sog.
HIV-Kachexiesyndrom mit starkem Gewichtsverlust (mehr als 10% des Körpergewichts) und chronischen Durchfällen oder länger als 30 Tage anhaltender allgemeiner Schwäche und begleitendem kontinuierlichem Fieber; charakteristisch ist eine Abnahme der Körperzellmasse. Es wird eine multifaktorielle Genese mit reduzierter Nahrungsaufnahme (z.B. infolge von Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, Übelkeit), gastrointestinalen Störungen (z.B. entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut) und Stoffwechselstörungen (z.B. Protein- und
Fettstoffwechselstörungen) angenommen; mit der Einführung antiretroviraler Kombinationstherapien ist die Häufigkeit stark zurückgegangen. Diagnostisch müssen spezifische Ursachen (z.B.
opportunistische Infektionen, Tumorerkrankungen) ausgeschlossen werden. Therapeutisch steht eine
antiretrovirale Therapie im Vordergrund; neben einer psychologischen Betreuung und Ernährungsberatung werden appetitanregende Mittel und Ernährungstherapien (Zusatznahrung, ggf. Sondenernährung oder Infusionstherapie) angewendet; eine effektive Zunahme der Körperzellmasse kann durch anabole Steroide oder rekombinantes Wachstumshormon (Somatropin) erreicht werden.