Positionen

Im Folgenden präsentieren wir aktuelle Standpunkte der Deutschen Aidshilfe zu ausgewählten Themen in alphabetischer Reihenfolge (weitere folgen). 


ANST - Kennzeichnung HIV-Positiver in Polizeidatenbanken

Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz darf die Polizei in ihrem bundesweiten Informationssystem INPOL Menschen mit HIV oder Hepatitis B und C mit dem „personengebundenen Hinweis“ (PHW) ANST für „ansteckend“ kennzeichnen. Dies soll zum Schutz Polizeibeamter vor einer Ansteckung beitragen. Die Speicherung erfüllt diesen Zweck jedoch nicht. Zugleich widerspricht sie Grundrechten und stigmatisiert Menschen. Der Hinweis ANST sollte umgehend abgeschafft werden. Weiterlesen


Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer

Schwule und bisexuelle Männer dürfen nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex mit einem Mann hatten. Diese Regelung ist diskriminierend. Das Verfahren muss sich an wissenschaftlichen Fakten orientieren und tatsächliche HIV-Risiken in den Blick nehmen. Verbesserungen bei Test-Verfahren und Befragung könnten einen pauschalen Ausschluss unnötig machen. Weiterlesen


HIV-Heimtest/-Selbsttest

Seit Oktober 2018 ist der HIV-Selbsttest in Deutschland legal und erhältlich. Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt diese zusätzliche Möglichkeit, einen HIV-Test durchzuführen. Weiterlesen


Kriminalisierung von Menschen mit HIV

Die Deutsche Aidshilfe lehnt die Strafbarkeit der (potenziellen) HIV-Übertragung ab. Die Kriminalisierung bürdet Menschen mit HIV die alleinige Verantwortung für Schutz auf, fördert Stigmatisierung und die Verbreitung des Virus. Unter anderem widerspricht sie der Botschaft, dass jeder Mensch sich selbst schützen muss und kann vom HIV-Test abschrecken. Gerichte müssen berücksichtigen, dass eine gut wirskame HIV-Therapie mindestens genauso wirksam vor der Übertragung des Virus schützt wie Kondome. Weiterlesen


PrEP (HIV-Prophylaxe)

Die HIV-Prophylaxe PrEP ist für manche Menschen die beste oder einzige Möglichkeit, sich zu schützen. Sie kann zu einer nachhaltigen Senkung der Infektionszahlen in Deutschland beitragen. Die Kassenfinanzierung der PrEP seit September 2019 ist ein Meilenstein. Jetzt geht es darum, PrEP noch bekannter und flächendeckend verfügbar zu  machen. Weiterlesen


Schutz durch HIV-Therapie / Nicht-Übertragbarkeit

Die heute verfügbaren HIV-Medikamente haben die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich erhöht und leisten zugleich einen bedeutenden Beitrag zur Prävention: Bei erfolgreicher Therapie (Viruslast seit sechs Monaten unter der Nachweisgrenze, konsequente Einnahme der Medikamente) ist eine sexuelle HIV-Übertragung sehr unwahrscheinlich. Weiterlesen


Sexkaufverbot verhindern

In Deutschland hat 2019 eine neue Debatte über Prostitution begonnen. Politiker_innen verschiedener Parteien streben ein so genanntes Sexkaufverbot an: Sexuelle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, soll verboten werden. Die Deutsche Aidshilfe lehnt diese Kriminalisierung der Sexarbeit ab: Sie würden Sexarbeiter_innen schaden und die Präventionsarbeit dramatisch erschweren. Weiterlesen


Corona-Krise: Sexarbeit wieder zulassen

Sexarbeit muss bei Lockerungen genauso behandelt werden wie andere körpernahe Dienstleistungen. Es gilt der Gleichheitsgrundsatz: Moralische Bewertungen dürfen keine Rolle spielen. Sexarbeit muss daher ab sofort wieder erlaubt sein. Hygienekonzepte liegen vor. Weiterlesen


Strukturelle HIV-Prävention

Die HIV-Prävention in Deutschland ist nicht umsonst – im doppelten Sinn: Sie wirkt, gemessen zum Beispiel an den im internationalen Vergleich niedrigen Infektionszahlen, aber sie kostet auch: Geld, Ressourcen und Engagement.

Unter dem Titel "Strukturelle Prävention stärken!" hat die Mitgliederversammlung der Deutschen Aidshilfe am 11.10.2013 eine Resolution zu diesem Thema verabschiedet. Weiterlesen