Feigwarzen / HPV

Feigwarzen werden auch Genitalwarzen oder Kondylome genannt und zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Es handelt sich um kleine warzenartige Wucherungen im Genital- und Analbereich. In seltenen Fällen treten sie auch im Mund auf. Verursacht werden sie von humanen Papillomaviren (HPV). Davon gibt es sehr viele verschiedene Arten. Einige verursachen Feigwarzen, andere sind maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs beteiligt. Eine Behandlung ist möglich, aber unter Umständen langwierig.

Das Wichtigste über HPV und Feigwarzen

  • Infektionen mit den leicht übertragbaren humanen Papillomaviren (HPV) gehören weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.
  • Einige HPV-Typen sind für die Entstehung von Feigwarzen verantwortlich, andere führen in seltenen Fällen zu bestimmten Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs oder Analkrebs.
  • Die häufig stäbchenförmigen Feigwarzen treten in der Regel am Anus, an der Vulva und der Vagina sowie in der Umschlagfalte der Penisvorhaut auf. 
  • Die Therapie ist oft schwierig und langwierig.
  • Gegen die wichtigsten Typen von HPV gibt es eine Impfung.
  • Für Feigwarzen muss man sich nicht schämen. Geschlechtskrankheiten passieren nun mal. Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens damit zu tun.

Weitere beim Sex übertragbare Krankheiten

Übertragung von Feigwarzen und HPV

Es gibt über hundert verschiedene HPV-Subtypen. Einige verursachen Feigwarzen an den Genitalien, am Anus und (seltener) im Mund. Andere sind für verschiedene Krebsarten verantwortlich (z. B. Gebärmutterhals- und Analkrebs).

In der Regel infiziert man sich mit dem leicht übertragbaren HPV beim Sex. Da sich das Virus in Hautschuppen befindet, kann es beim intensiven Körperkontakt leicht von einer Person zur anderen wandern. 

Durch kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut findet HPV seinen Weg in den Körper. Eine frische Intimrasur erhöht das Risiko, weil sie kleine Verletzungen verursacht. Auch über Sexspielzeug, an dem humane Papillomaviren haften, ist eine Ansteckung möglich.

In selteneren Fällen können die Viren auch durch anderen intensiven Körperkontakt oder über Schmierinfektion (z. B. über Handtücher) übertragen werden. 

Schwangere können HPV bei der Geburt auf das Kind übertragen.

Schutz vor Feigwarzen und HPV?

Kondome / Femidome reduzieren das Risiko einer Ansteckung nur wenig, da sie nur einen geringen Teil des Körpers bedecken und HPV sehr leicht übertragbar ist. Schon bei intensivem Körperkontakt und durch Schmierinfektion (z. B. über Hände oder Gegenstände auf Genitalien) können die Viren übertragen werden.

Eine frühzeitige Behandlung von Feigwarzen verringert das Ansteckungsrisiko für andere. Menschen mit wechselnden Sexualpartner*innen sollten sich mindestens einmal jährlich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen, um Feigwarzen frühzeitig zu entdecken und entfernen zu lassen – und um auch andere Geschlechtskrankheiten früh zu entdecken, denn die meisten können schnell geheilt werden.

Je eher Feigwarzen und andere Geschlechtskrankheiten behandelt werden, desto besser sind die Aussichten für einen Behandlungserfolg. 

Impfen schützt

Gegen bestimmte HPV-Typen kann man sich impfen lassen. Empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt wird eine Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren, da sie in diesem Alter meist noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Die Impfung ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

Sie schützt gegen die meisten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs oder Feigwarzen verursachen. Einen vollständigen Schutz bietet sie nicht.

Symptome und Folgen bei Feigwarzen und HPV

In den allermeisten Fällen wird unser Körper selbst mit den Viren fertig und sie verschwinden wieder.

Eine HPV-Infektion mit „Feigwarzen-Typen“ führt nicht in allen Fällen zu Feigwarzen. Und anhaltende (persistierende) Infektionen mit HPV-Typen, die Krebs verursachen können, führen nur selten zu Krebs.

HPV-Subtypen, die Feigwarzen verursachen können

Bis sich aus den infizierten Zellen Feigwarzen bilden, können Wochen bis Monate vergehen.

Es entstehen dann kleine, spitze Warzen, die, wenn sie sich flächig ausbreiten, eine zerklüftete, blumenkohlartige Oberfläche aufweisen. Meistens treten sie an den Übergängen zwischen Haut und Schleimhaut auf. Das betrifft vor allem die Region

  • des Anus
  • der Vulvalippen (Schamlippen) und der Verbindungsstelle zwischen Vulvalippen und Damm
  • der Vagina (schlauchförmige Scheide)
  • Umschlagfalte der Penisvorhaut

Feigwarzen selbst verursachen keine Schmerzen. Sie können aber zu stark juckenden Ekzemen im Analbereich führen. In der Regel sind sie harmlos, stören aber manchmal aus ästhetischen, hygienischen oder mechanischen Gründen (z. B. durch Schmerzen beim Analverkehr).

Zu den HPV-Subtypen, die Feigwarzen verursachen können, zählen Subtyp 6 (für etwa zwei Drittel der Fälle verantwortlich) und Subtyp 11 (in einem Drittel der Fälle). Selten auch andere Typen (z. B. 42, 43, 44).

HPV-Subtypen, die Krebs verursachen können

Bis sich aus einer Infektion mit den entsprechenden HPV-Subtypen Krebs bildet, dauert es zwischen fünf und zehn Jahre. Und nur selten führen HPV-Infektionen tatsächlich zu Krebs.
Wenn es jedoch dazu kommt, sind die Viren maßgeblich für die Entstehung von bösartigen Karzinomen (Krebs) am Gebärmutterhals und am Anus sowie an den Vulvalippen (Schamlippen) und am Penis verantwortlich:

  • bei Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) fast zu 100 % (hauptverantwortlich: Subtyp 16 bei etwa 50 %, Subtyp 18 bei 20 %, die restlichen 30 % entfallen auf mindestens zwölf weitere Subtypen)
  • bei Analkrebs zu etwa 90 %
  • bei Krebsgeschwüren an Penis oder Vulva zu etwa 40 %
  • bei Krebsgeschwüren im Mund- und Rachenraum zu etwa 30 %

Analkrebs ist im Allgemeinen sehr selten; jährlich erkrankt eine von 100.000 Personen daran. Bei Menschen mit HIV treten Analkarzinome allerdings häufiger auf als im Durchschnitt der Bevölkerung (siehe Abschnitt „Feigwarzen / HPV und HIV“).

Vulva- und Peniskrebs ist im Allgemeinen ähnlich selten wie Analkrebs (jährlich etwa eine Erkrankung auf 100.000 Personen).
 

Diagnose von Feigwarzen und HPV

Diagnostik bei Feigwarzen

Feigwarzen werden in der Regel durch Augenschein – auch Blickdiagnose genannt – oder durch Tasten diagnostiziert. Zusätzlich zum Genitalbereich sollte das Rektum (auch Mastdarm genannt) untersucht werden. Das ist der Teil des Darms, der direkt hinter dem After liegt und 15 bis 18 Zentimeter lang ist. Dabei wird ein dünnes, rohrförmiges Instrument (Anoskop bzw. Proktoskop) in den Anus eingeführt. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft.

Diagnostik bei HPV

Für gesetzlich Versicherte – und in der Regel auch für privat Versicherte – gilt Folgendes:

  • Ab dem 20. Lebensjahr können sie einmal im Jahr einen sogenannten Pap-Test im Rahmen der Krebsfrüherkennung in ihrer gynäkologischen Praxis machen lassen. Hierbei wird ein Zellabstrich am Gebärmutterhals vorgenommen und im Labor untersucht.
  • Zusätzlich können sie ab einem Alter von 35 alle drei Jahre einen direkten Test auf HPV durchführen lassen.

Dies gilt z. B für cis Frauen sowie für trans* Männer, inter*, nicht-binäre und gender-non-conforming Menschen unabhängig vom rechtlichen Personenstand. Bei der Suche nach sensiblen Praxen können z. B. Selbsthilfegruppen und Trans-Beratungsstellen helfen.

Menschen mit HIV sollen sich mindestens einmal im Jahr auf Vorstufen von Analkrebs und Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen.

Behandlung von Feigwarzen und HPV

Eine gegen die Viren gerichtete Behandlung gibt es nicht. Daher sind regelmäßige Untersuchungen auf Feigwarzen oder Krebsvorstufen sinnvoll (siehe Abschnitt „Diagnose von Feigwarzen / HPV“).

Feigwarzen können unterschiedlich behandelt werden, doch kann keine der Methoden eine vollständige Entfernung garantieren oder dauerhaft einen warzenfreien Zustand erhalten. Auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung können Feigwarzen wiederkehren.

Die Behandlungsmethode richtet sich z. B. nach der Anzahl, Größe und Lage der Warzen. 

Häufig werden Cremes, Salben oder Lösungen eingesetzt, die meist selbst aufgetragen werden können.

Bei den operativen Methoden werden die Feigwarzen z. B. mit einem feinen Löffel (Kürettage) oder einer chirurgischen Schere entfernt. Sie können auch durch kurzzeitiges Erhitzen (Elektrokaustik) oder per Laser abgetragen oder mit flüssigem Stickstoff vereist werden.

Bei der Verätzungs-Methode wird eine Säure auf die betroffenen Stellen aufgetragen und die oberste Hautschicht verätzt. 

Safer Sex

Bei allen Methoden erhöht sich während der Wundheilungsphase das Risiko, sich mit HIV zu infizieren. In dieser Zeit sollte daher besonders auf Safer Sex geachtet werden.

Feigwarzen / HPV und HIV

Menschen mit HIV haben deutlich häufiger Feigwarzen als HIV-Negative. 

Sie sind außerdem bis zu sechsmal häufiger von analen HPV-Infektionen betroffen, und zwar unabhängig von Geschlecht und Sexualpraktiken.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) kommt bei HIV-Positiven sehr viel häufiger vor als bei HIV-Negativen. 

Auch Analkarzinome, die ansonsten eher selten auftreten, kommen bei Menschen mit HIV laut Schätzungen etwa 80 Mal häufiger vor als im Durchschnitt der Bevölkerung. 

Menschen mit HIV sollten sich daher mindestens einmal jährlich auf Vorstufen von Analkrebs und Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen.

Feigwarzen / HPV und Schwangerschaft

HPV kann in seltenen Fällen bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. Deshalb wird Schwangeren empfohlen, Feigwarzen etwa um die 34. Schwangerschaftswoche behandeln zu lassen.