Glossar

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  1. M
    1. Makrophagen

      Zellen des Immunsystems, die zur Phagozytose und Antigenpräsentation im Rahmen einer Immunantwort fähig sind.
    2. Malabsorptionssyndrom

      Fachbezeichnung für eine komplexe Störung der Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten und fettlöslichen Vitaminen aus dem Darm; Vorkommen z.B. bei entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut (Enteritis, Enterokolitis), Parasitenbefall oder Pilzinfektionen, Autoimmunerkrankungen und HIV-assoziierter Enteropathie.
    3. maligne

      bösartig.
    4. malignes Lymphom

      vom lymphatischen Gewebe von Lymphknoten, Rachenmandeln, Milz oder anderen Organen ausgehende Neubildungen (Neoplasma) mit Vermehrung von B- oder T-Lymphozyten; Vorkommen bei HIV-Infektion praktisch ausschließlich von B-Zell-Lymphomen als Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphome.
    5. Malnutrition

      Mangelernährung; Fehlernährung, bei der vom Körper mehr Energie verbraucht als aufgenommen wird (negative Energiebilanz). Vorkommen u.a. bei Hungerzuständen, Verdauungs- oder Verwertungsstörungen (z.B. Darmerkrankungen, chronischer Durchfall, Stoffwechselstörungen); in der Folge können sog. Mangelkrankheiten (Vitamindefizite, Anämie, Dystrophie-Syndrome) auftreten.
    6. Marker

      biologische Substanzen, deren Vorkommen in Blut oder Geweben Hinweise auf eine Erkrankung geben.
    7. Maturationsinhibitoren

      Substanzen oder Arzneimittel, die die Ausreifung (Maturation) im Replikationszyklus von HIV hemmen und die Freisetzung neuer, infektiöser Viruspartikel verhindern; in Studien wird u.a. Bevirimat untersucht.
    8. MDR-TB

      Abk. für (engl.) multidrug-resistant tubcerculosis; Tuberkulose durch Mykobakterien, die gegen Isoniazid und Rifampicin und evtl. weitere Tuberkulostatika der 1. Wahl resistent sind; ursächlich ist häufig eine vorangegangene inadäquate Behandlung mit zu kurzer Therapiedauer, zu niedriger Dosierung oder Verwendung von (bei vorbestehenden Resistenzen) unwirksamen Tuberkulostatika; eine Übertragung multiresistenter Mykobakterien ist möglich. Die Zahl der MDR-TB-Fälle weltweit wird auf etwa eine halbe Million bei Vorkommen in einigen Regionen in bis zu 20% aller Tbc-Fälle geschätzt.
    9. Mediatoren

      Fachbezeichnung für körpereigene Substanzen oder Zellen, die Informationen zwischen Zellen vermitteln, z.B. Zytokine oder Lymphozyten bei der Immunantwort.
    10. Meldepflicht

      in Deutschland im Infektionsschutzgesetz geregelte Verpflichtung zur Meldung bestimmter übertragbarer Erkrankungen mit dem Ziel, Krankheitsausbrüche zu erkennen und ggf. Infektionsschutzmaßnahmen einleiten zu können. Meldungen erfolgen i.d.R. durch den behandelnden Arzt oder das diagnostizierende Labor an das zuständige Gesundheitsamt; für (durch Bestätigungstests gesicherte) HIV-Infektionen besteht eine nichtnamentliche Meldepflicht an das Robert Koch-Institut; eine freiwillige, nichtnamentliche Meldung von AIDS-Fällen durch behandelnde Ärzte erfolgt an das AIDS-Fallregister.
    11. Meningitis

      Fachbezeichnung für Hirnhautentzündung, häufig als sog. Meningoenzephalitis mit gleichzeitiger Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
    12. Menstruationsblut

      Blut, das während der Menstruation (auch „Tage“, „(Monats-)Regel“) bei Frauen aus der Scheide austritt
    13. metabolisch

      stoffwechselbedingt, den Stoffwechsel betreffend.
    14. Methadon

      morphinartiges synthetisches Schmerz- und Betäubungsmittel (Opioid), das aus den beiden spiegelbildlichen Molekülen Dextromethadon und dem analgetisch wirksamen Levomethadon besteht; Verwendung von Levomethadon als Arzneimittel in der Schmerztherapie und der Behandlung von Opiatabhängigkeit.
    15. Methadon

      Morphinartiges Schmerz- und Betäubungsmittel (Opioid); Einsatz als Arzneimittel in der Schmerztherapie und in der Behandlung von Drogenabhängigen/Suchtkranken als Substitution (Ersatzmittel)
    16. Mikrobizide

      Fachbezeichnung für Substanzen zur topischen (lokalen) Anwendung, die Mikroorganismen und Krankheitserreger abtöten; i.e.S. werden darunter Substanzen verstanden, die bei lokaler vaginaler Anwendung (z.B. als Scheidenzäpfchen oder -ring, Kapsel oder Filmtablette) die Infektion mit Erregern sexuell übertragbarer Infektionen verhindern. In Studien befinden sich zahlreiche Substanzen mit einer Wirksamkeit gegen HIV, HPV, Herpesvirus-Infektionen oder andere (z.B. bakterielle) Erreger; als Anti-HIV-Mikrobizide werden z.B. saure (azide) Puffergele, CCR5-Blocker (u.a. M 167, M 872, SCH 351867), NNRTIs (u.a. Dapivirin), CD4-Bindungsinhibitoren und antiretroviral wirksame Substanzen (u.a. Tenofovir-Gel) untersucht; als problematisch erweisen sich dabei oft Applikationsformen, eine zu geringe Wirkungsdauer und unerwünschte Wirkungen wie Infektionen oder entzündliche Veränderungen des Genitaltrakts bei langfristiger Anwendung. In Anwendungsstudien (u.a. mit Cellulose-Sulfat, Carraguard) konnte bislang keine Verringerung von HIV-Neuinfektionen erwiesen werden.
    17. Mikroläsion

      kleinste, nur mikroskopisch erkennbare Verletzungen oder Schädigungen.
    18. Mikronährstoffe

      Sammelbezeichnung für Nährstoffe, die nur in geringen Konzentrationen benötigt werden, z.B. Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine; sie haben wichtige Funktionen im Aufbau von Körpergeweben und bei der Regulierung von Stoffwechselvorgängen.
    19. Milben

      Kleine Spinnentiere; können Hauterkrankungen wie Krätze (Skabies) verursachen; starker Juckreiz; gut behandelbar
    20. mitochondriale Toxizität

      Bezeichnung für eine Schädigung von intrazellulären Organellen (Mitochondrien) mit Störung des Sauerstofftransports (Atmungskette), die als Folge einer Hemmung bestimmter Enzyme (mitochondrialer DNA-Polymerasen) auftreten kann. Bei antiretroviraler Therapie Vorkommen als unerwünschte, dosisabhängige Arzneimittelwirkung von Nukleosidanaloga, die nach mehreren Monaten (bis Jahren) auftreten und sich klinisch u.a. als Fettgewebeverlust (Fettatrophie), Muskelschädigung (Myopathie) oder Stoffwechselstörung manifestieren kann; ob eine Prophylaxe mit Uridin möglich ist, wird in Studien untersucht.
    21. Mitochondrien

      Funktionseinheiten (Organellen) von Zellen, die u.a. Enzyme für den Sauerstofftransport (Atmungskette) und den zellulären Stoffwechsel enthalten.
    22. Mobbing

      Von Englisch „to mob“: „anpöbeln, angreifen, bedrängen“; gezielte und dauerhafte Schikane z. B. am Arbeitsplatz
    23. Monotherapie

      Behandlung mit einem einzelnen Arzneimittel oder Verfahren; klinische Studien zur Monotherapie der HIV-Infektion zeigen uneinheitliche Ergebnisse; allgemein wird eine antiretrovirale Kombinationstherapie empfohlen.
    24. Monozyten

      im Blut zirkulierende Zellen des Immunsystems, die zur Phagozytose und Antigenpräsentation im Rahmen einer Immunantwort fähig sind.
    25. Morbidität

      epidemiologische Fachbezeichnung für die Häufigkeit einer Erkrankung während eines bestimmten Zeitraums in der Gesamtbevölkerung oder einer bestimmten Gruppe (Erkrankungsrate).
    26. Morphin

      auch Morphium; ein Alkaloid des Opiums (Opioid) mit stark schmerzlindernden, beruhigenden sowie teils euphorisierenden Eigenschaften; therapeutische Verwendung u.a. in der Behandlung starker Schmerzen. UAW: u.a. Verstopfung, Übelkeit, Verlangsamung der Atemfrequenz.
    27. Morphium

      Morphin.
    28. Mortalität

      epidemiologische Fachbezeichnung für die Rate der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Gesamtbevölkerung oder eine bestimmte Gruppe (Sterbeziffer).
    29. MSM

      Kurzbezeichnung für Männer, die Sex mit Männern haben.
    30. Mukosa

      Fachbezeichnung für Schleimhaut.
    31. multifokal

      mit mehreren Herden.
    32. Multiresistenz

      mehrfache Resistenz; verringerte oder gänzlich fehlende Empfindlichkeit von Krankheitserregern gegenüber mehreren verschiedenen Chemotherapeutika oder Arzneimitteln.
    33. multizentrische Studie

      Bezeichnung für eine Studie, die unter Beteiligung mehrerer Studienzentren (Kliniken, Ambulanzen, niedergelassene Ärzte) durchgeführt wird.
    34. Mutation

      plötzlich auftretende Veränderungen im Erbgut mit Änderung einer vorhandenen Nukleinsäuresequenz, die an Folgegenerationen weitergegeben wird; unterschieden werden spontane Mutationen ohne erkennbare Ursachen und induzierte Mutationen durch Einwirkung von sog. Mutagenen (z.B. natürliche oder chemische Substanzen, Arzneimittel, physikalische Einflüsse).
    35. Myalgie

      Fachbezeichnung für umschriebene oder diffuse Muskelschmerzen; Vorkommen z.B. bei Überanstrengung, Verletzungen, Infektionen, Muskelerkrankungen (Myopathie), Autoimmunkrankheiten oder Stoffwechselstörungen.
    36. Myelitis

      Fachbezeichnung für entzündliche Veränderungen des Rückenmarks.
    37. Myelopathie

      Fachbezeichnung für 1. Erkrankungen des Rückenmarks; 2. Erkrankungen bzw. Funktionsstörungen des Knochenmarks mit daraus resultierenden Störungen der Blutbildung.
    38. Mykobakterien

      Bakterien der Familie Mycobacteriaceae, die historisch zunächst den Pilzen zugeordnet wurden; sie sind stäbchenförmig, von einer Lipidschicht umgeben und in Untersuchungsmaterial nach entsprechender Färbung mikroskopisch als sog. säurefeste Stäbchen nachweisbar. Einteilung in typische Mykobakterien, die beim Menschen eine Tuberkulose verursachen können, z.B. Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium bovis; atypische Mykobakterien oder sog. nichttuberkulöse Mykobakterien, die bei Immunkompetenz i.d.R. keine Erkrankungen verursachen, bei Immunschwäche jedoch häufig zu atypischen Mykobakteriosen führen; Vorkommen zahlreicher, sehr unterschiedlicher Formen, am häufigsten Mycobacterium avium/intracellulare.
    39. Mykosen

      Fachbezeichnung für Pilzerkrankungen; Vorkommen als opportunistische Infektionen insbesondere bei ausgeprägter Immunschwäche oftmals lokal begrenzt (z.B. Mundsoor), nicht selten auch als sog. systemische Mykosen mit allgemeiner Ausbreitung im Körper.
    40. Myokarditis

      akute oder chronische Entzündungen des Herzmuskels; Vorkommen bei HIV-Infektion v.a. als infektiöse Myokarditis mit chronischem Verlauf, verursacht durch Viren oder Bakterien, Protozoen und Parasiten; häufig zunächst ohne Beschwerden, im Verlauf mit Ausbildung einer chronischen Herzinsuffizienz und verminderter körperlicher Belastbarkeit.
    41. Myopathie

      entzündliche oder degenerative Muskelerkrankungen, die einzelne Muskelgruppen oder die gesamte Muskulatur erfassen können; Vorkommen z.B. bei Infektionen (u.a. HIV-Infektion), Stoffwechselstörungen, Gefäßerkrankungen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Symptome können Muskelschwäche und -schmerzen, Schwund von Muskelgewebe und Lähmungen sein.
    42. Mythen

      Umgangssprachlich für „Unwahrheit/Falsches“, „frei Erfundenes“, „Zusammengereimtes“
      Synonyme: Mythos