FAQ PrEP

Auf unserer Themenseite gibt es alle umfassenden Informationen zur HIV-PrEP.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen:

PrEP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe, übersetzt etwa „Vor-Risiko-Vorsorge“. Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament vorbeugend ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. In den meisten Studien wurde das Kombinationspräparat Truvada® verwendet.

Die PrEP wird manchmal verwechselt mit der PEP (Postexpositionsprophylaxe). Bei der PEP nimmt man kurz nach einem HIV-Risiko Medikamente ein, um eine Infektion noch zu verhindern.

2. Wie funktioniert die PrEP?

Die HIV-PrEP enthält zwei Wirkstoffe, die HIV an der Vermehrung in den Körperzellen hindern. Gelangt das Virus beim Sex ohne Kondom in die Zellen von Schleimhäuten, kann es sich dort nicht vermehren. Auf diese Weise kann eine HIV-Infektion verhindert werden, man bleibt HIV-negativ.

3. Wie sicher schützt die PrEP?

Bei richtiger Anwendung schützt die PrEP so gut vor HIV wie Kondome und Schutz durch Therapie

In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur eine Handvoll solcher Fälle bekannt geworden.

4. Wie wird eine PrEP eingenommen?

Es gibt zwei Formen: Bei einer dauerhaften PrEP nimmt man täglich eine Tablette ein.  Bei einer anlassbezogenen PrEP nimmt man das Medikament nur einige Tage ein, zum Beispiel anlässlich einer Sexparty. Man beginnt mit zwei Tabletten am Tag bzw. spätestens zwei Stunden vor dem Sex, nimmt dann eine Tablette täglich und setzt die Einnahme nach dem letzten Sex noch zwei Tage fort. Die Wirksamkeit der anlassbezogenen PrEP ist nur bei Analverkehr erwiesen. Sie wird nicht bei Vaginalverkehr empfohlen. (Weitere Infos zum Einnahmeschema)

Ärztliche Begleituntersuchungen und regelmäßige HIV-Tests sind bei beiden Einnahmevarianten unbedingt erforderlich (weitere Infos).

5. Wozu regelmäßige HIV-Tests?

Wenn die PrEP nicht richtig durchgeführt wird, kann es zu einer HIV-Infektion kommen. Wird die Infektion dann nicht schnell festgestellt, kann HIV gegen das PrEP-Medikament resistent (unempfindlich) werden. Das Medikament kann dann zur Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr eingesetzt werden. Wichtig ist daher, unmittelbar vor dem Start der PrEP, vier Wochen nach Beginn der PrEP sowie im weiteren Verlauf mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchführen zu lassen.

6. Wie komme ich an die PrEP und wer zahlt dafür?

Ärzt_innen können das Medikament verschreiben, wenn sie zuvor das Schulungsmaterial dazu vom jeweiligen Hersteller bekommen haben, allerdings derzeit nur auf Privatrezept.

Im Juli 2018 hat Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass die Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Beratung, die medizinische PrEP-Begleitung und die PrEP-Medikamente übernehmen werden. Bis zur Umsetzung gilt:

Nutzer_innen müssen die Medikamentenkosten selbst tragen. 

Seit Oktober 2017 gibt es die Möglichkeit, die PrEP für rund 40 Euro pro 28 Tabletten in ausgewählten Apotheken in mehreren deutschen Städten zu bekommen (weitere Infos).

Weitere PrEP-Medikamente sind ab etwa 50 Euro für eine Monatspackung in jeder Apotheke in Deutschland zu bekommen.

Andere Wege, sich Truvada oder Generika für die PrEP zu besorgen (z. B. im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt), können mit Risiken verbunden sein.

Ob die PrEP für einen selbst in Frage kommt, sollte man mit einem_r auf HIV spezialisierten Ärzt_in besprechen. Von Selbstversuchen raten wir dringend ab, denn ohne ärztlichen Rat und Begleituntersuchungen birgt die PrEP erhebliche Risiken.