Fachtag Pflege und Alter

Chancen und Herausforderungen für Aidshilfen in einer älter werdenden Gesellschaft

Statistisch gesehen haben immer mehr HIV-positive Menschen mit Pflegepersonen zu tun - und umgekehrt. Das liegt insbesondere an den verbesserten Therapiemöglichkeiten, wodurch Menschen mit HIV immer älter werden. Durch den zeitlich intensiven Kontakt zu ihren Patient_innen können Pflegende eine ganze Menge bewegen, was bspw. seelische Entlastung und Entstigmatisierung angeht. Leider machen viele Menschen mit HIV jedoch eine ganz andere Erfahrung. Obwohl eine Übertragung von HIV in der pflegerischen Tätigkeit bei Beachtung der allgemeinen Hygiene- und Arbeitssicherheitsregeln nahezu ausgeschlossen ist, haben immer noch viele Pflegende große Informationsdefizite und Berührungsängste im Umgang mit Menschen mit HIV. Daraus ergibt sich, dass der Pflegebereich ein wichtiges Aktionsfeld für die Aidshilfen ist aber auch, dass das Thema Alter immer mehr in den Vordergrund rückt.

Anlass zur intensiven Beschäftigung mit diesem Thema gibt uns eine aktuelle Reform der Pflegeausbildung. Der Inhalt der Pflegeausbildung wird komplett erneuert: eine Fachkommission hat gerade neue Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne herausgegeben. Dank Vorarbeiten von BISS und der DAH sind die Themen HIV, LGBTIQ* und Stigmatisierung Teil der Rahmenpläne.

Auf Basis dieser nationalen Rahmenpläne müssen bis 2020 von den Ländern Lehrpläne bzw. von den Pflegeschulen schulinterne Curricula erarbeitet werden. Hier entscheidet sich, in welchem Umfang und wie die genannten Themen in den Curricula eingearbeitet werden. Für Aidshilfen ergibt sich daraus jetzt die Chance, Einfluss auf die Ausgestaltung zu nehmen.

Wie können wir diese Chance nutzen? Der Fachtag „Pflege und Alter“ soll Antworten auf diese Frage geben. Gemeinsam mit Fachexpert_innen wollen wir erläutern, welchen Inhalt wir in den Curricula der Pflegeausbildungen platzieren wollen und wie sich Aidshilfen konkret einbringen können (Kooperation mit Pflegeschulen, Lobbyarbeit auf Landesebene, usw.).

In einem zweiten Schwerpunkt wollen wir uns anschauen, welche Herausforderungen die Arbeit mit älter werdenden Menschen mit HIV für die Aidshilfen darstellen. Welche strukturellen Barrieren gibt es, welche speziellen Bedarfe?  Wir wollen uns best practice Beispiele anschauen und Strategien für eine bessere zielgruppengerechte Versorgung und Betreuung entwickeln.

Veranstaltungs-Info

Termin 12.10.2019, 09:30 –
12.10.2019, 17:00
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Anmeldeschluss 20.09.2019
Ort Schwulenberatung, Berlin
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Zielgruppe Mitarbeiter/innen aus Aidshilfen und anderen Einrichtungen, Multiplikator/innen aus der Selbsthilfe, weitere Interessierte Menschen (z.B. aus dem Pflegebereich)
Voraus­setzung

keine

Leitung

Heike Gronski

Teilnehmer­zahl maximal 30
Teilnahme­gebühr keine
Fahrtkosten­erstattungJa (Bedingungen)
Anmelden bei Deutsche Aidshilfe
Rückfragen Heike Gronski, Eléonore Willems, 030 69 00 87 50
heike.gronski@dah.aidshilfe.de
eleonore.willems@dah.aidshilfe.de
Seminar­kennnummer 5H-41220