HIV-Selbsttest

Was ist ein HIV-Selbsttest?

Ein HIV-Selbsttest (auch: HIV-Heimtest) ist ein HIV-Test, der sich einfach selbst durchführen lässt, zum Beispiel zu Hause. Dabei wird etwas Blut aus der Fingerkuppe abgenommen und in eine Testapparatur gegeben. Der HIV-Selbsttest zeigt das Ergebnis nach ungefähr einer Viertelstunde an. Wie andere übliche Testverfahren auch, weist der Selbsttest nicht HIV direkt nach, sondern Antikörper gegen das Virus.

Achtung: Die Antikörper bilden sich erst nach einiger Zeit. Der Test kann daher erst 12 Wochen nach einer möglichen HIV-Übertragung sicher ausschließen, dass diese erfolgt ist. Das Ergebnis „HIV-negativ“ ist also erst nach zwölf Wochen zuverlässig. Eine bestehende HIV-Infektion nachweisen kann er oft schon früher.

Woher bekomme ich den HIV-Selbsttest?

HIV-Selbsttests können zum Beispiel in Apotheken, Drogerien oder über das Internet gekauft werden. Wichtig ist, dass sie ein CE-Zeichen haben und für die Anwendung durch Laien entwickelt wurden und in Europa zugelassen sind. Dazu gehören der „Autotest VIH“, „INSTI“ und der „Exacto“-Selbsttest.

Was tun, wenn der HIV-Selbsttest positiv ausfällt?

Die Selbsttests sind so empfindlich, dass sie manchmal „überreagieren“. Sie zeigen dann ein positives Ergebnis an, obwohl keine Infektion vorliegt. Daher muss er durch einen weiteren Labortest bestätigt werden. Dieser Bestätigungstest kann von einem Arzt oder einer Ärztin, im Gesundheitsamt, direkt in einem Labor oder einem Checkpoint der Aidshilfen gemacht werden. Erst wenn auch dieser Test positiv ausfällt, besteht sicher eine HIV-Infektion.

Hilfe durch anonyme Beratung

Falls das Testergbenis positiv ausfallen sollte, ist man erstmal allein und kann mit niemanden direkt reden. Selbstvertändlich stehen aber unsere Berater_innen persönlich, telefonisch oder online zur Verfügung. Auch auf aidshilfe.de haben wir erste Informationen unter "Positiv - was nun?" zusammengestellt.

Für wen ist der HIV-Selbsttest geeignet?

Der Selbsttest eignet sich für Menschen, die überprüfen möchten, ob sie sich mit HIV infiziert haben und lieber keine Arztpraxis oder Teststelle aufsuchen wollen. Sei es, dass sie sich nicht offenbaren möchten oder es keine geeignete Teststelle in der Nähe gibt. Der Selbsttest ist also auch eine Chance für alle, die sich bisher nicht getraut haben oder eine lange Anreise scheuen.

Bei Problemen mit einem der HIV-Selbsttests bietet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein Meldeformular an. Das PEI ist für die Sicherheit der Selbsttests zuständig und leitet Fehlermeldungen an die Hersteller weitergeleitet.

Die häufigst gestellten Fragen rund um den HIV-Selbsttest (HIV-Heimtest)

1. Wo kann ich einen HIV-Selbsttest kaufen?

HIV-Selbsttests können zum Beispiel in Apotheken, Drogerien oder über das Internet gekauft werden.

2. Was kostet ein HIV-Selbsttest (HIV-Heimtest)?

Das ist je nach Test und bestellter Menge unterschiedlich. Als Orientierungswert kann man bei Einzelbestellung etwa 20 Euro gegebenenfalls plus Versandkosten für einen Selbsttest angeben, manche Produkte werden für bis zu 50 Euro angeboten. Zum Vergleich: In vielen Testprojekten oder Gesundheitsämtern ist der Test kostenlos oder kostet zwischen 10 und 15 Euro.

3. Welcher HIV-Selbsttest (HIV-Heimtest) ist zu empfehlen?

Es gibt eine Fülle von Angeboten, leider auch sehr schlechte. Es sind nur Tests zu empfehlen, die 

  • das CE-Prüfzeichen der Europäischen Union haben,
  • für die Anwendung durch Laien konzipiert  und
  • in Europa zugelassen sind. 

Darüber hinaus sollte ein guter HIV-Heimtest annähernd 100% sensitiv sein (siehe auch Frage 6). Das bedeutet, dass er bei richtiger Anwendung keine HIV-Infektion „übersieht“.

Dazu gehören der „Autotest VIH“, „INSTI“ und der „Exacto“-Selbsttest.

4. Ab wann macht es Sinn, sich auf HIV zu testen?

Alle im Internet angebotenen HIV-Selbsttests (auch HIV-Heimtest genannt) reagieren auf Antikörper, die das menschliche Immunsystem nach einer Ansteckung mit HIV bildet, um die Viren zu bekämpfen. Die Bildung von Antikörpern braucht aber Zeit. Meistens werden Antikörper zwischen der 3. und der 6. Woche nach der Ansteckung nachweisbar, bei einigen Personen dauert das allerdings länger. Nach drei Monaten können aber bei praktisch allen HIV-Infizierten Antikörper nachgewiesen werden. Will man nach einem HIV-Risikokontakt sicher ausschließen, dass man sich mit HIV-infiziert hat, sollte man also drei Monate bis zu einem Test warten.

5. Was mache ich, wenn das Ergebnis HIV-positiv ist?

Die Selbsttests sind so sensitiv eingestellt, dass sie manchmal „überreagieren“. Sie zeigen dann ein positives Ergebnis an, obwohl keine Infektion vorliegt. Deshalb muss jedes positive Testergebnis durch einen weiteren Labortest bestätigt werden. Dieser Bestätigungstest kann beim Arzt, im Gesundheitsamt, direkt in einem Labor oder einem Checkpoint der Aidshilfen gemacht werden. Erst wenn auch dieser Test positiv ausfällt, besteht sicher eine HIV-Infektion.

6. Wie schnell erhalte ich das Ergebnis?

Das dauert je nach Produkt etwa zwischen einer und fünfzehn Minuten.

7. Wo kann ich mich anonym beraten lassen, wenn ich mich zu einem HIV-Selbsttest (HIV-Heimtest) entschieden habe?

Die Aidshilfen in Deutschland bieten verschiedene Möglichkeiten, sich beraten zu lassen, persönlich, telefonisch und online.