmen und körperliche Betätigung, evtl. medikamentös mit Lipidsenkern; ggf. muß auch eine Umstellung der antiretroviralen Therapie erwogen werden.Hypocholesterinämie
Fettstoffwechselstörung mit Erniedrigung der im Blut meßbaren Konzentration von Cholesterin; Vorkommen u.a. bei Lebererkrankungen oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
