p24-Antigen
Protein aus der Kernhülle von
HIV, das bei der Virusvermehrung freigesetzt wird und nach einer Infektion eher im Blut nachweisbar ist als HIV-
Antikörper, wurde es früher als
Surrogatmarker für den Verlauf einer HIV-Infektion verwendet (mittlerweile ersetzt durch Viruslastbestimmung) und wird heute im Rahmen des Screenings von Blutspendern bestimmt.
palliativ
krankheitslindernd, aber nicht heilend.
Pandemie
epidemiologische Fachbezeichnung für übertragbare Krankheiten, deren Ausbreitungsmuster durch ein (zunehmendes) Vorkommen in mehreren Ländern, einem Kontinent oder weltweit charakterisiert ist.
Pankreatitis
akute oder chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung; Symptome sind starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, evtl. Kreislaufversagen und Schock; ein tödlicher Ausgang ist möglich. Vorkommen u.a. bei chronischem Alkoholkonsum, viralen Infektionen (z.B. Mumps), Hyperlipoproteinämien oder als
unerwünschte Arzneimittelwirkungen (u.a. von Didanosin, seltener Stavudin oder Lamivudin).
Papanicolaou-Abstrich
Abstrich vom Gebärmutterhals (Zervix) zur histologischen Diagnostik nach Anfärbung im Papanicolaou-Verfahren; Durchführung u.a. bei Krebsvorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Zellatypien, Neoplasien oder Vorstadien des Zervixkarzinoms.
Papel
sog. Knötchen; kleine solide Erhabenheiten der Haut von unterschiedlicher Farbe und Oberfläche.
Papillomavirus-Infektionen
sexuell übertragbare Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV); nach einer
Inkubationszeit von Wochen bis Monaten verursachen HPV-Infektionen meist gutartige Gewebewucherungen (Warzen) an Häuten und Schleimhäuten, z.B.
Condylomata acuminata oder
Condylomata plana; einige Virustypen sind an der Entstehung zellulärer Entartungen (AIN, CIN) und maligner Tumoren (
Analkarzinom,
Zervixkarzinom) beteiligt.
Impfstoffe können einen wirksamen Schutz gegen bestimmte HPV-Infektionen bieten (tetravalenter Impfstoff gegen HPV 6, 11, 16, 18 bzw. bivalenter Impfstoff gegen HPV 16 und 18); in Deutschland wird eine Schutzimpfung von Mädchen im Alter von 9-17 Jahren empfohlen.
papulös
knötchenförmig, mit Bildung von Papeln einhergehend.
Parasiten
ein- oder mehrzellige Lebewesen, die als sog. Schmarotzer auf oder in einem Wirtsorganismus leben; medizinisch bedeutsam sind v.a. Protozoen, Würmer und einige Insektenarten, die evtl. Erkrankungen beim Menschen verursachen können.
Parästhesie
Fachbezeichnung für subjektive Fehlempfindung, z.B. Kribbelgefühl, Brennen oder Stechen; Vorkommen z.B. bei Neuropathien.
Partydrogen
Umschreibung für verschiedene Drogen, die vor allem in der Club- und Partyszene genommen werden
pathogen
bezeichnet die Eigenschaft von Erregern oder Substanzen, eine Krankheit zu verursachen.
Pathogenese
Fachbezeichnung für Entstehung und Entwicklung von Krankheiten.
pathologisch
bezeichnet krankhafte Veränderungen oder Zustände.
Peginterferon
von einer Polyethylenglykol-Hülle umgebenes, pegyliertes Interferon alpha, das zur Therapie von chronischer
Hepatitis B und (in Kombination mit Ribavirin)
Hepatitis C verwendet wird. UAW: u.a. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, psychische Störungen, Hauttrockenheit, Muskelschmerzen, gastrointestinale Störungen.
pegyliert
von einer Polyethylenglykol-Hülle umgeben.
Penicilline
ursprünglich aus dem Pilz Penicillium gewonnene Substanzen (
Antibiotika); synthetisch hergestellte
Penicilline wie z.B. Benzylpenicillin, Amoxicillin oder Ampicillin werden als Arzneimittel bei bakteriellen Infektionen verwendet, z.B. bei Streptokokken-Infektionen,
Syphilis, Salmonellosen. UAW: u.a. allergische Reaktionen.
Penizillin
Spezielle Sorte eines Antibiotikums; Einsatz bei bakteriellen Erkrankungen (z.B.
Syphilis)
PEP
Abkürzung für „Postexpositionsprophylaxe“ („Nach-Risiko-Vorsorge“); zeitnah eingesetzte medikamentöse Behandlung nach Ansteckungsrisiko mit
HIV, um das „Einnisten“ von HIV zu verhindern; hundertprozentiger Erfolg ist nicht sicher
Peptide
aus mehreren
Aminosäuren zusammengesetzte Eiweisse; Einteilung in Oligopeptide (mit bis zu zehn Aminosäuren) und Polypeptide (10-100 Aminosäuren).
perinatal
den Zeitraum unmittelbar vor, während oder nach der Geburt betreffend.
Persistenz
Fachbezeichnung für ein Überdauern von Krankheitserregern in Körper, Geweben oder Organen nach Abheilung einer Erkrankung oder trotz Behandlung, z.B. die
Persistenz von
HIV in Virusreservoiren auch bei antiretroviraler
Kombinationstherapie.
Phagozytose
Aufnahme von körperfremden Substanzen, Krankheitserregern oder infizierten Zellen durch Phagozyten (Freßzellen, u.a.
Monozyten,
Makrophagen) mit dem Ziel, diese im Rahmen der
Immunantwort aus dem Körper zu eliminieren.
Phänotyp
sog. Erscheinungsbild; Bezeichnung für alle Merkmale eines Lebewesens, die von
Genotyp und Umwelt bestimmt und durch wechselnde Einflüsse stetigen Veränderungen unterworfen sind.
phänotypischer Resistenztest
labormedizinisches Verfahren zur Prüfung der Empfindlichkeit von
HIV gegenüber antiretroviralen Arzneimitteln, s.
Resistenztestung.
Pharmakodynamik
Einfluß von Arzneimitteln auf den Organismus, u.a. Wirkungsmechanismus, Dosis/Wirkungsbeziehung und unerwünschter Arzneimittelwirkungen.
Pharmakogenetik
Teilgebiet der Pharmakologie, das sich mit genetisch bedingten Einflüssen auf
Pharmakodynamik und -kinetik befaßt.
Pharmakokinetik
Einfluß des Organismus auf Arzneimittel, u.a. Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechslung und Ausscheidung von Arzneimitteln.
Pharyngitis
entzündliche Erkrankungen der Rachenschleimhaut.
Photosensitivitätsreaktion
auch Photosensibilisierung; Reaktion der Haut mit umschriebenen Entzündungen oder graublauer Verfärbung nach (Sonnen-)Lichteinwirkung; ursächlich können eine angeborene Disposition, Stoffwechselkrankheiten, chemische Substanzen, Kosmetika oder Arzneimittel sein.
physiologisch
bezeichnet normale Vorgänge und Entwicklungen.
Pingpong-Effekt
Erneute Ansteckung mit einer Krankheit durch den nicht behandelten Partner; wie beim Tischtennis wird der Ball vom einen Partner dem anderen Partner „zurückgespielt“
Placebo
sog. Scheinmedikament, das keinen pharmazeutischen Wirkstoff enthält und hinsichtlich seiner sonstigen Eigenschaften (Aussehen, Form, Geschmack) nicht vom originalen Arzneimittel (sog. Verum) unterscheidbar ist.
placebokontrollierte Studie
Form der klinischen Studie, bei der Wirkung und Verträglichkeit eines zu prüfenden Arzneimittels (sog. Verum) mit einem wirkstofffreien Scheinmedikament (
Placebo) verglichen werden; Durchführung z.B. als Blind- oder
Doppelblindstudie.
Plasmazellen
differenzierte
B-Lymphozyten, die
Antikörper bilden und sezernieren.
Pneumocystis-Pneumonie
Abk. PcP, frühere Bezeichnung Pneumocystis-carinii-
Pneumonie; Lungenentzündung durch den Pilz Pneumocystis jiroveci, eine der häufigsten opportunistischen Infektionen und
AIDS-definierenden Erkrankungen. Charakteristische Symptome sind trockener Reizhusten, subfebrile Temperaturen und zunehmende Atemnot bei Belastung. Die
Diagnose erfolgt durch Röntgen-Thoraxaufnahme, Computertomographie sowie ggf. Bronchiallavage und mikroskopischen Erregernachweis; die Therapie ist abhängig vom Schweregrad, i.d.R. mit Cotrimoxazol, Pentamidin oder Atovaquon sowie (kurzfristig) Prednison. Bei einer CD4-Zellzahl unter 200/µl werden eine
Primärprophylaxe (meist Cotrimoxazol, evtl. Pentamidin, Dapson, Atovaquon) bzw. nach ausgeheilter PcP eine
Sekundärprophylaxe bis zu einer ausreichenden Immunrekonstitution empfohlen.
Pneumonie
Fachbezeichnung für Lungenentzündungen, überwiegend durch Infektionen mit
Bakterien,
Viren, Pilzen oder Protozoen, aber auch bei Autoimmunkrankheiten oder nach chemischen oder physikalischen Schädigungen; bei
HIV-Infektionen auch ohne ausgeprägte
Immunschwäche sind häufiger bakterielle Pneumonien zu beobachten (v.a. durch Streptococcus pneumoniae, s. Streptokokken-Infektionen). Einteilung z.B. nach beteiligten Lungenabschnitten in Lobärpneumonie, Bronchopneumonie oder interstitielle Pneumonien, nach Verlauf in akut oder chronisch; bei HIV-Infektion sind innerhalb eines Jahres wiederkehrende Pneumonien
AIDS-definierende Erkrankungen. Als atypische Pneumonien werden alle nicht bakteriell bedingten infektiösen Lungenentzündungen bezeichnet; interstitielle plasmazelluläre Pneumonien mit Infiltraten des Lungenzwischengewebes treten vermehrt bei Immunschwäche auf (z.B. lymphoide interstitielle Pneumonie bei Kindern,
Pneumocystis-Pneumonie); sie sind ebenfalls AIDS-definierende Erkrankungen. Die Symptome sind uneinheitlich; ein Beginn mit Schüttelfrost und hohem Fieber ist möglich, Beschwerden können insbesondere bei atypischen Pneumonien anfangs aber auch fehlen.
Polymeraseinhibitoren
Substanzen, die die Aktivität von Enzymen hemmen, die am Auf- und Abbau großer Moleküle beteiligt sind (Polymerasen); experimentelle Medikamente werden in klinischen Studien u.a. zur Behandlung der
Hepatitis C untersucht.
Polymerasekettenreaktion
Abk. PCR; labormedizinisches Verfahren zur Nukleinsäureamplifikation, mit dem auch geringe Mengen
DNA oder
RNA bestimmt werden können. Anwendung in der Diagnostik von Infektionskrankheiten (z.B.
Zytomegalie,
HIV-Infektion), zur Bestimmung der HIV-Viruslast als quantitative HIV-RNA PCR (qPCR) oder in der Gensequenzierung.
Polyneuropathie
Fachbezeichnung für Erkrankungen mehrerer peripherer Nerven; Vorkommen bei
HIV-Infektion als primäre HIV-assoziierte
Polyneuropathie, bei
Zytomegalie, Stoffwechselstörungen oder medikamentös-
toxisch bedingt.
Poppers
Wirkstoffe: Amylnitrit, Butylnitrit, Isobutylnitrit; wirkt sexuell stimulierend; erweitert Blutgefäße; verursacht Schwindelgefühl und Erektionsstörungen; ACHTUNG: In Verbindung mit Potenzmitteln (Viagra®, Cialis®, Levitra®) und Nitraten (Medikamente gegen Angina Pectoris) kann es zu tödlichem Herz-Kreislauf-Versagen kommen
positiv
vorhanden, gegeben, nachweisbar (z.B. bei einer Untersuchung), günstig (z.B. im Krankheitsverlauf); auch Kurzbezeichnung für
HIV-
positiv.
Postexpositionsprophylaxe
Abkürzung: „PEP“ (im Sinne von „Nach-Risiko-Vorsorge“); zeitnah eingesetzte medikamentöse Behandlung nach Ansteckungsrisiko mit
HIV, um das „Einnisten“ von HIV zu verhindern; hundertprozentiger Erfolg ist nicht sicher
Synonyme: PEP
Postexpositionsprophylaxe-lang
Abk.
PEP; Fachbezeichnung für sekundärprophylaktische Maßnahmen nach erfolgter
Exposition gegenüber einem Krankheitserreger mit dem Ziel, eine Infektion oder Erkrankung zu verhindern. Zur
HIV-
PEP bei beruflicher oder nicht-beruflicher (z.B. sexueller) Exposition wird ein sofortiger Beginn einer antiretroviralen
Kombinationstherapie empfohlen (möglichst innerhalb von 24 Stunden, nicht später als 72 Stunden), bei Nadelstichverletzungen zusätzlich ein Auswaschen und Reinigen der Wunde, bei oraler Exposition (orogenitale Sexualkontakte mit Ejakulation) eine Mundspülung mit hochprozentigem Alkohol (z.B. Whiskey); falls möglich, ist nach Beratung und Einverständnis der Person, von der evtl. ein
Infektionsrisiko ausgegangen ist, die Durchführung eines Schnelltests zur Bestimmung des Serostatus und Beurteilung des Infektionsrisikos sinnvoll. Die PEP wird i.d.R. über 28 Tage durchgeführt; eine möglichst rasch eingeleitete PEP kann das Risiko für eine HIV-Infektion senken.
postnatal
nach der Geburt.
postpartal
auch post partum; nach der Entbindung.
Potenzmittel
Medikamente zur besseren Durchblutung der Schwellkörper des Penis (männlichen Glieds); z. B. Viagra®, Cialis®, Levitra®
Präexpositionsprophylaxe
Abk. PREP; Fachbezeichnung für primärprophylaktische Maßnahmen vor eingetretener
Exposition gegenüber einem Krankheitserreger mit dem Ziel, ein
Infektionsrisiko auszuschalten. Zur
HIV-PREP werden bei beruflicher Exposition die Beachtung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, bei Sexualkontakten
Safer Sex und bei (injizierendem) Drogengebrauch
Safer Use empfohlen; die Wirksamkeit antiretroviraler Medikamente zum Schutz gegen eine HIV-Infektion bei Einnahme vor einem möglichen Infektionsrisiko wird in Studien untersucht und ist derzeit nicht erwiesen.
pränatal
vorgeburtlich.
Prävalenz
epidemiologische Fachbezeichnung für die Häufigkeit aller Erkrankungsfälle in der Gesamtbevölkerung oder einer bestimmten Gruppe als Punktprävalenz zu einem bestimmten Zeitpunkt oder als Periodenprävalenz in einem definierten Zeitraum. Die Prävalenzrate beschreibt die Zahl der Erkrankten im Verhältnis zur Zahl der untersuchten Personen.
Prävention
zusammenfassende Bezeichnung für vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten. Unterschieden werden: primäre P.: Vermeidung bzw. Ausschaltung schädlicher Faktoren vor ihrem Wirksamwerden, z.B. Schutzimpfungen, Verwendung von Kondomen zur Verhinderung einer
HIV-Infektion; sekundäre P.: Erkennung und Behandlung von Krankheiten im frühestmöglichen Stadium, z.B. Krebsfrüherkennungsuntersuchungen; tertiäre P.: Begrenzung der Folgen von bereits eingetretenen Erkrankungen, z.B. Rehabilitation. Als strukturelle
Prävention wird die Einbeziehung individueller und allgemeiner Lebensbedingungen sowie des sozialen Umfelds bezeichnet; individuelle Präventionsmaßnahmen wie z.B. hinsichtlich der HIV-Infektion
Safer Sex oder ein Verzicht auf Nadeltausch bei Drogengebrauch sind umso leichter durchführbar, je höher die gesellschaftliche Akzeptanz für sie ist und je leichter sie zugänglich sind (z.B. Verfügbarkeit von Kondomen zu bezahlbaren Preisen, Angebote zum Tausch gebrauchter Spritzen und Nadeln gegen sterile Spritzbestecke im Rahmen von Spritzenaustauschprogrammen).
Primärinfektion
erstmalige Infektion mit einem Krankheitserreger.
Primärprophylaxe
Maßnahmen zur vorbeugenden Verhütung von Krankheiten vor deren erstem Auftreten.
Prodrug
chemische Vorstufe eines Arzneimittels, die erst im Körper in die aktive Form umgewandelt wird.
Progredienz
auch Progression; Fortschreiten einer Erkrankung.
progressive multifokale Leukoenzephalopathie
Abk. PML; durch einen rasch fortschreitenden Verlust des Nervenmarks charakterisierte Erkrankung von Groß- und Kleinhirn; ursächlich ist eine Infektion mit JC-Virus, die v.a. im Zusammenhang mit einer
HIV-Infektion oder bei
Immunsuppression zu einem ausgeprägten Krankheitsbild führen kann und zu den opportunistischen Infektionen gezählt wird. Die Symptome sind je nach Lokalisation der Entmarkungsherde unterschiedlich; charakteristisch sind neben kognitiven Störungen (u.a. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, dementielle Störungen) v.a. Herdsymptome mit fokalen neurologischen Ausfällen (u.a. Lähmungen einzelner Nerven, Sprachdefizite, Sehverlust). Die
Diagnose beruht auf klinischen Zeichen, bildgebenden Verfahren (Kernspintomographie) und Liquoruntersuchung (Nachweis von JC-Virus durch
Polymerasekettenreaktion). Bei der Therapie steht eine wirksame antiretrovirale
Kombinationstherapie im Vordergrund mit dem Ziel, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern; eine gezielte antivirale Behandlung der JC-Virus-Infektion ist nicht möglich.
Proktitis
entzündliche Erkrankungen der Mastdarmschleimhaut.
Proktologe
Ärzte, die sich auf den Enddarmbereich spezialisiert haben
Prophylaxe
Maßnahmen zur vorbeugenden Verhütung von Krankheiten; vor deren erstem Auftreten als
Präexpositionsprophylaxe oder
Primärprophylaxe, nach Kontakt mit bestimmten äußeren Faktoren oder Krankheitserregern als
Postexpositionsprophylaxe oder zur Verhinderung eines Rezidivs als
Sekundärprophylaxe.
prospektive Studie
Bezeichnung für Studien, bei denen eine Fragestellung unter vorheriger Festlegung einer Hypothese untersucht wird mit dem Zweck, einen evtl. nur scheinbaren Wirkungszusammenhang verschiedener Faktoren auszuschließen.
Proteaseinhibitoren
auch Proteinaseinhibitoren, Proteasehemmer; Substanzen und Arzneimittel, die die Aktivität von
Proteasen hemmen; Verwendung als Arzneimittel in der antiviralen Therapie einer
HIV-Infektion und als experimentelle Medikamente in klinischen Studien bei chronischer
Hepatitis C.
Proteasen
auch Peptidasen; Enzyme, die
Proteine und
Peptide spalten; die
HIV-Protease spaltet virale Vorläufer- oder Präkursorproteine in Eiweisse für den Aufbau der Virusstruktur.
Proteine
Eiweisse; aus mehr als 100
Aminosäuren aufgebaute organische Verbindungen, die in den Zellen aller Organismen vorkommen; biochemisch wichtig u.a. als Bestandteile von Zellmembranen und als Enzyme, Hormone, Transport- oder Speicherproteine im gesamten Stoffwechsel.
Provirus
sog. Virusvorläufer; Bezeichnung für ein Virus, dessen Genom in die Wirtszelle integriert ist; ein latentes Verbleiben im Wirtsorganismus ist möglich. Vorkommen während des Replikationszyklus von
Retroviren.
Psoriasis
sog. Schuppenflechte; familiär gehäuft vorkommende Hautkrankheit mit weißlich schuppenden, entzündlichen, leicht erhabenen Hautveränderungen v.a. an Ellbogen, Knien, behaartem Kopf, Handtellern und Fußsohlen, evtl. auch an Schleimhäuten. Bei
HIV-Infektion häufigeres Vorkommen, oftmals stärkere Ausprägungen und (als sog. Seborrhiasis) gleichzeitiges Auftreten einer seborrhoischen Dermatitis.
Psyche
Gefühlsleben bzw. Erleben von Gefühlen; auch als Innen- oder Seelenleben bezeichnet
psychotische Störungen
Bezeichnung für psychische Störungen, für die das Auftreten von Halluzinationen und Wahnphänomenen charakteristisch ist. Vorkommen als sog. primäre
psychotische Störungen (z.B. Schizophrenie, wahnhafte Störungen), die unabhängig von einer
HIV-Infektion auftreten, sowie als organische psychotische Störungen bei einer HIV-Infektion im Rahmen körperlicher Erkrankungen oder Läsionen des Gehirns.
pulmonal
die Lunge (lat. pulmo) betreffend, zur Lunge gehörend.
pulmonale arterielle Hypertonie
Abk. PAH: durch Veränderungen von Lungengefäßen mit Blutdruckanstieg (Hypertonie) in der Pulmonalarterie gekennzeichnetes Krankheitsbild, in dessen Verlauf es zu einer vermehrten Druckbelastung des Herzens und einem sog. Rechtsherzversagen kommen kann. Ursache sind Verengungen oder Elastizitätsverluste der Lungengefäße; Vorkommen bei etwa 0,5% aller
HIV-Infektionen (unabhängig vom
Immunstatus) möglicherweise infolge einer vermehrten Produktion bestimmter
Zytokine. Als Symptom tritt eine Atemnot (Dyspnoe) bei körperlichen Anstrengungen oder (bei starker PAH) bereits in Ruhe auf. Behandlung durch allgemeine Maßnahmen (z.B. Diuretika) und medikamentöse Therapie des pulmonalen Hochdrucks (z.B. Kalziumantagonisten, Prostanoide, Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, Phosphodiesterasehemmer); eine
antiretrovirale Therapie kann zu einer Besserung der PAH führen.
Punktmutation
plötzlich auftretende Veränderungen im Erbgut mit Änderung einer einzigen Nukleinbase.
Pustel
sog. Eiterbläschen; kleine, mit weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gefüllte Hohlräume in Haut und Unterhaut.
Pyridoxin
Vitamin B6 mit wichtigen Stoffwechselfunktionen; ein Mangel kann v.a. bei Aufnahmestörungen, Fehlernährung und langfristiger Einnahme bestimmter Arzneimittel (z.B. Isoniazid) auftreten.