Pharmakonzern Gilead weitet Lizenz zur Herstellung günstiger HIV-Medikamente aus

13.07.2011 - 18:49
Der Pharmakonzern Gilead hat am 12. Juli bekanntgegeben, dass drei derzeit noch in der Entwicklung befindliche HIV-Medikamente nach ihrer Zulassung als Generika produziert werden dürfen.
Medikamente
Millionen Menschen sind auf günstige HIV-Medikamente angewiesen (Foto: Segovax/pixelio.de)

Entsprechende Lizenzverträge schloss Gilead nach eigenen Angaben sowohl mit seinen indischen Partnern als auch mit dem „Medicines Patent Pool“ der Geber-Initiative UNITAID. Ziel ist es, die neuen Medikamente ohne Verzögerung auch für Entwicklungsländer zugänglich zu machen.

Der Patent-Pool erhält darüber hinaus das Recht, Lizenzen für günstige Nachahmerpräparate der bereits auf dem Markt befindlichen HIV-Medikamente Tenofovir (das auch gegen Hepatitis B wirkt) und Emtricitabin zu vergeben. Gilead bekommt nach Angaben der „International Business Times“ drei Prozent Lizenzgebühren auf Tenofovir-Generika und fünf Prozent auf Generika der anderen Medikamente.

UNAIDS-Direktor Michel Sidibé begrüßte die Einigung zwischen Gilead und dem Patent-Pool. Er hoffe, dass andere Pharmafirmen dem Schritt folgen, sagte Sidibé in einer Pressemitteilung. Auf diese Weise könnten die Fortschritte der HIV-Behandlung rascher jenen zugänglich gemacht werden, die sie am dringendsten brauchen. Eine Sprecherin des Patent-Pools sagte der „International Business Times“, man verhandle derzeit auch mit anderen Herstellern von HIV-Medikamenten.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen würdigte das Abkommen als Verbesserung, kritisierte aber, dass einige Länder mit mittleren Durchschnittseinkommen ausgeschlossen seien. Man hoffe, dass die Regierungen solcher Länder „alle Maßnahmen“ – einschließlich Zwangslizenzen – ergreifen, um den Zugang zu HIV-Medikamenten zu verbessern.

 

hs/Kim Winkler

 

Quellen/weitere Informationen (alle in englischer Sprache)

Gilead-Pressemitteilung vom 12.07.2011

Bericht der „International Business Time“ vom 12.07.2011

UNAIDS-Pressemitteilung vom 12.07.2011

Pressemitteilung von „Ärzte ohne Grenzen“ vom 12.07.2011

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