TripApp zur Schadensminimierung für Drogenkosument_innen gestartet

Die von Aktivist_innen entwickelte EU-weite App TripApp sammelt Daten von Drugchecking-Einrichtungen und User_innen, warnt in Echtzeit vor gefährlichen Drogenchargen und informiert über Hilfsangebote.

Hohe Wirkstoffdosierungen, gefährliche Streckmittel und Zusatzstoffe bei Drogen führen häufig zu lebensgefährlichen Überdosierungen und unerwarteten Wechselwirkungen.

Etwa 9000 Menschen sterben laut der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht allein in der EU jedes Jahr an einer Überdosis. Zehntausende müssen in Krankenhäusern notfallbehandelt werden.

Die neue mobile App TripApp hilft Konsument_innen von Opioiden und psychoaktiven Substanzen wie Ecstasy und MDMA, solche Situationen zu vermeiden.

Die von Aktivist_innen konzipierte und durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Kommission mitfinanzierte Anwendung ist nun als iOs- und Android-Version in 15 Sprachen verfügbar.

TrippApp: Mobile Schadensminimierung von User_innen für User_innen

„TripApp markiert ein Umdenken in der Unterstützung von Drogengebraucher_innen: Weg vom sinnlosen Verbotsansatz, hin zu einer glaubwürdigen Information“, sagt Rüdiger Schmolke.

Er ist Vorstandsmitglied von akzept, dem Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, und von °SONICS°, dem Safer Nightlife Bundesverband, der sich für das deutsche Netzwerk der Safer-Nightlife-Organisationen an der Entwicklung der App beteiligt hat.

Neben diesen beiden Organisationen hat auch der JES-Bundesverband das Projekt in Deutschland wesentlich unterstützt.

Für JES-Vorstandsmitglied Claudia Schieren ist die TripApp ein gutes Beispiel dafür, „wie Monitoring und Datensammlung direkt mit praxisnahen Informationen für User_innen verknüpft werden können“.

Die Anoymität der App-Nutzer_innen bleibt dabei jederzeit gewahrt, Daten wie etwa zum genutzten Mobiltelefon oder Standort werden nicht gespeichert.

Substanzwarnungen fast in Echtzeit

Während in Deutschland das erste Drugchecking-Projekt in Berlin immer noch nicht an den Start gegangen ist, können in verschiedenen anderen europäischen Ländern bereits Substanzproben an solche Einrichtungen zur Prüfung übergeben werden.

Diese Informationen werden vom Transeuropäischen Drogeninformationsprojekt T.E.D.I gesammelt und dann über die TripApp-Datenbank den Nutzer_innen verfügbar gemacht. Auch User_innen können Ergebnisse von Drogentests einreichen.

Die TripApp informierte darüber hinaus über Angebote der Drogenberatung und Drogenhilfe in 17 europäischen Ländern, über die Drogengesetze in 30 europäischen Ländern sowie über Möglichkeiten, Risiken beim Substanzkonsum zu verringern.

(ascho)

Weitere Informationen:

Webseite zur TripApp mit kostenloser Downloadmöglichkeit der Installationssoftware: http://tripapp.org/

Infovideo zur TripApp auf Youtube (auf Englisch mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen): https://www.youtube.com/watch?v=RTRQBMBQpAE