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  1. S
    1. SAE

      Abk. für (engl.) serious adverse event; ein schweres, unerwünschtes Ereignis bei Einnahme eines Arzneimittels oder eines in klinischen Studien befindlichen experimentellen Medikaments, das in einem zeitlichen, nicht aber notwendigerweise ursächlichen Zusammenhang mit der Einnahme beobachtet wird. Unterteilung nach Schwere der Symptome und Gefährdung in vier Schweregrade: Grad 1 minimal und vorübergehend; Grad 2 keine Einschränkung beruflicher Aktivitäten; Grad 3 Beeinträchtigungen von Aktivitäten des täglichen Lebens; Grad 4 intensive Behandlung erforderlich, lebensbedrohlicher Verlauf möglich. Von den SAE zu unterscheiden sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW).
    2. Safer Sex

      Englisch für „sichereren Sex“; in Abgrenzung zu „Safe Sex“ („sicherer Sex“) wird hier auf ein bestehendes Restrisiko hingewiesen (z. B. kaputtes Kondom); Regeln: bei Geschlechtsverkehr Kondome benutzen, kein Sperma in den Mund bekommen
    3. Safer Sex-lang

      wörtlich (engl.) sichereres Sexualverhalten; in den 1980er Jahren entstandene Bezeichnung für sexuelle Praktiken, bei denen eine Übertragung von HIV (und z.T. anderer sexuell übertragbarer Infektionen) sehr unwahrscheinlich ist; mit der Bezeichnung kommt zum Ausdruck, daß eine Risikoreduzierung möglich, eine vollständige Risikoausschaltung (Safe Sex) aber nur in Ausnahmefällen realistisch ist (z.B. ausschließliche Beschränkung auf Masturbation). Neben partnerschaftlicher Treue werden im Einzelnen empfohlen: 1. Vermeiden von Kontakten mit fremden Körperflüssigkeiten, insbesondere mit Sperma, Vaginalsekret und Blut; 2. bei penetrierenden Sexualkontakten (Analverkehr, Vaginalverkehr) Verwendung von Kondomen und geeigneten Gleitmitteln, bei Fistfucking Verwendung von Latexhandschuhen und geeigneten Gleitmitteln; 3. Verwendung eines Sexspielzeugs nur bei einer Person, danach Desinfektion. Küssen wird als risikolos betrachtet, Fellatio (ohne Verschlucken von Sperma) Ani- und Cunnilingus als sehr risikoarm in Bezug auf eine HIV-Infektion, nicht aber andere sexuell übertragbare Infektionen; bei Cunnilingus und Anilingus (sog. Rimming) bieten Latexfolien Schutz. Die Einhaltung der Regeln für Safer Sex wird u.a. begünstigt durch einen flächendeckenden, niedrigschwelligen Zugang zu Informations- und Präventionsangeboten und zunehmende sexuelle Erfahrung; sie wird u.a. beeinträchtigt durch psychische Krisen und situative Faktoren (z.B. Alkohol- oder Rauschmitteleinfluß, anonyme Sexualkontakte).
    4. Safer Sniffing

      wörtlich (engl.) sichereres Schnupfen; Bezeichnung für Praktiken der nasalen Applikation von Drogen, bei denen eine Übertragung von HIV und Hepatitis unwahrscheinlich ist und weitere Gesundheitsrisiken verringert werden; empfohlen werden die Vermeidung einer gemeinsamen Benutzung von Schnupfröhrchen durch mehrere Konsumenten, eine gründliche Reinigung der Nase vor Konsum und zur Vermeidung lokaler Folgeschäden eine sorgfältige Nasenpflege.
    5. Safer Use

      Englisch für „Sicherer Gebrauch“; Methode zur Verhinderung von Infektionen (z.B. HIV, Hepatitis C) beim Drogenkonsum; Regeln: Immer nur die eigene Spritze, den eigenen, sauberen Löffel und das eigene Feuerzeug benutzen; zum Aufkochen nur steriles Wasser nehmen und Filter nur einmal verwenden
    6. Salvage-Therapie

      von (engl.) retten; Bezeichnung für eine Behandlung, die nach einem Versagen von Standardtherapien und vorangegangenen Therapieversuchen evtl. unter Einsatz neuer Kombinationstherapien, noch nicht zugelassener Medikamente oder experimenteller Therapieformen erfolgt.
    7. Schleimhaut

      Schutzschicht; sorgt für Feuchtigkeit und ist wichtig für die Immunabwehr; befindet sich z. B. in Mund, Nase, Auge, Magen, Darm, Anus und den Geschlechtsorganen
      Synonyme: Schleimhäute
    8. Schmierinfektion

      Auch „Kontaktinfektion“; Bezeichnung für direkte Erregerübertragung zwischen Menschen (auch Tieren) und über Gegenstände (z. B. Sexspielzeug)
    9. Schnelltest

      Bezeichnung für labormedizinische Untersuchungsverfahren, bei denen Ergebnisse in kurzer Zeit (Minuten) vorliegen, z.B. Blutzuckerschnelltests. HIV-Schnelltests beruhen auf dem Prinzip des HIV-Antikörpertests mit Nachweis von Antikörpern in Blut, Speichel oder anderem Untersuchungsmaterial; sie verkürzen den Zeitraum zwischen Infektionszeitpunkt und Nachweis nicht. Positive Reaktionen müssen in jedem Fall durch einen Bestätigungstest überprüft werden. Einem sinnvollen Einsatz nach Beratung und Aufklärung z.B. in Situationen, in denen eine Postexpositionsprophylaxe erwogen wird oder es keine andere Testmöglichkeit gibt, steht das Risiko mißbräuchlicher Anwendungen gegenüber.
    10. Schnittentbindung

      (lat.) Sectio, sog. Kaiserschnitt; operative Entbindung zur Beendigung der Schwangerschaft durch chirurgische Eröffnung der Gebärmutter (Uterus) bei gesundheitlicher Gefährdung des Kindes oder der Mutter; bei mütterlicher HIV-Infektion Durchführung (in Verbindung mit einer antiretroviralen Therapie) zur Prophylaxe einer Mutter-Kind-Übertragung als sog. primäre Sectio vor Einsetzen der Wehen in Abhängigkeit von der Viruslast.
    11. Schweigepflicht

      Auch „Verschwiegenheitspflicht“; Bezeichnung für rechtlich verpflichtete Berufsgruppen (z. B. Ärzte), Informationen für sich zu behalten und nicht an andere weiterzugeben
    12. Schwerpunktarzt

      Ärzte, die sich auf die Behandlung von HIV spezialisiert haben
    13. Screening

      sog. Reihenuntersuchung; Durchführung diagnostischer Maßnahmen in der Gesamtbevölkerung oder bestimmten Gruppen mit dem Ziel, klinisch unauffällige Träger eines Merkmals (z.B. einer Stoffwechselstörung) bzw. asymptomatische Krankheitsträger (z.B. einer Tumorerkrankung) zu erkennen und zu behandeln. Dies ist prinzipiell auch für Infektionen und übertragbare Krankheiten möglich; ein Screening zum Infektionsschutz ist jedoch nur in Sonderfällen sinnvoll, z.B. von Blutspendern auf HIV-, Hepatitis- und andere Infektionen.
    14. Sekundärinfektion

      sog. Zweitinfektion als Ansteckung mit einem weiteren, anderen Krankheitserreger bei einer bereits bestehenden Infektion.
    15. Sekundärprophylaxe

      Maßnahmen zur Verhinderung des erneuten Auftretens einer Krankheit.
    16. Sensitivität

      bezeichnet die Wahrscheinlichkeit von Tests oder labormedizinischen Untersuchungsverfahren, einen tatsächlich vorliegenden Sachverhalt oder Erkrankungsfälle durch ein positives Testergebnis richtig zu erkennen. Die Sensitivität gibt z.B. beim HIV-Antikörpertest den Anteil der HIV-Infizierten an, bei denen tatsächlich eine Infektion vorliegt.
    17. Sentinel-Erhebungen

      epidemiologische Fachbezeichnung für stichprobenartige, nichtnamentliche Datenerhebungen in der Gesamtbevölkerung oder bestimmten Gruppen mit dem Ziel, die Verbreitung übertragbarer Krankheiten oder den Anteil der gegen eine Infektion nicht geschützten (nicht immunen) Personen zu erfassen; im Infektionsschutzgesetz vorgesehene Methode der Surveillance.
    18. Sepsis

      sog. Blutvergiftung; das Eindringen von Krankheitserregern (meist Bakterien, seltener Pilze, Parasiten oder andere Erreger) in die Blutbahn, verbunden mit einer Allgemeinreaktion des Körpers, hohem Fieber, Schüttelfrost und schweren Allgemeinsymptomen.
    19. serodiskordant

      bezeichnet unterschiedliche Befunde bei der Untersuchung des Serums von Paaren, i.e.S. den HIV-Antikörpernachweis bei nur einem Partner oder einem Zwilling.
    20. serokonkordant

      bezeichnet gleiche Befunde bei der Untersuchung des Serums von Paaren, i.e.S. den HIV-Antikörpernachweis bei beiden Partnern oder Zwillingen.
    21. Serokonversion

      das Auftreten von Antikörpern gegen ein Antigen (z.B. von Bakterien oder Viren) in einem zuvor für diese Antikörper negativen Serum; der entsprechende Nachweistest für diese Antikörper wird positiv. Während der Ausbildung einer Immunantwort gegen HIV kann es zu einer Serokonversionskrankheit mit allgemeinen Krankheitssymptomen kommen, s. akute HIV-Infektion.
    22. Serosorting

      (engl.) Bezeichnung für Auswahl von Sexualpartnern nach ihrem HIV-Status und Praktizierung von Sexualkontakten unter bewußtem Verzicht auf Safer Sex mit Personen desselben Serostatus.
    23. Sexuell übertragbare Infektionen

      Umgangssprachlich auch „Geschlechtskrankheiten“; Infektionen, die beim Sex übertragen werden können; sie erhöhen das Infektionsrisiko mit HIV
    24. SIV

      Abk. für (engl.) Simian Immunodeficiency Virus; Lentivirus aus der Familie der Retroviren, das bei Affen zu Infektionen und (selten) Immunschwäche führen kann. Mehrere Unterklassen werden unterschieden: SIV cpz (für engl. chimpanzee, Schimpanse), das eng verwandt mit HIV-1 ist; SIV sm (von engl. sooty mangabey, Mangabenaffen); SIV mac (von Rhesusmakaken), das eng mit HIV-2 verwandt ist; SIV gor (von Gorillas) mit Verwandtschaft zu HIV-1 O. SIV ist entwicklungsgeschichtlich Ursprungsvirus des humanen Immundefizienzvirus HIV; als mögliche Übertragungswege werden Blutkontakte im Zusammenhang mit Affenjagden in Afrika angenommen; der Zeitpunkt des Übergangs von SIV auf den Menschen wird auf vor 1930 datiert.
    25. Sniefen

      „Schnupfen“; Drogen über die Nase einnehmen
    26. Speed

      „Amphetamin“, „Alpha-Methylphenethylamin“, auch „Phenylisopropylamin“; eine synthetische stimulierende Droge; wirkt aufputschend, euphorisierend und kann aggressiv machen; es kann zu Kreislaufversagen, Herzversagen kommen; psychische Abhängigkeit möglich
    27. Spermienwäsche

      umgangssprachliche Bezeichnung für Verfahren der Spermienisolation und -aufbereitung mit dem Ziel, vitale und bewegliche, nicht mit HIV kontaminierte Spermien aus dem Ejakulat zu isolieren, die für eine assistierte Reproduktion (künstliche Befruchtung) verwendet werden können.
    28. Spermizide

      Fachbezeichnung für spermienabtötende Substanzen, die u.a. Bestandteil von Gleitmitteln und Scheidenzäpfchen sind und zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) verwendet werden, jedoch keinen Schutz vor einer HIV-Infektion bieten.
    29. Spezifität

      bezeichnet die Wahrscheinlichkeit von Tests oder labormedizinischen Untersuchungsverfahren, einen tatsächlich negativen Sachverhalt durch ein negatives Testergebnis richtig zu erkennen. Die Spezifität gibt z.B. beim HIV-Antikörpertest den Anteil derjenigen an, bei denen tatsächlich keine Infektion vorliegt.
    30. Sputum

      Fachbezeichnung für den sog. Auswurf aus Lunge und Bronchien; vermehrt bei Lungenerkrankungen oder Bronchitis. Untersuchungen erfolgen mikroskopisch und bakteriologisch, z.B. zum Nachweis von Bakterien oder Pilzen.
    31. STD

      Abk. für (engl.) sexually transmitted disease, sexuell übertragbare Krankheit infolge sexuell übertragbarer Infektionen.
    32. STI

      Abk. für (engl.) 1. structured treatment interruption, strukturierte Therapieunterbrechung, s. Therapiepausen; 2. sexually transmitted infection, sexuell übertragbare Infektionen.
    33. Stomatitis

      Fachbezeichnung für Mundschleimhautentzündung.
    34. strukturierte Therapieunterbrechung

      Therapiepausen.
    35. subfebril

      leicht erhöhte Körpertemperatur bis 38° C.
    36. subkutan

      Abk. s.c.; unter der Haut.
    37. Substitution

      Ersetzen; Heroin wird durch Medikament (z.B. Methadon) ersetzt, das ein Arzt verschreibt
    38. Substitutionstherapie

      therapeutische Gabe sog. Drogenersatzstoffe zur Behandlung einer Heroinabhängigkeit als Bestandteil eines umfassenden, physische, psychische und soziale Aspekte berücksichtigenden Therapiekonzepts; als Substitutionsmittel verwendet werden Arzneimittel, die Opioidrezeptoren des Gehirns besetzen und so das Verlangen nach Heroin stillen (v.a. Levomethadon, Buprenorphin/Naloxon). Eine Substitutionstherapie ist u.a. indiziert, wenn frühere Entzugsbehandlungen erfolglos verliefen, während einer Schwangerschaft oder bei Vorliegen schwerer Erkrankungen (u.a. HIV-Infektion, AIDS, Krebserkrankungen, chronische Hepatitis); rechtliche Grundlagen in Deutschland sind Betäubungsmittelgesetz und BtM-Verschreibungsverordnung; für die Durchführung sind die Leitlinien der Bundesärztekammer zur Substitutionstherapie Opiatabhängiger verbindlich; die Behandlung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
    39. Subunit-Impfstoff

      sog. Spaltvakzine; Impfstoffe, die für eine Immunantwort wichtige immunogene, nicht vermehrungsfähige Bestandteile (engl. subunits) eines Krankheitserregers enthalten.
    40. Suchtest

      Bezeichnung für Untersuchungsverfahren oder klinische Tests, die weitverbreitet zur Basisdiagnostik angewendet werden; im Rahmen der HIV-Diagnostik i.d.R. HIV-Antikörpertests. Suchtests sollen möglichst alle Infektionen erfassen; sie weisen eine hohe Sensitivität und eine relativ geringere Spezifität auf, falsch-positive Reaktionen sind daher möglich; reaktive Ergebnisse müssen in jedem Fall mit einem Bestätigungstest überprüft werden.
    41. Superinfektion

      auch Suprainfektion; erneute Infektion mit demselben Krankheitserreger bei bereits bestehender Infektion; bei HIV-Infektionen wurden Superinfektionen mit HIV vom selben und von anderen Subtypen beschrieben, wobei die klinische Bedeutung noch weitgehend unklar ist.
    42. supprimieren

      unterdrücken, hemmen, zurückdrängen.
    43. Surrogatmarker

      sog. Ersatzmarker; Meßwerte, die einen Zusammenhang mit pathologischen Veränderungen aufweisen und anstelle klinischer Endpunkte zur Beurteilung einer Krankheitsaktivität oder Wirksamkeit einer Therapie herangezogen werden; bei HIV-Infektion werden u.a. Viruslast und CD4-Zellzahl zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs verwendet, die Viruslast ist zudem Surrogatmarker für die Wirksamkeit einer antiretroviralen Therapie.
    44. Surveillance

      (engl.) Beobachtung, Überwachung; epidemiologische Fachbezeichnung für systematische und kontinuierliche Datenerfassung zu bestimmten Erkrankungen mit dem Ziel, ggf. Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens (z.B. Infektionsschutz) zu ermöglichen. Die HIV/AIDS-Surveillance wird in Deutschland vom Robert Koch-Institut in Kooperation mit den Gesundheitsämtern durchgeführt.
    45. symptomatisch

      bezeichnet das Vorhandensein von Krankheitszeichen oder Beschwerden; als symptomatische Therapie wird eine an den Symptomen einer Krankheit orientierte Behandlung bezeichnet.
    46. Syndrom

      Gruppe von Symptomen, Merkmalen oder Erkrankungen, die in ihrem gemeinsamen Auftreten typisch für ein bestimmtes Krankheitsbild sind.
    47. synergistisch

      zusammenwirkend, sich gegenseitig verstärkend.
    48. Syphilis

      Auch „Lues“ oder „harter Schanker“; verursacht durch Bakterien; leicht übertragbar; unbehandelt können schwere Folgeschäden auftreten; gut behandelbar bei rechtzeitiger Diagnose
    49. systemisch

      ein Organsystem oder den ganzen Körper betreffend.