Glossar

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  32. 5
  33. 6
  34. 7
  35. 8
  36. 9
  1. T
    1. T-Helferzellen

      Auch „CD4-Zellen“; spezielle Helferzellenform; u. a. Indikator für die Schädigung des Immunsystems durch HIV; wichtige Funktion bei der körpereigenen Abwehr
    2. T-Lymphozyten

      auch T-Zellen; im Thymus differenzierte Lymphozyten, die v.a. an der zellulären Immunantwort beteiligt sind und B-Lymphozyten zu einer Antikörperbildung stimulieren können; unterschieden werden u.a. Killerzellen, CD4- und CD8-Zellen sowie zytotoxische T-Lymphozyten.
    3. teratogen

      bezeichnet die Eigenschaft von Substanzen, Arzneimitteln oder physikalischen Faktoren, während der Schwangerschaft eine Schädigung oder Fehlbildung des ungeborenen Kindes zu verursachen.
    4. THC

      Abkürzung für „Tetrahydrocannabinol“; Wirkstoff, der in Haschisch und Marihuana („Gras“) vorkommt
    5. therapeutisches Drug-Monitoring

      Abk. TDM; sog. Medikamentenüberwachung während der Behandlung; Bestimmung der Konzentration von Arzneimitteln im Blut zur Dosisüberprüfung von Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite; bei antiretroviraler Therapie Bestimmung von Arzneimittelkonzentrationen im Plasma (Plasmaspiegelbestimmung) v.a. von Proteaseinhibitoren und NNRTIs; Anwendung u.a. bei möglichen Arzneimittelwechselwirkungen, dosisabhängigen unerwünschten Arzneimittelwirkungen oder Störungen der Arzneimittelverstoffwechselung (z.B. Resorptionsstörungen, ausgeprägte Leberfunktionsstörungen).
    6. therapieerfahren

      auch vorbehandelt; bezeichnet HIV-infizierte Menschen, die bereits mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelt wurden.
    7. therapienaiv

      nicht vorbehandelt; bezeichnet HIV-infizierte Menschen, die niemals mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelt wurden.
    8. Therapiepause

      Zeitlich begrenzte Unterbrechung einer (medizinischen) Behandlung; Folge bei HIV: Anstieg der HIV-Viren im Körper
    9. Therapiestudie

      Form der klinischen Studie mit dem Zweck, die Wirksamkeit eines bestimmten Behandlungsverfahrens zu untersuchen.
    10. Therapietreue

      Auch „Compliance“ (Englisch für „Fügsamkeit“, „Nachgiebigkeit“); Fähigkeit bzw. Bereitschaft von Patienten, ärztlichen Anweisungen und Therapievorgaben zu folgen
      Synonyme: Compliance
    11. Therapieversagen

      Nichterreichen eines Behandlungsziels mit eingesetzten medikamentösen (oder anderen) Behandlungsverfahren
    12. Thrombozytopenie

      auch Thrombopenie; Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten); Vorkommen u.a. als HIV-assoziierte Thrombozytopenie mit zunehmender Häufigkeit im Krankheitsverlauf, oft ohne klinische Symptome oder mit nur kleinen Blutungen an Schleimhäuten; ferner infolge chronischer Erkrankungen (z.B. Infektionen, Tumorerkrankungen), im Rahmen von Autoimmunreaktionen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkung.
    13. Totimpfstoff

      Impfstoff aus inaktivierten Krankheitserregern.
    14. toxisch

      giftig.
    15. Toxoplasmose

      Erkrankung durch Toxoplasma gondii (Protozoon); Vorkommen als Mononukleose-ähnliche Erkrankung mit Lymphknotenvergrößerung, bei Immunschwäche jedoch meist als intrazerebrale Toxoplasmose mit Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und schweren Allgemeinsymptomen, Krampfanfällen und Bewußtseinsstörungen, seltener als Toxoplasmose des Auges (Chorioretinitis) mit Sehstörungen oder -verlust. Therapie z.B. mit Sulfadiazin plus Pyrimethamin oder Clindamycin und Cotrimoxazol bzw. Pyrimethamin. Bei positivem oder steigendem Antikörpertiter und CD4-Zellzahl unter 100/µl werden eine Primärprophylaxe z.B. mit Cotrimoxazol bzw. nach abgeheilter Toxoplasmose eine Sekundärprophylaxe z.B. mit Sulfadiazin plus Pyrimethamin bis zu einer ausreichenden Immunrekonstitution empfohlen.
    16. Tranquilizer

      Auch „Benzodiazepine“; Psychopharmaka, die angstlösend und entspannend wirken
    17. Transaminasen

      Enzyme, die Amine (stickstoffhaltige Moleküle) übertragen; häufig als Kurzbezeichnung für die sog. Lebertransaminasen Alanin-Amino-Transferase und Aspartat-Amino-Transferase verwendet.
    18. Transkription

      Fachbezeichnung für die Umschreibung von DNA in RNA mittels des Enzyms Transkriptase; bei den RNA-haltigen Retroviren beginnt die Transkription mit der Umschreibung von RNA in DNA durch das Enzym reverse Transkriptase.
    19. Transmembranproteine

      Eiweißmoleküle, die eine Membran (z.B. Zellmembran) vollständig durchqueren; sie leiten extrazelluläre Signale in das Zellinnere weiter (z.B. Chemokinrezeptoren) oder transportieren Stoffe (z.B. Ionenkanäle oder Transporterproteine).
    20. Transmission

      Fachbezeichnung für Übertragung von Krankheitserregern und Infektionen, s. Übertragungswege.
    21. Trichomoniasis

      Entzündung der Blase, Harnröhre oder Scheide; verursacht durch Kleinstlebewesen („Geiseltierchen“); vor allem Frauen betroffen; gut behandelbar
    22. Triglyzeride

      Unterklasse von Fetten (Lipiden), die aus drei mit Glyzerin veresterten Fettsäuren bestehen; biochemisch wichtig v.a. als Energielieferanten im menschlichen Organismus. Bei fettreicher Ernährung, Fettstoffwechselstörungen, hormoneller Kontrazeption oder antiretroviraler Therapie einer HIV-Infektion können erhöhte Werte beobachtet werden; s. Hypertriglyzeridämie.
    23. Tripper

      Auch „Gonorrhoe“; verursacht durch Bakterien („Gonokokken“); Infektion der Schleimhäute (häufig der Harnröhre, aber auch Enddarm, Mund- und Rachenraum); sehr leicht übertragbar; gut behandelbar
    24. Tröpfcheninfektion

      Übertragung von Krankheitserregern durch kleine Tropfen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, z.B. von Grippeviren.
    25. Tropismus

      allgemeine Bezeichnung für gerichtete Bewegung von Viren, Organismen oder Zellen aufgrund verschiedener Reize; bei HIV werden unterschieden: R5-Viren oder sog. M-trope Viren, die CCR5 als Korezeptor bei der Bindung an CD4-Rezeptoren verwenden, X4-Viren oder sog. T-trope Viren, die CXCR4 als Korezeptor verwenden und R5X4-Viren oder sog. dual- oder gemischt-trope Viren, die sowohl CCR5 als auch CXCR4 verwenden können. Zu einem sog. Tropismus-Shift kommt es im Verlauf einer HIV-Infektion in etwa 50%; in der Frühphase werden (praktisch ausschließlich) R5-trope Viren nachgewiesen, in Spätphasen (insbesondere bei CD4-Zellzahlen unter 100/µl) zunehmend X4-Viren; ein Shift von R5 zu X4 kann auch unter antiretroviraler Therapie mit CCR5-Blockern beobachtet werden (Entwicklung einer sog. tropotypische Resistenz unter Selektionsdruck). In labormedizinischen Tropismustests können die Viren differenziert werden; verwendet werden phänotypische oder genotypische Verfahren, die jedoch z.T. erst bei einer Viruslast von >500-1000 Kopien/ml aussagekräftig sind und prozentual kleine Anteile von X4- oder R5X4-Viren an der Gesamtvirusmenge nicht sicher erfassen.
    26. Tuberkulose

      Abkürzung TBC, früher auch als Schwindsucht bezeichnet; eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die am häufigsten die Lunge befällt.
    27. Tuberkulose-lang

      Abk. Tbc, TB; Infektionskrankheit mit dem Bakterium Mycobacterium, beim Menschen i.d.R. mit Mycobacterium tuberculosis, Infektionen mit Mycobacterium bovis (Erreger der sog. Rindertuberkulose) sind möglich; abzugrenzen sind durch andere Mykobakterien hervorgerufene atypische Mykobakteriosen. Weltweites Vorkommen mit etwa 8 Millionen Neuerkrankungen jährlich; regionale Häufungen werden in der afrikanischen Subsahara-Region, Lateinamerika, Osteuropa und Teilen Asiens beobachtet; in Deutschland werden etwa 10.000 Erkrankungen jährlich registriert, die Tbc ist meldepflichtig. Bei der Verbreitung haben sozioökonomische (u.a. erhöhtes Infektionsrisiko bei Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum, schlechte Hygienebedingungen, mangelhafte medizinische Versorgung Erkrankter) und gesundheitliche Faktoren (höheres Erkrankungsrisiko bei HIV-Infektion) eine große Bedeutung; HIV/Tbc-Koinfektionen werden v.a. in Osteuropa, Zentralasien und der afrikanischen Subsahara-Region beobachtet. Hinweisende Symptome sind ein länger als 3 Wochen anhaltender Husten, Brustschmerzen, blutiger Auswurf, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust; der Verlauf ist u.a. abhängig vom Immunstatus; i.d.R. kommt es bei Immunkompetenz zu einer Lungenentzündung als offene (ansteckende) oder latente (nicht ansteckende) Lungentuberkulose, evtl. mit Bildung von Hohlräumen (Kavernen) oder Abkapselung der Erreger (Tuberkulom). Bei Reaktivierung einer früheren Tbc-Infektion (z.B. bei Immunschwäche, v.a. bei weniger als 100 CD4-Zellen/µl) ist eine Erregerausbreitung als sog. offene (ansteckende) oder latente (nicht ansteckende) extrapulmonale Tuberkulose oder Miliartuberkulose mit Herden im gesamten Körper, Lymphknotenbeteiligung, Leber- und Milzvergrößerung, Urogenitaltuberkulose, Hautherden und Hirnhautentzündung (tuberkulöse Meningitis) deutlich häufiger. Eine Tbc kann in jedem Stadium einer HIV-Infektion auftreten; im Rahmen eines Immunrekonstitutionssyndroms werden auf der Grundlage latenter Infektionen besonders schwere Verläufe beobachtet. Bei der Diagnose ist der klinische Verdacht wegweisend, gestützt auf Tuberkulin-Hauttest, Interferon-gamma-Release-Assays, Erregernachweis (Nachweis sog. säurefester Stäbchen im Sputum, Polymerasekettenreaktion) und mikrobiologische Untersuchungen (Erregeranzüchtung aus Sputum oder Gewebeproben, Resistenzbestimmung) sowie bildgebende Verfahren. Therapie als Kombinationstherapie mit zweimonatiger Initialtherapie i.d.R. mit vier Tuberkulostatika und anschließender viermonatiger Zweifachtherapie, bei HIV-Infektion evtl. längere Behandlungsdauer; eine inadäquate Behandlung ist Hauptursache für die Entstehung von multiresistenter Tbc. Prävention von Neuinfektionen durch Isolation und Behandlung von Patienten mit ansteckender (offener) Tbc, bis keine Infektionsgefahr mehr besteht; evtl. Primärprophylaxe bei positivem Hauttest und HIV/Tbc-Koinfektion mit Isoniazid (INH); die Effizienz einer Impfung wird kontrovers beurteilt, bei HIV-Infektion ist diese sog. BCG-Impfung (Lebendimpfstoff) in jedem Fall kontraindiziert.
    28. Tumor

      (lat.) Geschwulst; Fachbezeichnung für jede Form von Schwellung eines Gewebes, i.e.S. für alle gut- oder bösartigen Gewebeneubildungen.
    29. Tumor-Nekrose-Faktoren

      Abk. TNF; die v.a. von Makrophagen sezernierten multifunktionellen Botenstoffe (Zytokine) TNF-alpha und beta, die u.a. die Aktivität der an der Immunantwort beteiligten Zellen regulieren. Bei HIV-Infektion wird eine Korrelation von erhöhten Konzentrationen von TNF-alpha mit einer höheren Viruslast beobachtet; es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang mit Wasting-Syndrom und Tuberkulose. Therapeutisch wird versucht, erhöhte TNF-alpha-Konzentrationen z.B. durch Etanercept oder Pentoxifyllin zu verringern.