Glossar
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Off-Label-Use
Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels für eine Indikation, in der keine Zulassung vorliegt (sog. zulassungsüberschreitende Anwendung).One-Night-Stand
Englisch für sinngemäß „Eine-Nacht-Affäre“; zufälliger, spontaner Geschlechtsverkehr mit einem Sexualpartner ohne Beziehungonkogen
bezeichnet die Eigenschaft von Substanzen oder Erregern, maligne Gewebsveränderungen auszulösen.Onkoviren
auch Oncovirinae, onkogene Viren oder Tumorviren; DNA- oder RNA-Viren, die an der Entstehung maligner Tumoren beteiligt sind; als gesichert gilt dies u.a. für HTLV I und II (bestimmte Formen von Leukämien), als sehr wahrscheinlich u.a. für das Epstein-Barr-Virus (Burkitt-Lymphom, Tumoren des Nasen-Rachen-Raums), humane Papillomaviren (Analkarzinom, Zervixkarzinom) und Hepatitisviren (Leberzellkarzinom).Open-Label-Studie
sog. offene Studie; Form der klinischen Studie, bei der Ärzten und Studienteilnehmern bekannt ist, welches Behandlungsverfahren angewendet wird.Opioide
auch Opiate; Sammelbezeichnung für natürliche, halbsynthetische oder synthetische Substanzen und Arzneimittel, die an spezielle Rezeptoren (Opioidrezeptoren) binden und morphinartige Wirkungen aufweisen (schmerzlindernde, beruhigende sowie teils euphorisierende Eigenschaften); Verwendung z.T. in der Substitutionstherapie (z.B. Buprenorphin, Methadon), v.a. aber in der Schmerztherapie, wobei schwache Opioide wie z.B. Codein oder Tramadol und starke Opioide wie z.B. Buprenorphin, Fentanyl oder Morphin unterschieden werden.Opium
opportunistische Infektionen
Abk. OI; auf der Basis einer Immunschwäche mit gestörter Immunantwort auftretende Infektionen mit Erregern, die bei Immunkompetenz nicht zu Erkrankungen führen; i.w.S. auch Bezeichnung für die Reaktivierung früherer Infektionen im Rahmen einer Immunschwäche. Erreger sind v.a. Pilze (u.a. Pneumocystis-Pneumonie, Aspergillose, Kryptokokkose), Protozoen (u.a. Toxoplasmose) und Viren (u.a. Herpesvirus-Infektionen), aber auch Bakterien (u.a. atypische Mykobakteriosen, bazilläre Angiomatose). Seit der Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie sind die opportunistischen Infektionen zurückgegangen; bei Personen, die keine Kenntnis von ihrer HIV-Infektion haben, sind sie aber nach wie vor die häufigsten AIDS-definierenden Erkrankungen. Die Therapie ist oft schwierig und langwierig; wichtig ist neben der Behandlung einer opportunistischen Infektion eine wirksame antiretrovirale Therapie der HIV-Infektion, die durch Verbesserung des Immunstatus in vielen Fällen deutlich zur Abheilung beiträgt. Die medikamentöse Primärprophylaxe einiger opportunistischer Infektionen ist möglich und wird beim Unterschreiten bestimmter Helferzellzahlen empfohlen, z.B. bei weniger als 200 CD4-Zellen/µl gegen Pneumocystis-Pneumonie; eine Sekundärprophylaxe ist nach abgeheilter Infektion und bei fortbestehender Immunschwäche bei einigen Erkrankungen ebenfalls möglich; kommt es unter einer antiretroviralen Therapie zur Immunrekonstitution mit einer anhaltenden Erholung von CD4-Zellzahlen über mehr als drei Monate bei gleichzeitiger Absenkung der HIV-Viruslast unter 50 Kopien/ml, kann die Beendigung einer prophylaktischen Behandlung in Erwägung gezogen werden.oral
zu Mund oder Mundhöhle gehörend, durch den Mund.Oralverkehr
Umgangssprachlich: „blasen“, „lutschen“, „lecken“; sexuelle Stimulierung der Scheide, des Penis oder Anus mit dem MundOriginalstoffabgabe
Kurzbezeichnung für kontrollierte Vergabe von Heroin mit dem Ziel einer gesundheitlichen und sozialen Stabilisierung von Heroingebrauchern.Osteomyelitis
Entzündungen von Knochen und Knochenmark, meist durch Infektionen mit Bakterien (auch Mykobakterien) oder Pilzen nach einem offenen Knochenbruch; ein Auftreten ohne äußere Verletzungen ist möglich und wird häufiger bei injizierenden Drogengebrauchern und bei Immunschwäche beobachtet. Häufigste Lokalisation einer Osteomyelitis bei Erwachsenen sind die Wirbelkörper, als Symptome treten ein umschriebener Knochen- und Druckschmerz, Gewichtsverlust und Fieber auf; bei chronischem Verlauf können Allgemeinsymptome fehlen. Therapie zunächst medikamentös (z.B. mit Antibiotika), ggf. wird eine chirurgische Entfernung der Entzündungsherde erforderlich.Osteonekrose
sog. Knochennekrose mit Absterben von Knochengewebe; Vorkommen u.a. bei Knochenentzündungen (Osteomyelitis), Stoffwechselstörungen oder ohne erkennbare Ursache (sog. idiopathische Form); bei HIV-Infektion deutlich häufigeres Vorkommen, wobei Alkoholkonsum und Einnahme von Steroiden als mögliche Risikofaktoren betrachtet werden; eine Assoziation mit antiretroviralen Arzneimitteln läßt sich bislang nicht bestätigen. Häufigste Lokalisation ist der Oberschenkelkopf (Femurkopfnekrose), ein Auftreten am Oberarmkopf (Humeruskopfnekrose) ist möglich; Symptome sind belastungsabhängige, zunehmende Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit; Behandlung je nach Lokalisation und Ausprägung durch Entlastung (z.B. Gehstützen), ggf. orthopädisch-chirurgische Dekompression.Osteopenie
Abnahme der Knochenmasse mit Verringerung der Knochendichte; unterschieden werden zwei Formen: Osteoporose mit einer Abnahme von Knochenmasse und Verminderung der Knochenstruktur; Vorkommen u.a. im Rahmen physiologischer Alterungsprozesse, bei hormonellen Störungen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkungen; Symptome sind v.a. Knochenbrüche (Frakturen); Osteomalazie mit ungenügender Knochenmineralisierung bei normal gebildeter Knochenmatrix; Vorkommen v.a. infolge von Vitamin-D-Mangel oder -Verwertungsstörungen; Symptome sind Verbiegungstendenzen der Knochen infolge einer zu großer Weichheit. Diagnostisch ist eine Knochendichtebestimmung mittels DEXA oder Ultraschalluntersuchung möglich; Therapie mit Vitamin D, kalziumreiche Ernährung bzw. Kalziumzufuhr sowie bei Osteoporose physikalische Therapie, ggf. Arzneimittel (z.B. Biphosphonate) zur Hemmung des Knochenabbaus, evtl. Schmerztherapie.Osteoporose
Verminderung der Knochensubstanz als Form der Osteopenie.Outing
Sich anderen offenbaren; zu sich selbst stehen in der Öffentlichkeit
