Glossar

  1. a
  2. b
  3. c
  4. d
  5. e
  6. f
  7. g
  8. h
  9. i
  10. j
  11. k
  12. l
  13. m
  14. n
  15. o
  16. p
  17. q
  18. r
  19. s
  20. t
  21. u
  22. v
  23. w
  24. x
  25. y
  26. z
  27. 0
  28. 1
  29. 2
  30. 3
  31. 4
  32. 5
  33. 6
  34. 7
  35. 8
  36. 9
  1. R
    1. R5-Viren

      Bezeichnung für HIV, das den Chemokinrezeptor CCR5 beim Eindringen in Zellen verwendet.
    2. R5X4-Viren

      Bezeichnung für HIV, das die Chemokinrezeptoren CXCR4 und CCR5 beim Eindringen in Zellen verwendet.
    3. randomisierte kontrollierte Studie

      Bezeichnung für klinische Studien, bei denen Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip der Therapie- oder Kontrollgruppe zugeordnet werden mit dem Ziel, systematische Verzerrungen (Bias) der Studienergebnisse zu vermeiden.
    4. Regulatorgen

      Gen, das die Biosynthese von Proteinen aktiviert bzw. deaktiviert.
    5. Reinfektion

      erneute Infektion mit demselben Krankheitserreger nach Ausheilung einer vorherigen Infektion; nicht selten als sog. Pingpong-Infektion bei sexuell übertragbaren Infektionen, bei denen keine Partnermitbehandlung durchgeführt wird.
    6. rekombinant

      Abk. r; bezeichnet gentechnologisch durch eine Umlagerung von Erbgut, Spaltung und Neuverknüpfung von Nukleinsäuren (Rekombination) hergestellte Substanzen oder Proteine.
    7. Rekombinasen

      Enzyme, die an der Spaltung und Neuverknüpfung (Rekombination) der Nukleinsäuren DNA oder RNA beteiligt sind; in Studien zur Therapie der HIV-Infektion wird die sog. Tre-Rekombinase untersucht, die provirale DNA (HIV-Provirus) aus dem Genom infizierter Körperzellen entfernen kann.
    8. Rektum

      Fachbezeichnung für Mastdarm, Enddarm.
    9. renal

      die Nieren (lat. ren) betreffend, zur Niere gehörend.
    10. Resistenz

      Widerstand(sfähigkeit); in der Medizin spricht man von R., wenn Medikamente ihre Wirkung gegen einen Erreger verloren haben
      Synonyme: Resistenzen
    11. Resistenz-lang

      wörtlich Widerstandsfähigkeit; 1. zusammenfassende Bezeichnung für (immunologische) Schutzmechanismen eines Organismus gegenüber bestimmten Krankheitserregern oder Giften; 2. Widerstandsfähigkeit von Krankheitserregern gegenüber Umwelteinflüssen, Chemotherapeutika und Arzneimitteln, z.B. bei Bakterien gegen Antibiotika oder bei Viren gegen antivirale Arzneimittel; unterschieden werden eine genotypische Resistenz mit Nachweis von Mutationen, die typischerweise zu einer verringerten Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Chemotherapeutika und Arzneimitteln führen sowie eine phänotypische Resistenz mit einem in Zellkulturen nachgewiesenen Wirksamkeitsverlust. Bei Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern ist die Übertragung resistenter Stämme oder Varianten grundsätzlich möglich; die Zahl der HIV-Neuinfektionen mit resistenten Viren ist regional unterschiedlich und liegt in Europa bei etwa 10%; bei einer Infektion mit primär resistentem HIV können die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt sein.
    12. Resistenzbildungen

      Entwicklung einer Widerstandsfähigkeit z. B. von HIV-Viren gegenüber HIV-Medikamenten
    13. Resistenztestung

      labormedizinische Verfahren, mit denen die Empfindlichkeit von Krankheitserregern gegenüber Umwelteinflüssen, Chemotherapeutika und Arzneimitteln untersucht wird; sie erfolgt bei Bakterien durch Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration von Antibiotika oder Chemotherapeutika, s. Antibiogramm. Bei der HIV-Resistenztestung können in einem genotypischen Resistenztest Mutationen im viralen Erbgut festgestellt werden, die typischerweise mit einer verringerten Empfindlichkeit gegen antiretrovirale Arzneimittel assoziiert sind; mit einem phänotypischen Resistenztest kann die Empfindlichkeit von HIV gegenüber einzelnen antiretroviralen Arzneimitteln (nicht aber Kombinationstherapien) bestimmt werden, dieses Verfahren ist jedoch zeitaufwendig und teuer; in der Praxis bewährt haben sich sog. virtuelle Phänotypisierungen, bei denen die Ergebnisse genotypischer Resistenztests mit in Datenbanken gespeicherten Ergebnissen abgeglichen werden, für die ein phänotypischer Resistenztest vorliegt; zur Beurteilung werden regelbasierte Interpretationssysteme (Algorithmen) herangezogen, die anhand der 50%igen Hemmkonzentration (IC50) Aussagen darüber erlauben, ob Arzneimittel noch wirksam sind (sog. klinische cut-offs oder Schwellenwerte). Bei einer Viruslast von weniger als 500-1000 Kopien/ml sind Resistenzen mit heutigen Verfahren häufig nicht nachweisbar; auch resistente Viren, die nur einen kleinen Anteil an der Gesamtviruslast ausmachen (sog. Minderheitenpopulationen), werden häufig nicht erfaßt.
    14. retrospektive Studie

      Bezeichnung für Studien, in denen eine Fragestellung anhand einer rückblickenden Auswertung untersucht wird mit dem Zweck, Hypothesen zu entwickeln oder sie anhand retrospektiver Daten zu stärken.
    15. Retroviren

      auch Retroviridae; Familie von RNA-Viren mit Hülle, nachweisbarer reverser Transkriptase und zwei identischen Einzelstrang-RNA-Genomen, die bei der Virusvermehrung in DNA zurück (retro, rückwärts) geschrieben werden; jedes Genom enthält die Gene gag, pol und env und zwei LTR-Regionen, die in der Reihenfolge 5´LTR-gag-pol-env-LTR 3´ angeordnet sind; weitere zusätzliche (akzessorische) Gene unterscheiden sich von Virus zu Virus. Die Familie der Retroviren umfaßt die Unterklassen Lentiviren, zu denen u.a. HIV und SIV gerechnet werden, Spumaviren und alle RNA-haltigen Onkoviren (u.a. HTLV I und II).
    16. reverse Transkriptase

      Abk. RT; Enzym von Retroviren, das im viralen Vermehrungszyklus RNA in DNA umschreibt und in menschlichen Zellen nicht vorkommt; daher wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt zur Hemmung der Virusvermehrung durch sog. Reverse-Transkriptase-Inhibitoren.
    17. Reverse-Transkriptase-Inhibitoren

      Abk. RTI; Substanzen und Arzneimittel, die eine Hemmung der reversen Transkriptase von HIV bewirken und zur antiretroviralen Kombinationstherapie verwendet werden; nach chemischen Eigenschaften werden Nukleosidanaloga (NRTI), Nicht-Nukleosidanaloga (NNRTI) und Nukleotidanaloga (NtRTI) unterschieden.
    18. Rezeptoren

      Strukturen an der Oberfläche von Zellen zur Erkennung, Bindung oder Aufnahme bestimmter Reize oder Substanzen.
    19. Rezidiv

      Rückfall; Wiederauftreten einer Krankheit nach vorausgeganger Abheilung.
    20. rezidivierend

      wiederkehrend, nach Abheilung erneut auftretend.
    21. Ribozyme

      synthetische Moleküle, die die HIV-RNA oder bestimmte Gene zerschneiden und inaktivieren.
    22. Risikofaktoren

      Faktoren, die zu einer besonderen Gesundheitsgefährdung oder Erkrankung führen; wie auch bei anderen Erkrankungen ist bei HIV-Infektion vielfach ein Zusammenwirken medizinischer und psychosozialer Faktoren anzunehmen.
    23. Risikogruppen

      Bezeichnung für bestimmte Gruppen, bei denen eine besondere Gefährdung für eine Erkrankung oder Infektion besteht, wobei von einem tatsächlich gegebenen Expositionsrisiko auszugehen ist; eine bloße Annahme oder Zuschreibung möglicher Risikofaktoren genügen nicht.
    24. Risikoverhalten

      Verhaltensformen, die die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Erkrankung erhöhen; als Verhaltensweisen, die mit einem Risiko für eine HIV-Infektion einhergehen, gelten v.a. ungeschützter Geschlechtsverkehr und gemeinsamer Nadelgebrauch bei Drogengebrauch.
    25. RNA

      Abk. für (engl.) ribonucleic acid; die Ribonukleinsäure übersetzt genetische Informationen der DNA im Rahmen der Biosynthese von Proteinen und Aminosäuren. Bei einigen Viren (u.a. Retroviren) ist die RNA Träger der genetischen Information.
    26. RNase H

      Enzym, das im Replikationszyklus von HIV die RNA aus dem bei der Transkription (Umschreibung) entstehenden RNA-DNA-Hybrid entfernt; Voraussetzung für die Integration von HIV-DNA in das Genom der Wirtszelle.