Schwule Sexualität in Zeiten der Covid-19-Pandemie

Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben

Der neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hat das soziale Miteinander, die individuelle Lebensführung und die öffentliche Gesundheitsfürsorge in kurzer Zeit radikal verändert. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis der Körper zueinander und die Verhinderung einer massiven Ausbreitung von Covid-19-Erkrankungen. Folgenreich sind diese Entwicklungen insbesondere auch für die Sexualität fast aller Menschen und auch für die Lebenssituation sexueller und geschlechtlicher Minderheiten.

Viele schwule, bisexuelle und queere Männer erleben derzeit nicht nur die Bedrohung durch eine Ansteckung mit Covid-19 und einem schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf, sondern sie sind auch in ihrer sexuellen Lebensführung, ihren Beziehungsmodellen, ihrem Szene- und Freizeitverhalten massiv eingeschränkt. Isolation, Einsamkeit und Zukunftsängste beherrschen im Moment den Alltag vieler schwuler Männer und nehmen Einfluss auf ihre psychische Gesundheit. Nicht zuletzt ringen sie – wie derzeit alle Menschen – um das in präventivem Sinne „richtige“ Sozialverhalten und – insbesondere im Fall von Schwulen – um das „richtige“ Sexualverhalten. Die derzeitigen Debatten um Sex, Prävention und Moral erinnern dabei an die während der Aidskrise (und darüber hinaus) intensiv verhandelte Frage des Umgangs mit sexuellen Bedürfnissen, Leidenschaft und Schutz in Zeiten einer Pandemie.

Wie geht es also schwulen, bisexuellen und queeren Männern in der Coronakrise und wie gehen sie mit den derzeitigen Einschränkungen und Belastungen um? Welche Auswirkungen hat die momentane Situation auf ihre Sexualität und die Befriedigung sexueller Bedürfnisse? Und nicht zuletzt: Welche Haltung gegenüber schwuler Sexualität und Risikoverhalten/abwägung nehmen ehren- und hauptamtliche Multiplikator*innen in Zeiten der Covid-19-Pandemie ein? Und was wären zielgruppenadäquate und situationsangemessene Botschaften in Bezug auf Corona und Sexualität?

Im Seminar soll gemeinsam mit Ehren- und Hauptamtlichen aus der LSBTIQ-Angebotslandschaft und aus der Präventionslandschaft, interessierten schwulen, bisexuellen und queeren Männern sowie Aktivisten und Multiplikatoren ein (pädagogisch konzeptionierter) Anfang gemacht werden für die Diskussion um die Folgen der Coronakrise für schwule, bisexuelle und queere Männer.

Selbstverständlich werden wir das Seminar unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen durchführen.

Das Seminar findet in einem Tagungshaus in Kleve statt. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden von der Deutschen Aidshilfe getragen. Die Unterbringung erfolgt in Einzelzimmern.

Veranstaltungs-Info

Termin 06.11.2020, 17:00 –
08.11.2020, 13:00
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Anmeldeschluss 05.08.2020
Ort Tagungshotel Schloss Gnadenthal, Gnadenthal 8, 47533 Kleve
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Zielgruppe Haupt- und Ehrenamtliche in der Vor-Ort-Arbeit in Schwulenszenen, Schwulenaktivisten sowie interessierte schwule, bisexuelle und queere Männer
Voraus­setzung

Keine

Leitung

Marco Kammholz, Marcel Dams

Teilnehmer­zahl max. 20
Teilnahme­gebühr keine
Fahrtkosten­erstattungJa (Bedingungen)
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Rückfragen Simon Herchenbach, 030 / 69 00 87 - 41
simon.herchenbach@dah.aidshilfe.de
Seminar­kennnummer 5S-50760

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