HIV-Tests im Überblick

Es gibt verschiedene HIV-Tests. Alle haben ihre Vorteile. Welcher Test in Frage kommt, zeigt dieser Überblick. Es besteht natürlich die Möglichkeit, sich bei der Wahl des Tests beraten zu lassen, zum Beispiel von Aidshilfen oder Teststellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • HIV-Labortest: Hier wird die entnommene Blutprobe ins Labor geschickt, ein Ergebnis erhält man in der Regel nach wenigen Tagen. Im Labor wird ein positives Testergebnis direkt bestätigt. Man kann eine HIV-Infektion mit dem Labortest nach sechs Wochen sicher ausschließen.
  • HIV-Schnelltest: Schnelltests haben den Vorteil, dass man nach wenigen Minuten ein Ergebnis erhält. Allerdings muss ein positives Ergebnis im Labor bestätigt werden. Sicher ausschließen kann man eine HIV-Infektion erst nach 12 Wochen.
  • HIV-Selbsttest:  Selbsttests sind eine Form des Schnelltests und können eigenständig durchgeführt werden, zum Beispiel zu Hause. Allerdings fällt die sonst übliche Testberatung weg. 
  • Einsendetest: Einsendetests sind Tests, die man regelmäßig zu Hause anwendet. Die Proben werden in ein Labor gesendet und das Ergebnis wird schriftlich oder telefonisch mitgeteilt. So wird ein regelmäßiger Test auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten ohne großen Aufwand ermöglicht. Die Einsendetests werden in Deutschland gerade in einem Pilotprojekt erprobt. 
  • PCR-Tests: Der PCR-Test weist HIV direkt nach. Hauptsächlich wird er zur Kontrolle der HIV-Therapie eingesetzt. Allerdings kann er auch eine HIV-Infektion nachweisen, und zwar bereits ein bis zwei Wochen nach einer möglichen Infektion. Er kostet allerdings mindestens 100 Euro, und ist bei dieser Anwendungsform selbst zu bezahlen. 

Bei einem HIV-Test handelt es sich in der Regel um einen Antikörper-Suchtest. Das heißt, er sucht im Blut nach Antikörpern gegen HIV. Antikörper lassen sich mit einem Labortest spätestens sechs Wochen nach der Ansteckung, mit einem Schnelltest spätestens nach zwölf Wochen nachweisen.

Bei Verdacht auf eine frische Infektion können aber auch schon vorher Testverfahren eingesetzt werden, die das Virus oder Virusbestandteile direkt nachweisen.

Mit Sicherheit nachweisen, dass man nicht infiziert, also HIV-negativ ist, kann man beim Labortest nach sechs Wochen, beim Schnelltest nach drei Monaten.

HIV-Labortest

Spritze, die in die Armbeuge geführt wird

Für einen Labortest wird Blut aus der Armbeuge abgenommen und in ein Labor geschickt. Bei der Abnahme muss ein Arzt oder eine Ärztin anwesend sein. Moderne HIV-Labortests suchen sowohl nach Antikörpern als auch nach einem bestimmten Bestandteil von HIV. Um diesen Bestandteil nachweisen zu können, muss die HIV-Menge im Blut sehr hoch sein. Das ist nur kurz nach einer Ansteckung oder bei schlechtem Immunsystem (zum Beispiel im Stadium Aids) der Fall.

Will man eine HIV-Infektion nachweisen, kann man einen Antigen-Antikörper-Test schon etwa ab zwei Wochen nach einem HIV-Übertragungsrisiko einsetzen.

Eine Infektion sicher ausschließen kann der Test jedoch erst sechs Wochen nach dem letzten Risiko. So lange dauert es maximal, bis genügend Antikörper für einen Nachweis gebildet wurden.

Falls der Labortest reagiert, wird im Labor gleich ein Bestätigungstest gemacht.

Auf das Ergebnis des Labortests muss man einige Tage warten.

HIV-Schnelltest

Für HIV-Schnelltests wird nur ein wenig Blut aus der Fingerkuppe benötigt. Schnelltests liefern schnell ein Ergebnis, das heißt nach wenigen Minuten.

Nachweisen können Schnelltests eine HIV-Infektion schon etwa ab drei Wochen nach einer Ansteckung.

Eine Infektion sicher ausschließen können Schnelltests jedoch erst zwölf Wochen nach dem letzten Risiko.

Genau wie bei Labortests muss auch bei Schnelltests ein positives Ergebnis durch einen Bestätigungstest gesichert werden. Dazu wird Blut aus der Armbeuge entnommen. Bis das Ergebnis des Bestätigungstests vorliegt, dauert es ein bis zwei Tage.

HIV-Selbsttest

drei Schachteln nebeneinander stehend

HIV-Selbsttests oder auch Heimtests sind Schnelltests, die für die Anwendung durch Laien zugelassen sind. Man kann den Test bequem und allein zu Hause machen. Dabei wird etwas Blut aus der Fingerkuppe abgenommen und in eine Testvorrichtung gegeben. Das Ergebnis kann man nach wenigen Minuten ablesen.

Hier gibt es ausführliche Informationen zum HIV-Selbsttest.

HIV-Einsendetest

Der HIV-Einsendetest ist eine Sonderform des Selbsttests. Hierbei nimmt man zwar zu Hause selbst etwas Blut aus der Fingerkuppe ab und gibt es ins Testgerät, schickt es aber zur Untersuchung in ein Labor. Das Ergebnis bekommt man dann telefonisch mitgeteilt oder online.

Einsendetests werden derzeit nicht überall in Deutschland angeboten. Ein Pilotprojekt gibt es zum Beispiel in München, Nürnberg und Regensburg

PCR-Test

Der PCR-Test sucht nicht nach Antikörpern, sondern nach HIV selbst.

Eingesetzt wird er vor allem zur Kontrolle, ob eine HIV-Therapie wirkt. Dies ist dann der Fall, wenn die Medikamente die Vermehrung von HIV so weit verhindern, dass keine Viren mehr nachweisbar sind. Mit den empfindlichsten PCR-Tests kann man eine Virenmenge ab 20 Kopien pro Milliliter Blutserum messen. 

Der PCR-Test kann auch als Bestätigungstest eines reaktiven Antikörper-Suchtests eingesetzt werden. Misst er mehr als 1.000 HIV-Kopien pro Milliliter Blutserum, ist das Ergebnis bestätigt.

Außerdem kann der PCR-Test bei Neugeborenen eingesetzt werden. In den ersten 18 Monaten fallen Antikörper-Suchtests bei Babys von Müttern mit HIV nämlich immer reaktiv aus, obwohl sie wahrscheinlich selbst nicht infiziert sind. Der Grund: Die Babys haben Antikörper ihrer Mütter im Blut.

Um eine HIV-Infektion auszuschließen, eignen sich PCR-Tests in der Regel nicht. Dafür sollte nur ein Labor-, Schnell- oder Selbsttest eingesetzt werden.