Unter dem Begriff Partydrogen fasst man Substanzen zusammen, die überwiegend im Nachtleben konsumiert werden, vor allem in Discos und Clubs mit elektronischer Musik (Techno, Electro, House).

Die Drogen finden aber auch bei anderen Gelegenheiten Verwendung, etwa um die Leistung zu steigern, sich sexuell in Stimmung zu versetzen oder um eine euphorische Stimmung zu entwickeln.

Zu den Partydrogen gehören vor allem aufputschende Substanzen wie Amphetamin ("Speed") sowie stimmungsaufhellende und euphorisierende Stoffe wie Ecstasy, Kokain, GHB und LSD.

Über die Wirkungen und Wechselwirkungen dieser Substanzen informieren wir ausführlich unter www.hiv-drogen.de.

Auch Medikamente wie das Narkosemittel Ketamin oder starke Beruhigungsmittel (Tranquilizer) werden manchmal als Partydrogen verwendet. Informationen darüber haben wir im Bereich Medikamente zusammengestellt.

Wirkung

Partydrogen wie Kokain, Speed, Ecstasy und Crystal haben eine stark aufputschende Wirkung, rufen Wachheit, das Gefühl von Klarheit und Glücksgefühle hervor. Sie unterdrücken das Schlafbedürfnis und teilweise auch Hunger- und Durstgefühle.

Damit wächst die Gefahr der Überlastung des Körpers, zum Beispiel durch Überhitzung oder Flüssigkeitsmangel.

GHB (auch bekannt als „Liquid Ecstasy“) führt bei geringerer Dosis zu Euphorie und Entspannung, und man nimmt Berührungen intensiver war. Bei höherer Dosis kann die Droge zu Schläfrigkeit führen – bis hin zu Bewusstlosigkeit. Deswegen ist GHB auch unter dem Namen K.O.-Tropfen bekannt.

Oft geht mit dem Konsum von Partydrogen ein gesteigertes sexuelles Bedürfnis einher – verbunden mit erhöhter Risikobereitschaft. Die bewusste Entscheidung über Safer Sex ist dann oft nicht mehr möglich.

Wechselwirkungen

Sowohl Drogen als auch HIV-Medikamente werden in der Leber abgebaut und umgewandelt. Diese Prozesse können sich gegenseitig abschwächen oder verstärken. Die Folgen sind im leichtesten Fall unangenehm, im schwersten Fall lebensbedrohlich.

So behindern zum Beispiel manche HIV-Medikamente den Abbau von Drogen wie Speed, Ecstasy, Crystal und GHB, so dass diese länger und stärker wirken. Es droht Überdosierung – Todesfälle sind bereits vorgekommen! (Dies gilt vor allem für Ritonavir, enthalten in den Medikamenten Norvir® und Kaletra®.)

Bestimmte Kombinationen von HIV-Medikamenten und Drogen schädigen außerdem die Leber besonders stark. Davon geht man unter anderem bei Viramune® (Nevirapin) und Sustiva® (Efavirenz) in Kombination mit Kokain aus.

Partydrogen können außerdem psychische Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten wie Schlaflosigkeit, Depressionen und Verwirrtheit auslösen oder verschärfen.

Ausführliche Informationen darüber gibt es unter www.hiv-drogen.de und www.positivhandeln.de

Risiken

Der Konsum von Partydrogen kann zu verschiedenen Risiken für die Gesundheit führen. Da einige Drogen das Schlafbedürfnis sowie Hunger- und Durstgefühle unterdrücken, wird der Körper unter Umständen überlastet.

Im Rausch wächst außerdem die Gefahr, sich nicht mehr um Safer Sex und Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen zu kümmern. Zusätzlich kann es zu bestimmten Infektions- und Verletzungsrisiken kommen. Bei regelmäßigem Drogengebrauch sind Folgeschäden an Körper und Psyche möglich.

  • Infektionsrisiken
    Beim Sniefen von Drogen wird die Nasenschleimhaut gereizt und oft auch verletzt. Deswegen kann Hepatitis übertragen werden, wenn Röhrchen oder gerollte Geldscheine gemeinsam benutzt werden. Jeder sollte sein eigenes Röhrchen benutzen. Von Geldscheinen ist abzuraten, da sie viele Bakterien beherbergen.
     
  • Verletzungsrisiken
    Manchen Drogen wie das Narkosemittel Ketamin senken das Schmerzempfinden erheblich. Das kann bei manchen Sexpraktiken (Fisten, Sadomasochistische Praktiken/SM) dazu führen, dass Schmerzsignale des Körpers ausbleiben und gefährliche Verletzungen entstehen.
     
  • Folgeschäden
    Der häufige Gebrauch von Partydrogen kann für den Körper eine schwere Belastung darstellen. So kann zum Beispiel die Leber schweren Schaden nehmen, vor allem wenn sie durch HIV-Medikamente schon einer erhöhten Belastung ausgesetzt ist oder wenn bereits eine Schädigung durch eine Hepatitis (Leberentzündung) vorliegt.

Partydrogen können außerdem psychische Erkrankungen wie Depressionen, Paranoia und Psychosen auslösen und die psychischen Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten verstärken.