Fachtag „Stärker als die Zeit!“

Covid-19: Auswirkungen der Pandemie auf die zukünftige Aidshilfearbeit

Sexuelle Vielfalt und sexuelle Rechte sind schon immer zentrale Werte der Aidshilfearbeit. Die Orientierung an den Lebenswelten unserer Zielgruppen, der Einsatz für eine umfängliche Versorgung und für (gesellschaftliche) Solidarität stellen die Grundlagen für die Arbeit der Aidshilfen und eine gelingende HIV Prävention dar.

Gerade auch die letzten Monate haben gezeigt, dass diese Ausrichtung richtig und notwendig ist. Denn die Corona-Epidemie hat die Arbeit der Aidshilfen vor große Herausforderungen gestellt. Die sexuelle Selbstbestimmung hat aufgrund der Kontaktbeschränkungen schwere Einbußen erlebt. Viele Orte der Prävention („Safe Spaces“) sind weiterhin geschlossen bzw. können nur unter „Hygienebedingungen“ aufgesucht werden. Vereinzelt wurde versucht, die Pandemie zu nutzen um eine vorhandene restriktive Sexualmoral neu zu etablieren (Sexarbeit; PrEP-Versorgung).

Gleichzeitig hat die Aidshilfe eine rasante Digitalisierung erlebt. Neue Methoden und Formen der Zusammenarbeit wurden erprobt und werden sicher auch in postpandemischen Zeiten weitergeführt und -entwickelt.

Auf diesem Hintergrund wollen wir uns auf dem Fachtag mit folgenden Fragen beschäftigen:

  1. Welche Auswirkungen hat die Zumutung des „social distancing“ auf die (schwule) Sexualität? Welche lustfreundlichen Safer-Sex-Botschaften können noch gesendet werden?
  2. Welche neuen Formen des (digitalen) Austauschs und der Vernetzung haben sich bewährt?
  3. Welches Moralisierungs- und Stigmatisierungspotential hat die Epidemie?
  4. Wie kann in der (Primär-)Prävention mit dem erzwungenen physischen Abstand noch gearbeitet werden?
  5. Können online-Communities ein Ersatz für analoge Vergemeinschaftungen sein (Selbsthilfe; CO-Gruppe)? Gibt es gute Beispiele?
  6. Lebenswelten: Welche (neuen) Unterstützungsbedarfe sind bei unseren Zielgruppen entstanden?
  7. Braucht es eine Neuausrichtung und einen Ausbau unserer digitalen Beratungsangebote? (Online-Beratung; Live-Chat)

Veranstaltungs-Info

Termin 13.11.2020, 13:00 –
14.11.2020, 13:00
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Anmeldeschluss 11.10.2020
Ort Tagungszentrum Kulturbahnhof Kassel, Franz-Ulrich-Str. 6, 344117 Kassel
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Zielgruppe Multiplikator_innen aus der Selbsthilfe, Mitarbeiter_innen aus Aidshilfen und anderen Einrichtungen
Voraus­setzung

Mitarbeit in einer Mitgliedsorganisation der Deutschen Aidshilfe

Leitung

Dr. Dirk Sander

Teilnehmer­zahl 80
Teilnahme­gebühr keine
Fahrtkosten­erstattungJa (Bedingungen)
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Rückfragen Simon Herchenbach, 030 / 69 00 87 - 41
simon.herchenbach@dah.aidshilfe.de
Seminar­kennnummer 5S-50780

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