Hepatitis C

Die Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht wird. HCV wird durch Blut übertragen, zum Beispiel beim Drogenkonsum. Eine Hepatitis C verläuft häufig chronisch, ist aber fast immer in maximal drei Monaten heilbar. Ohne Behandlung kann eine Hepatitis C bis zum Leberversagen oder Leberkrebs führen.

Das Wichtigste zur Hepatitis C in Kürze

  • Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird durch Blut übertragen. Dies passiert vor allem beim Drogengebrauch (durch gemeinsam benutztes Spritzbesteck und Zubehör), seltener auch beim Sex.
  • Eine Hepatitis C wird meistens chronisch und kann ohne Behandlung zu einer Leberzirrhose und Leberkrebs führen.
  • Eine Hepatitis-C-Infektion kann in ca. 95 % der Fälle geheilt werden, die Behandlung ist gut verträglich und dauert meist nur maximal drei Monate .
  • Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung.
  • Nach einer durchgemachten Hepatitis C oder einer erfolgreichen Behandlung kann man sich immer wieder anstecken.

Weitere Hepatitis-Formen

Übertragung von Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus (kurz: HCV) wird vor allem durch Blut übertragen:

  • Die meisten Übertragungen finden beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbesteck und Zubehör (Löffel, Filter, Wasser) zum Drogenkonsum statt.
  • Auch beim gemeinsamen Benutzen desselben Röhrchens zum Sniefen (durch die Nase ziehen) oder derselben Pfeife zum Rauchen von Drogen kann HCV übertragen werden.
  • Ein Infektionsrisiko besteht ebenso beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen, wenn nicht auf Sauberkeit/Hygiene geachtet wird.
  • Hepatitis C wird selten auch beim Sex übertragen. Das betrifft vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Weitere Infos dazu gibt es auf unserer Seite iwwit.de.

„Hepatitis C ist heute fast immer heilbar. Gerade Drogengebraucher_innen sollten sich deshalb testen lassen – wir arbeiten daran, ihnen das möglichst einfach zu ermöglichen.“

Dirk Schäffer, Fachreferent „Drogen und Strafvollzug“ der Deutschen Aidshilfe

Schutz vor Hepatitis C

Safer Use

Auf unserer Themenseite informieren wir ausführlich über Safer Use beim Drogenkonsum.

Beim Drogenkonsum schützen folgende Maßnahmen vor Hepatitis C (Safer Use):

  • Beim Spritzen von Drogen immer nur das eigene Spritzbesteck (Spritze, Nadel) und Zubehör (Filter, Löffel, Wasser usw.) benutzen und es nicht weitergeben.
  • Beim Sniefen von Drogen immer nur das eigene Röhrchen oder die eigene Pfeife benutzen und sie nicht weitergeben.

Beim Tätowieren und Piercen auf Einhaltung der hygienischen Standards achten (zum Beispiel Arbeiten mit sterilen Einweg-Instrumenten oder sterilisierten Instrumenten).

Beim Sex schützen folgende Maßnahmen vor Hepatitis C:

  • Für jede_n neue_n Partner_in ein neues Kondom/Femidom verwenden (um HCV nicht mit einem benutzten Kondom/Femidom auf andere zu übertragen) oder den Penis vor dem Wechseln gründlich waschen.
  • Beim Fisten für jede Person einen neuen Handschuh verwenden oder Hände gründlich waschen.
  • Für jede neue Person ein neues Kondom über den Dildo/das Sexspielzeug ziehen oder Dildos/Sexspielzeuge vor der Weitergabe gründlich waschen.
  • Für jede Person einen eigenen Gleitmitteltopf verwenden und das Gleitgel nicht mit anderen teilen.

In der medizinischen und pflegerischen Versorgung (ärztliche/zahnärztliche Praxis, Krankenhaus usw.) reichen die üblichen Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen aus, um Übertragungen zu verhindern.

Symptome und Folgen bei Hepatitis C

Zwischen Ansteckung und Erkrankung vergehen drei Wochen bis sechs Monate. Nur in wenigen Fällen kommt es zu grippeähnlichen Symptomen oder einer Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute.

Einige Infektionen heilen innerhalb von sechs Monaten aus, die meisten werden aber chronisch. Auch chronische Infektionen können später spontan ausheilen.

Symptome einer chronischen Hepatitis C können folgende unspezifische Beschwerden sein:

  • Müdigkeit
  • Oberbauchbeschwerden
  • Leistungsminderung
  • Juckreiz und Gelenkbeschwerden.

Bei einem Drittel der chronisch verlaufenden Infektionen kommt es zu einem aggressiven Verlauf mit

  • Leberentzündung und
  • bindegewebigem Umbau bzw. Vernarbung der Leber (Fibrose).

Folgen können eine Leberzirrhose (Schrumpfleber, in etwa 15–30 % dieser Fälle) mit anschließendem Leberversagen oder (seltener) Leberkrebs sein.

Bei knapp drei Viertel der Menschen mit chronischer Hepatitis C kommt es außerdem zu Erkrankungen der Gelenke, Muskeln und der Haut.

Selten sind auch die Speicheldrüsen, die Schilddrüse, Nieren oder Blutgefäße betroffen.

Diagnose: Test auf Hepatitis C

Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus wird durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen. Dabei testet man in der Regel sowohl auf Antikörper gegen das Virus als auch auf Virusbestandteile direkt.

Testen lassen kann man sich bei vielen Gesundheitsämtern, Einrichtungen der Drogenhilfe und Ärzt_innen. Beratung dazu bieten Aids- und Drogenhilfen sowie die Telefon- und Onlineberatung der Aidshilfen.

Bei Hepatitis C erfolgt eine namentliche Meldung ans Gesundheitsamt. Die Informationen können dabei helfen, Infektionsgeschehen zu beobachten und Übertragungen zu verhindern.

Behandlung der Hepatitis C

  • In der akuten Phase einer Hepatitis C (also in den ersten sechs Monaten) wird in der Regel nicht behandelt.
  • Für die Behandlung der chronischen Hepatitis C stehen mehrere in der Regel gut verträgliche Medikamente zur Verfügung (siehe PDF-Datei am Seitenende). Sie blockieren die Vermehrung von HCV im Körper.
  • Die Behandlung dauert 8 bis 12 Wochen, in Ausnahmefällen (z. B. bei einer Zirrhose oder bei vorbehandelten Personen) 16 oder 24 Wochen.
  • Hepatitis-C-Medikamente können mit anderen Medikamenten, naturheilkundlichen Produkten und Drogen zu schädlichen Wechselwirkungen führen. Möglich ist zum Beispiel eine Hemmung der Wirkung der HCV-Medikamente oder der anderen Substanzen, aber auch eine Überdosierung mit starken Nebenwirkungen.
  • Man sollte auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzt_innen darüber sprechen, welche Substanzen man sonst noch einnimmt. Mögliche Wechselwirkungen kann man auf der englischen Seite hep-druginteractions.org überprüfen.

Schwangerschaft, Schwangerschaftsverhütung und Hepatitis C

  • Personen mit chronischer Hepatitis C, die schwanger werden möchten oder könnten, sollten sich am besten vor einer möglichen Schwangerschaft behandeln lassen, denn die Medikamente gegen Hepatitis C sind nicht für die Behandlung in der Schwangerschaft zugelassen.
  • Bestimmte Verhütungsmittel sollten möglichst nicht zusammen mit bestimmten Hepatitis-C-Medikamenten eingesetzt werden. Hierüber sollte man mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen.
  • Während der Schwangerschaft sollte auf invasive (eingreifende) Untersuchungen wie z. B. Fruchtwasseruntersuchungen verzichtet werden, weil es dabei zu einer HCV-Übertragung von der schwangeren Person auf das Kind kommen kann.
  • Eine Entbindung durch Kaiserschnitt ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht erforderlich.
  • Beim Stillen scheint es kein relevantes Risiko zu geben. Bei Verletzungen oder Entzündungen an der Brustwarze sollte man mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.

Hepatitis C und HIV

Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Menschen mit HIV in Deutschland sind auch mit Hepatitis C infiziert.

Bei Menschen mit HIV, die ein geschwächtes Immunsystem haben (zum Beispiel, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen und keine Medikamente gegen HIV nehmen), verläuft die chronische Hepatitis C in der Regel rascher, und es kommt häufiger zu einem Leberversagen.

Menschen mit HIV, die HIV-Medikamente nehmen, können auch Medikamente gegen Hepatitis C einnehmen. Dabei müssen aber mögliche Wechselwirkungen beachtet werden.

Menschen mit HIV wird empfohlen, sich einmal jährlich auf HCV testen zu lassen.

Weitere Infos und Beratung

  • Unter Safer Use zeigen wir, wie man Gesundheitsrisiken beim Drogenkonsum verringern kann.
  • Informationen zu Hepatitis C für Männer, die Sex mit Männern haben, bietet unsere Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU.
  • Mögliche Wechselwirkungen zwischen Hepatitis-C-Medikamenten und anderen Substanzen man auf der englischen Seite www.hep-druginteractions.org überprüfen.
  • Die Onlineberatung der Aidshilfen berät vertraulich, verlässlich und kompetent auch bei Fragen rund um Hepatitis.