Kontexte von HIV-Neuinfektionen bei schwulen Männern

Die lebensweisenorientierte Beschäftigung mit den Kontexten von HIV-Neuinfektionen stellt eine wichtige Voraussetzung für das nicht-pathologisierende Verständnis von individuellem präventivem Handeln dar. In dieser vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Untersuchung wurden deshalb 30 narrative, leitfadengestützte biographische Interviews mit frisch HIV-infizierten Schwulen durchgeführt.

Die Untersuchungsgruppe kann im Hinblick auf das Alter, die Herkunft, die Bildungsabschlüsse und die Lebensstile der Befragten als heterogen bezeichnet werden. Im kontrastierenden Fallvergleich hat der Autor fünf Typen aus dem Material herausgearbeitet und zahlreiche Empfehlungen für die Prävention und Beratung erarbeitet. Die Kontexte, in denen Risikokontakte stattfinden, sind vielschichtig.

Kein einziges Interview verweist auf einen Infektionshintergrund, der durch intentional praktiziertes „barebacking“ bestimmt ist. Anhand der Ergebnisse lässt sich festhalten, dass ein kontinuierlicher Bedarf an einer Ausdifferenzierung von Präventionsansätzen nötig ist; diese müssen den unterschiedlichen Lebensstilen von schwulen und bisexuellen Männern gerecht werden. Deutlich wird auch, dass zielgruppenorientierte HIVPräventionskampagnen, ,die lediglich monothematisch den Kondomgebrauch betonen, als überholt betrachtet werden können.

Kontexte von HIV-Neuinfektionen bei schwulen Männern

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