Reden über Sexualität in schwulen und queeren Jugendgruppen

Fortbildung für zielgruppenspezifische Arbeit

Die pädagogische Thematisierung von Sexualität kann in der Jugendarbeit ziemlich herausfordernd sein. Unter anderem findet sie heute vor dem Hintergrund der Vervielfältigung sexueller und geschlechtlicher Konzeptionen und Identitäten statt, gleichzeitig verschärft sich teilweise das gesellschaftliche Klima gegenüber sexuellen Minderheiten.

Sexuelle Bildungsarbeit ist Präventionsarbeit und leistet einen Beitrag zur Förderung sexueller Gesundheit, ihre Kampagnen und Angebote stehen für „sexpositive“, lustbejahende Botschaften, sie akzeptieren unterschiedliche Lebensstile und sexuelle Vorlieben und unterstützen ein selbstbestimmtes Sexualleben wie auch die jeweiligen Risikoeinschätzungen darin. Die Aidshilfe-Arbeit adressiert hierbei nicht nur, aber vor allem auch schwule Männer.

Die pädagogischen Angebote und das Reden über Sexualität finden heute vor allem in queeren Jugendgruppen statt, die bei weitem nicht nur, aber auch von jungen Schwulen besucht werden. Für die unterschiedlichen Jugendlichen sind dabei spezifische, sexualitätsbezogene Fragestellungen, psychosexuelle Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben von Bedeutung.

Aus der queeren Jugendarbeit wird vereinzelt auch Skepsis und Ablehnung gegenüber der Thematisierung von Sexualität und als „sexualisiert“ geltender Präventionskampagnen geäußert. Die Auseinandersetzung mit Sexualität scheint dann lediglich mit Gefahr oder Bedrohung einherzugehen. Zugleich verdeutlicht sich in der Zurückhaltung gegenüber dem Thema Sexualität auch das naheliegende und wichtige Bedürfnis nach Schutz und Grenzwahrung.

Es besteht also Anlass genug, (schwule) Präventionsarbeit und sexuelle Bildungsangebote im Kontext queerer Jugendarbeit sexualpädagogisch zu reflektieren. Im Wochenend-Seminar wird ein Einstieg in die Sexualpädagogik und in ihr Potenzial für schwule und queere Jugendarbeit geboten. Dabei werden die Teilnehmer*innen ihre haupt- und ehrenamtliche Arbeit reflektieren können, kurze Inputs erhalten, Methoden kennenlernen und sich zu zielgruppengerechten Möglichkeiten zur Thematisierung von Sexualität austauschen können. Ziel ist es aus dem Wochenende gestärkt und motiviert heraus zu gehen, um in pädagogischen Settings der schwulen und queeren Jugendarbeit, Angebote zum Reden über Sexualität zu gestalten.

Die Fahrtkosten sowie die Kosten für Unterbringung un Verpflegung werden von der Deutschen Aidshilfe getragen.

Selbstverständlich werden wir das Seminar unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen durchführen.

Veranstaltungs-Info

Termin 16.10.2020, 17:00 –
18.10.2020, 13:00
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Anmeldeschluss 20.08.2020
Ort Jugendherberge Aachen, Maria-Theresia-Allee 260, 552074 Aachen
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Zielgruppe Haupt- und ehrenamtliche Leitende von schwulen/queeren (Jugend-)Gruppen, Multiplikator_innen aus der LSTBIQ-(Jugend-)Arbeit, Coming-Out-Gruppenleitende
Voraus­setzung

keine

Leitung

Marco Kammholz; Referenten: Jann Schweitzer & Alexander Hahne

Teilnehmer­zahl maximal 20
Teilnahme­gebühr keine
Fahrtkosten­erstattungJa (Bedingungen)
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Rückfragen Simon Herchenbach, 030 / 69 00 87 - 41
simon.herchenbach@dah.aidshilfe.de
Seminar­kennnummer 4S-50460

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