HIV-Selbsthilfegruppen

Hier geben wir einen Überblick über bundesweite Zusammenschlüsse der Selbsthilfe in Deutschland. Diese Netzwerke informieren auch gerne über Angebote vor Ort.


Netzwerk der Angehörigen von Menschen mit HIV/Aids

Viele Familienangehörige, Partner und Freunde von Menschen mit HIV machen sich Sorgen um ihren Angehörigen. Egal, ob man mehr oder weniger Probleme mit dieser Situation hat: Vieles wird leichter, wenn man mit Menschen darüber sprechen kann, die sich in der gleichen Situation befinden.

Das Netzwerk der Angehörigen ist ein Zusammenschluss von Eltern, Kindern, Geschwistern, Partnerinnen und Partnern, Freundinnen und Freunden sowie Hinterbliebenen. Das Netzwerk unterstützt alle Menschen, die sich HIV-Infizierten zugehörig fühlen.

Die Aktivitäten im Überblick:

  • Kontakt mit anderen Zugehörigen
  • Erfahrungsaustausch über die individuelle Lebenssituation
  • Unterstützung in Krisen
  • regionale Infotage zu medizinischen und psychosozialen Themen sowie zu Fragen der sozialen Sicherung
  • Vermittlung von Seminaren, Workshops, Beratungsstellen, Informationsmaterial
  • Unterstützung bei der Gründung regionaler Gruppen
  • Unterstützung bei der Antwort auf die Frage: "Wer soll es wissen?"

http://www.angehoerige.org


Jung und positiv

Viele junge Menschen mit HIV erleben ihre Lebenssituation anders als diejenigen über 30. Sie befinden sich zum Beispiel in der Ausbildung, leben bei ihren Eltern oder loten noch aus, was sie aus ihrem Leben machen wollen.

Das Netzwerk „Jung und Positiv“ versteht sich als offenes Angebot von und für junge positive Frauen und Männer, die Lust haben sich kennenzulernen und miteinander etwas zu unternehmen.

Im Vordergrund stehen dabei der Erfahrungsaustausch und Tipps zu einem selbstbewussten Umgang mit der HIV-Infektion.

Themen der regelmäßigen Treffen sind unter anderem:

  • Lebenslust und HIV
  • Partnerschaft und positive Sexualität
  • Medizinische Aspekte (Blutwerte, Kombinationstherapien und so weiter)
  • Ausbildung, Job, Uni, Zukunft
  • Träume
  • „Das Leben als Experiment“

Neben regelmäßigen Treffen und Freizeitangeboten in verschiedenen Städten bietet das Netzwerk auch überregionale Veranstaltungen (z.B. Seminare ) an.

Mehr Informationen unter www.twentypluspos.de


Netzwerk Frauen und Aids

Das Netzwerk „Frauen und Aids“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss. Es versteht sich als Interessenvertretung von Frauen mit HIV und Frauen, die sich im Bereich HIV/Aids engagieren oder arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel Mitarbeiterinnen von Selbsthilfegruppen, Institutionen und Behörden sowie Wissenschaftlerinnen und Ehrenamtlerinnen. Mitmachen können Frauen mit und ohne HIV.

Das Netzwerk sammelt und verbreitet Informationen und bietet persönliche und politische Unterstützung. Die Aktivitäten im Überblick:

  • DHIVA - die Netzwerkzeitschrift
  • Seminare
  • Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen (Öffentlichkeitsarbeit, Drogen, Lesben, Recht, Medizin, Prävention)
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Lifeboat - "Mutterschaft und HIV"  (internationales Medienprojekt)

Neue Arbeitsgruppen entstehen nach Bedarf bei den Netzwerktreffen  oder werden von den Frauen angeregt.

Mehr Informationen unter: http://www.netzwerkfrauenundaids.de/


JES –Selbsthilfenetzwerk für Junkies, Ehemalige und Substituierte

Das bundesweite JES-Netzwerk greift die Interessen und Bedürfnisse Drogen gebrauchender und substituierter Menschen auf und bietet Hilfe zur Selbsthilfe an.

Unter dem Motto "Für ein menschenwürdiges Leben mit Drogen"  möchte JES außerdem zu gesellschaftlichen Bedingungen beitragen, in denen Drogengebraucher würdig leben können – ohne Strafverfolgung, Ausgrenzung, Stigmatisierung und zusätzliche Gesundheitsrisiken.

  • Lokale Gruppen  setzen sich vor Ort für die Interessen Drogen gebrauchender Menschen ein und bieten teilweise auch praktische Unterstützung an.
  • Gruppenzusammenschlüsse in den Regionen ermöglichen Erfahrungsaustausch, Unterstützung und eine gemeinsame Interessenvertretung.
  • Auf Bundesebene bündelt JES die Erfahrungen aus den Regionen, initiiert und begleitet Meinungsbildungsprozesse und organisiert Aktionen, Veranstaltungen und Seminare.

Der JES-Bundesverband vertritt die Interessen von Drogengebrauchern und Substituierten auch gegenüber drogen- und sozialpolitischen Fachverbänden und der Politik.

Weitere Informationen: http://jes.aidshilfe.de/index.php


Netzwerk plus

Das bundesweite Netzwerk der Menschen mit HIV/Aids ist ein selbstständiger Zusammenschluss von HIV-positiven engagierten Männern und Frauen, unabhängig davon, aus welcher Betroffenengruppe sie stammen.

Unter dem Motto „Wir sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung!“ bietet das Netzwerk einen Rahmen, in dem Menschen mit HIV/Aids ihre Interessen selbst vertreten können. Die Arbeit des Netzwerks orientiert sich an den Prinzipien der Selbsthilfe: Solidarität, Transparenz, Gleichberechtigung und Respekt vor den universell gültigen Menschenrechten.

Die Aktivitäten im Überblick:

  • Bei Netzwerktreffen  kommen die Mitglieder des Netzwerkes persönlich zusammen.
  • Das Netzwerk veranstaltet verschiedene Seminare .
  • Der Konrad Lutz Preis  ist ein Kunst-Wettbewerb für Menschen mit HIV und Aids.
  • Das Netzwerk ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen AIDS

Weitere Informationen: http://netzwerkplus.eu


Afro-Leben+

Afro-Leben+ ist das bundesweite Selbsthilfenetzwerk der HIV-positiven  Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Es setzt sich für eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse ein und unterstützt sie direkt als Ansprechpartner. Außerdem möchte das Netzwerk zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen, in dem Menschen mit HIV nicht mehr stigmatisiert werden.

Die Aktivitäten im Überblick:

  • Beratung nach einem positiven Testergebnis
  • Präventionsarbeit in den Migranten-Communities
  • Förderung persönlicher und kollektiver Selbsthilfe, um das Selbstbewusstsein der Migrantinnen und Migranten zu stärken

Interessenvertretung HIV im Erwerbsleben

Die Mehrheit der Menschen mit HIV in Deutschland steht im Berufsleben. Am Arbeitsplatz sind viele noch immer mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert. Zugrunde liegen meist unbegründete Ängste vor Ansteckung der Kolleginnen und Kollegen. Vorgesetzte fürchten manchmal um den Ruf des Unternehmens oder glauben, Menschen mit HIV seien weniger leistungsfähig.

Die „Interessenvertretung HIV im Erwerbsleben“ möchte diese Situation verbessern. Sie wird selber aktiv und trägt Projekte und Ideen an geeignete Organisationen heran. Sie arbeitet dabei eng mit Positiv e.V.  und der Deutschen Aids-Hilfe zusammen.

Durch Aufklärungsarbeit möchte die Gruppe deutlich machen, dass überall im Erwerbsleben Menschen mit HIV arbeiten. Sie will Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Firmen Wissen über HIV vermitteln und so Ängste und Vorurteile abbauen.

Das Internetforum der Gruppe bietet die Möglichkeit, sich zum Thema „HIV und Arbeit“ auszutauschen.  

www.positivarbeiten.de


Sonics Cybertribe Netzwerk

Das Sonics Cybertribe Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Gruppen und Projekten, die sich gemeinsam mit dem Thema Party und Drogen befassen. Zu den Netzwerkaktivitäten gehören einer Safer-Sniefen-Kampagne und die Entwicklung von Informationsmaterial über Drogengebrauch sowie Möglichkeiten des „Drug Checking“ (das Überprüfen von Drogen auf Wirkstoffgehalt und Reinheit).

Die Aktivitäten der Netzwerkmitglieder sind sehr vielfältig. Einige veranstalten phantasievolle Parties, andere experimentieren mit musikalischen Ausdrucksformen. Manche sind betont „gegenkulturell“, andere informieren vorrangig über psychoaktive Substanzen. Sie alle sind idealistisch ausgerichtete Gemeinschaften, sogenannte Cybertribes. Sie teilen die Auffassung, dass Party mehr als Konsum bedeutet.

Deswegen gestalten sie innere und äußere Räume in denen getanzt, gelacht und geliebt werden soll. Diese realen und erträumten Räume stehen für Entfaltung und Ekstase, Widerspruch und Widerstand, Rhythmus und Veränderung.


Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit

Der Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit ist der Dachverband von entsprechenden Gruppen aus dem gesamten Bundegebiet. Ziel des Verbandes ist eine humane Drogenpolitik gemäß Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Die Arbeit des Verbandes dient nicht nur der Hilfe zur Selbsthilfe betroffener Eltern, sondern soll auch helfen, den Schaden der Drogen gebrauchenden Kinder zu reduzieren. Die akzeptierende Drogenarbeit wirkt der Verelendung von Drogengebrauchern entgegen und erhöht damit die Bereitschaft und Fähigkeit, sich vor Infektionen zu schützen. Für diese Strategie tritt der Bundesverband der Eltern und Angehörigen auch in gesundheitspolitischen Debatten ein.

Der Dachverband möchte dazu außerdem dazu beitragen, dass Eltern- und Angehörigengruppen sich verstärkt austauschen und zusammenarbeiten.

Weitere Informationen: www.akzeptierende-eltern.de