Glossar

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  36. 9
  1. L
    1. Laktatazidose

      Fachbezeichnung für eine schwere Störung des Säure-Basen-Haushalts mit (lebensbedrohlicher) Übersäuerung durch Ansammlung von Milchsäure (Laktat); unterschieden werden: Typ A infolge eines Sauerstoffmangels in Organen und Geweben; Typ B im Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), Leber- oder Niereninsuffizienz, durch Arzneimittel (u.a. NRTI) oder toxische Substanzen, bei neurologischen Erkrankungen oder angeborenen Enzymdefekten.
    2. Laktoseintoleranz

      Form der Nahrungsmittelintoleranz mit Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose) als Folge einer verringerten enzymatischen Aktivität in der Darmschleimhaut; vermehrtes Vorkommen bei infektiösen oder entzündlichen Darmerkrankungen. Im Anschluß an den Verzehr von Milch oder milchhaltigen Produkten kommt es zu Blähungen, Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen. Die Behandlung besteht in der Therapie der Grunderkrankung und der Vermeidung von Milchprodukten bzw. Ersatz durch laktosearme Milch.
    3. Langerhans-Zellen

      dendritische Zellen in Haut und Schleimhäuten.
    4. Langzeitnebenwirkungen

      Auch „Langzeitschädigungen“, „Spätfolgen“; treten erst nach längerer Einnahme von Medikamenten oder anderen Behandlungen auf
    5. Läsion

      umschriebene Schädigung eines Organs oder seiner Funktion.
    6. latent

      versteckt, verborgen, inapparent.
    7. Latenzzeit

      symptomfreie Phase zwischen dem Einwirken einer Schädigung und dem Auftreten von Symptomen; bei Infektionskrankheiten die Inkubationszeit.
    8. LDL

      Abk. für (engl.) low density lipoproteins, Lipoproteine geringer Dichte.
    9. Lebendimpfstoff

      Impfstoff mit vermehrungsfähigen, aber abgeschwächten (attenuierten) Krankheitserregern, die so eine aktive Immunisierung hervorrufen; bei symptomatischer HIV-Infektion wird keine Anwendung von Lebendimpfstoffen empfohlen; eine BCG-Impfung (Tuberkulose) ist in jedem Fall kontraindiziert.
    10. Leberwerte

      zusammenfassende Bezeichnung für Laborwerte zur Beurteilung der Leberfunktion, z.B. durch Bestimmung von Enzymen (u.a. Alanin-Amino-Transferase, Aspartat-Amino-Transferase, gamma-Glutamyltransferase), Stoffwechselprodukten wie Bilirubin und in der Leber gebildeten Hormonen oder Blutgerinnungsfaktoren.
    11. Leberzirrhose

      Auch „Schrumpfleber“; Endstadium chronischer Lebererkrankungen; entsteht z. B. durch übermäßigen Alkoholkonsum und Infektion mit einer Virushepatitis
    12. Letalität

      epidemiologische Fachbezeichnung für die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der Erkrankungen (Sterblichkeit).
    13. Leukoplakie

      weiße, nicht abstreifbare flache oder warzenähnliche Schleimhautveränderungen; bei chronischen Reizungen sind Zellatypien und Übergänge in ein Plattenepithelkarzinom möglich. Bei HIV-Infektion Vorkommen z.B. als orale Haarleukoplakie.
    14. Leukozytopenie

      auch Leukopenie; Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) infolge von Knochenmarkerkrankungen, viralen Infektionen, toxischen oder physikalischen Schädigungen.
    15. Levomethadon

      auch L-Methadon, sog. Pola; morphinartiges Schmerzmittel (Opioid), das als Arzneimittel zur Substitutionstherapie und Schmerzbehandlung verwendet wird. UAW: u.a. Abhängigkeit, Verlangsamung der Atemfrequenz, Verstopfung, starkes Schwitzen, Arzneimittelwechselwirkungen (z.B. mit Schlaf- und Schmerzmitteln, Alkohol), sexuelle Funktionsstörungen, bei zuckerhaltigen Lösungen Zahnschäden.
    16. Lipide

      Fachbezeichnung für Fette und fettartige Substanzen.
    17. Lipidsenker

      Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette bei Hyperlipidämie; Einteilung nach chemischer Struktur bzw. Wirkmechanismen in 1. Anionenaustauscher (z.B. Colestipol, Colestyramin); 2. Fibrate (z.B. Bezafibrat, Gemfibrozil); 3. HMG-CoA-Reduktasehemmer (sog. Statine, z.B. Atorvastatin, Fluvastatin, Pravastatin, Lovastatin, Simvastatin); 4. Nikotinsäurederivate (z.B. Pyridolmethanol); ferner finden Substanzen unterschiedlicher Stoffgruppen Anwendung (z.B. Sitosterol, Probucol). Lipidsenker sollten i.d.R. mit dietätischen Maßnahmen (Ernährungsumstellung) verwendet werden; aufgrund gemeinsamer Stoffwechselwege sind Arzneimittelwechselwirkungen zwischen lipidsenkenden Arzneimitteln und Proteaseinhibitoren häufig und machen evtl. Dosisanpassungen der Lipidsenker erforderlich.
    18. Lipodystrophie-Syndrom

      Bezeichnung für verschiedene morphologische und metabolische Veränderungen, die v.a. Fettgewebe, Fett- und Glukosestoffwechsel betreffen; sie werden bei einer HIV-Infektion vermehrt im Rahmen einer antiretroviralen Therapie (v.a. mit Proteaseinhibitoren und NRTIs) beobachtet, die genaue Ursache ist unklar, eine allgemein akzeptierte Definition des Syndroms existiert nicht. Als Symptome, die einzeln, aber auch in Kombination auftreten können, werden beschrieben: morphologische Veränderungen wie die Abnahme subkutanen Fettgewebes (Fettatrophie) oder Fettablagerungen (Fettakkumulation); metabolische Veränderungen wie Fettstoffwechselstörungen (v.a. als Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie) und Glukosestoffwechselstörungen (v.a. Glukosetoleranzstörung, Insulinresistenz, Diabetes mellitus).
    19. Lipoproteine

      aus Fetten (Lipiden) und Eiweissen (Proteinen) bestehende Moleküle; im menschlichen Organismus werden mit ihnen verschiedene Fette transportiert, die anhand physikalischer Eigenschaften unterschieden werden in Lipoproteine sehr geringer Dichte (engl. very low density lipoproteins, VLDL); Lipoproteine geringer Dichte (engl. low density lipoproteins, LDL); Lipoproteine hoher Dichte (engl. high density lipoproteins, HDL). Änderungen in der Zusammensetzung der gesamten Lipoproteine im Blut werden als Dyslipoproteinämie bezeichnet; im Zusammenhang mit der antiretroviralen Therapie einer HIV-Infektion werden v.a. erhöhte Blutwerte von Lipoproteinen sehr geringer und geringer Dichte (LDL und VLDL) und erniedrigte Konzentrationen von Lipoproteinen hoher Dichte (HDL) beobachtet.
    20. Liquor

      Fachbezeichnung für Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit. Als liquorgängig wird ein Arzneimittel bezeichnet, das nach Überwindung der Blut-Hirn-Schranke im Liquor nachweisbar ist.
    21. log-Stufen

      in der Beschreibung von Veränderungen der Viruslast angewendete sog. Zehnerlogarithmen, die einen exponentiellen Verlauf beschreiben; z.B. entspricht ein Abfall um 1 log-Stufe entspricht einer Verringerung der Viruslast auf ein Zehntel des Ausgangswerts.
    22. longterm non-progressor

      (engl.) Bezeichnung für Menschen, die nach einer HIV-Infektion lange Zeit keine oder nur eine geringe Immunschwäche und eine niedrige Viruslast zeigen, schätzungsweise bis zu 1% aller HIV-Infizierten. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind weitgehend unklar; es werden höhere Konzentrationen neutralisierender Antikörper beschrieben; ein Zusammenhang mit der zellulären Immunantwort (höhere Funktionalität von CD8-Zellen) und genetischen Eigenschaften (z.B. HLA-Typ B57, Fehlen von CCR5-Rezeptoren bei CCR5delta32-Mutation, genetische Polymorphismen) werden diskutiert; auch scheinen Infektionen mit Virusvarianten, bei denen bestimmte Abschnitte von nef oder vpr fehlen, milder zu verlaufen.
    23. LSD

      Abkürzung für „Lysergsäurediethylamid“; auch „Acid“, „Magic Mushroom“ („Zauber-Pilze“), „Trip“; Wirkung: Bewusstseinsveränderung, Halluzinationen, Gleichgewichtsstörungen, Angstzustände
    24. Lusttropfen

      Auch „Vortropfen“; Bezeichnung für durchsichtige Flüssigkeit, die bei sexueller Erregung des Mannes aus dem Penis austritt
    25. Lymphadenopathie

      krankhafte Veränderungen von Lymphknoten, z.B. bei Entzündungen, Infektionen oder Tumorerkrankungen.
    26. lymphatisches System

      auch Lymphsystem; zusammenfassende Bezeichnung für Lymphgefäße, Lymphgefäßstämme, Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und die regionalen Lymphknoten sowie verschiedene lymphatische Gewebsanteile u.a. in Milz und Thymus.
    27. Lymphknoten

      Gehören zum körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem); kleine Körperorgane, die körperfremde Stoffe aus der Lymphflüssigkeit filtern
    28. Lymphknoten-lang

      in Lymphgefäße eingeschaltete, kleine bis etwa erbsengroße Organe, in denen u.a. körperfremde Substanzen, Mikroorganismen oder Antigene aus der Lymphflüssigkeit gefiltert werden; zu Lymphknotenvergrößerungen kommt es durch eine vermehrte Bildung von B- oder T-Lymphozyten als Reaktion auf Antigene, bei Infektionen oder Tumorerkrankungen.
    29. Lymphknotenschwellung

      Vergrößerung der Lymphknoten können ein Hinweis u. a. für eine Entzündung im Körper sein
    30. Lymphom

      Fachbezeichnung für alle Formen von Lymphknotenvergrößerungen; unterschieden werden benigne Lymphknotenvergrößerungen, z.B. bei akuten Infektionen; maligne Lymphknotenvergrößerungen, z.B. bei malignem Lymphom, Hodgkin-Lymphom oder Leukämien.
    31. Lymphozyten

      zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende Zellen des Bluts, die aus Stammzellen des Knochenmarks gebildet werden und an der Immunantwort beteiligt sind; Unterscheidung in B-Lymphozyten, die in Knochenmark und lymphatischem Gewebe des Darms differenziert werden und T-Lymphozyten, die im Thymus differenziert werden.
    32. Lypodystrophie

      „Fettumverteilungsstörung“; Rückbildung von Fettgewebe (z. B. im Gesicht, an Armen und Beinen) und/oder Zunahme von Körperfett (z. B. in Bauchraum und Nacken)