Geschlechtskrankheiten: Test

Geschlechtskrankheiten sind gut behandelbar, wenn sie erkannt werden. Sich testen zu lassen, kann daher sinnvoll sein. Je nach Erreger und Symptomen werden verschiedene Verfahren eingesetzt, zum Beispiel die Blickdiagnose, ein Abstrich, Stuhltest, Urintest oder Bluttest. Nicht immer machen Geschlechtskrankheiten Symptome, oder Symptome werden nicht erkannt. Daher kann auch ein Routine-Test infrage kommen.

Wann ist ein Test auf Geschlechtskrankheiten sinnvoll?

Geschlechtskrankheiten lassen sich in der Regel gut behandeln und heilen, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert werden.

Grundsätzlich gilt für alle die Empfehlung, zum Test zu gehen, wenn

  1. Symptome vorliegen (z. B. übel riechender Ausfluss aus Harnröhre, Vagina oder Rektum, Brennen beim Wasserlassen, Jucken, Bläschen oder Geschwüre im Genital- oder Analbereich).
  2. ich die Mitteilung bekomme, dass ein_e Sexpartner_in eine Geschlechtskrankheit hat.

Auch Schwangeren wird neben dem HIV-Test ein Test auf andere Geschlechtskrankheiten empfohlen. Manche Infektionen können nämlich in der Schwangerschaft oder bei der Geburt auf das Kind übertragen werden und schwere Krankheiten bei ihm verursachen. Außerdem kann das Risiko einer Frühgeburt steigen.

Regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten

HIV-Test

Bei einer Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten könnte auch ein HIV-Test sinnvoll sein. Bei einer Syphilis-Diagnose sollte auf jeden Fall ein HIV-Test in Betracht gezogen werden. Am besten spricht man das Thema in der Testberatung an.

Für Menschen mit häufig wechselnden Sexpartner_innen können regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Tripper und Syphilis sinnvoll sein, um eine Infektion früh zu erkennen und nicht weiterzugeben.

Ob und wie häufig ein Test ratsam ist, kann man im Einzelfall mit Ärzt_innen oder in einer Beratungsstelle abklären.

Regelmäßige Tests auf HIV sowie andere Geschlechtskrankheiten gehören auch dazu, wenn man die HIV-Schutzmethode PrEP nimmt.

Für Menschen mit HIV gelten besondere Test-Empfehlungen, die sie am besten mit dem_der HIV-Spezialisten_in besprechen.

Wo kann man sich testen lassen?

Tests können zum Beispiel bei Ärzt_innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologie und Urologie durchgeführt werden. Bei Symptomen oder konkretem Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit (z. B. nach Hinweis von Sexualpartner_innen) können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Daneben bieten auch viele Aidshilfen, Gesundheitsämter und Testprojekte wie Checkpoints Tests auf Geschlechtskrankheiten an. Die Angebote umfassen eine Testberatung und können anonym in Anspruch genommen werden.

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Was ist mit Selbsttests auf Geschlechtskrankheiten?

Von Selbsttests auf Geschlechtskrankheiten, für die im Internet geworben wird, raten wir ab. Sie sind zwar legal, aber oft sehr ungenau. Das heißt: Viele Infektionen werden übersehen, können dann nicht behandelt werden und werden weitergegeben.

S.A.M – Mein Heimtest

Das Projekt S.A.M – Mein Heimtest ermöglicht neben regelmäßigen Tests auf HIV auch Selbsttests auf Syphilis, Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien.

Das erste Test-Kit bekommt man nach einer Erstberatung von medizinischem Fachpersonal an den S.A.M-Standorten ausgehändigt. Die nächsten Tests erhält man in einem diskreten Umschlag an die gewünschte Adresse.

Die Tests sind einfach durchzuführen. Die Probenröhrchen schickt man dann im vorfrankierten Umschlag in ein Labor. Sie sind mit einer Code-Nummer versehen und enthalten keine persönlichen Daten.

Was ist, wenn eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert wird?

Wenn eine Geschlechtskrankheit festgestellt wird, ist das zwar unangenehm, aber auch eine gute Nachricht: Nun kann sie behandelt und geheilt werden. So vermeidet man Gesundheitsschäden und Übertragungen auf andere.

Werden häufiger Geschlechtskrankheiten bei einer Person diagnostiziert, könnte auch ihr HIV-Risiko erhöht sein. Möglicherweise bietet sich dann die HIV-PrEP als wirksame Methode zum Schutz vor HIV an. Infos dazu gibt es hier.

Geimpft?

Vor manchen sexuell übertragbaren Infektionen kann man sich mit einer Impfung schützen, zum Beispiel vor Hepatitis A und B oder vor HPV. Am besten spricht man in der Beratung darüber, ob eine Impfung oder Auffrischung erfolgen sollte.

Benachrichtigung von Partner_innen

Wenn eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert wird, sollte man auch die Partner_innen der letzten Zeit benachrichtigen, soweit bekannt. So können sie sich ebenfalls untersuchen und behandeln lassen. Damit vermeidet man auch Wiederansteckungen.

Gibt es eine Meldepflicht?

Für einige Krankheiten gilt eine Meldepflicht: Neben HIV wird auch Syphilis nicht namentlich ans Robert-Koch-Institut gemeldet. Bei einer Virus-Hepatitis (A bis E) erfolgt schon bei Verdacht auf eine akute Infektion eine namentliche Meldung ans Gesundheitsamt. Die Informationen können dabei helfen, Infektionsgeschehen zu beobachten und Übertragungen zu verhindern.

Tests auf Geschlechtskrankheiten können zum Alltag gehören

Enrico ist Ehrenamtler bei unserer schwulen Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU. Im Video erklärt er, warum regelmäßige Tests auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten für ihn dazu gehören.

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