Die gute alte „Blasenbroschüre“ aus dem Schwulenreferat der DAH erschien gegen Ende des letzten Jahrhunderts. Sie ist natürlich längst vergriffen, eine konzeptionelle Neuentwicklung war dringend notwendig, schließlich stehen die Nachfragen nach den „Risiken“ beim Blasen sowohl bei den Beratern als auch bei den Präventionsteams vor Ort an vorderster Stelle. Das Risiko, sich beim Blasen mit HIV zu infizieren, ist zwar extrem gering, die Unsicherheiten sind aber vielleicht gerade deshalb besonders groß. Gleichfalls gehört Blasen zu den beliebtesten sexuellen Praktiken sowohl mit dem primären als auch mit anderen Sexpartnern.
Bei der nun vorgelegten Neubearbeitung haben wir nicht nur die neuesten medizinischen Kenntnisse zum Thema berücksichtigt; wir greifen auch die Fragen auf, die in der Präventionsberatung mit schwulen und bisexuellen Männern immer wieder gestellt werden. Wir wollen dabei nicht nur Unsicherheiten abbauen, sondern auch eigene gesundheitliche Kompetenzen fördern: Was kann man tun, worauf sollte man achten, um Risiken eigenverantwortlich zu begegnen (z.B. „Mundgesundheit“, Umgang mit anderen sexuell-übertragbare Infektionen, Verbleib des Spermas etc.)? Gleichzeitig sollte in der Broschüre Lust und Spaß am Sex nicht zu kurz kommen.
Das Medium ist in einer szenenspezifischen Sprache verfasst; auf den Bildern von Norbert Benike werden, wie im Konzept vorgesehen, gängige settings aktualisiert, in denen geblasen wird. Wie ihr an der Anmutung der Broschüre sehen könnt, ist sie deutlich an das „look and feel“ der Bundeskampagne angelehnt. Ein Logo der Kampagne als Marke für „Schwule Gesundheit“ darf nicht fehlen. Auf der Rückseite ist wie immer genügend Platz für Eure eigenen Logos und Marken.
Das Konzept und der Text der Handreichung wurden einem Pretestverfahren unterzogen. Alle Rückmeldungen wurden bei der Weiterbearbeitung berücksichtigt.
Dieses Faltblatt ist ausschließlich zur Verwendung in der Vor-Ort-Arbeit in den schwulen Szenen geeignet oder zur Weitergabe in einem entsprechenden Beratungskontext!
Für Kritik und Anregungen zur Broschüre sind wir sehr dankbar!
Dr. Dirk Sander
