Glossar

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  31. 4
  32. 5
  33. 6
  34. 7
  35. 8
  36. 9
  1. A
    1. Abstrich

      Entnahme einer Probe von Haut oder Schleimhäuten mit einem Tupfer, Spatel oder einer Öse zur Untersuchung
    2. Abszess

      Ansammlung und Abkapselung von Eiter in einer Körperhöhle
    3. Adhärenz

      wörtlich: Anhänglichkeit; Fachbezeichnung für 1. Einhaltung therapeutischer Vorgaben durch Patienten und Ärzte mit dem Ziel, einen Behandlungserfolg zu erreichen; von besonderer Bedeutung bei der Behandlung von chronischen (psychischen) Erkrankungen und Infektionskrankheiten; im Rahmen einer antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion u.a. wichtig, um eine regelmäßige Arzneimitteleinnahme zu gewährleisten und die Entwicklung von Resistenzen zu vermeiden. Einen positiven Einfluß haben u.a. Unterstützung des sozialen Umfelds, Information und Aufklärung, negativ können sich u.a. psychische Krisen (z.B. Depressionen) oder Alkohol- und Rauschmittelkonsum auswirken; 2. Anhaften von Immunkomplexen an Zelloberflächen; 3. Anhaften von Mikroorganismen an Zelloberflächen.
    4. AIDS

      „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom.
    5. AIDS-Demenz

      auch HIV-Demenz; Hirnleistungsstörungen mit fortschreitendem Verlust intellektueller Fähigkeiten und begleitenden psychischen Störungen, die als sog. AIDS-Demenz-Komplex im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion des Gehirns (Enzephalopathie) auftreten können.
    6. AIDS-Phobie

      psychiatrisches Krankheitsbild, das durch stark ausgeprägte Angst (Phobie) und die unkorrigierbare Auffassung einer HIV-negativen Person gekennzeichnet ist, mit HIV infiziert oder an AIDS erkrankt zu sein; auch wiederholt negative Testergebnisse können diese Auffassung i.d.R. nicht korrigieren, so daß häufig eine psychotherapeutische Intervention erforderlich wird.
    7. akute HIV-Infektion

      mehrere Tage bis wenige Wochen nach einer Infektion mit HIV während der Ausbildung einer Immunantwort auftretende, vorübergehende Symptomatik; als akutes retrovirales Syndrom wird die früheste klinische Phase einer HIV-Infektion mit Fieber, Exanthem, Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen, Gelenkschmerzen und unspezifischen Allgemeinbeschwerden bezeichnet. Es findet eine starke Virusvermehrung mit einer Viruslast von (vorübergehend) mehr als 100 Millionen Kopien/ml statt bei gleichzeitig deutlichem (vorübergehendem) Abfall der CD4-Zellzahl. Diagnose durch Nachweis von HIV-RNA (z.B. bDNA, Polymerasekettenreaktion), da Antikörper noch nicht vorhanden sind. Ob eine antiretrovirale Therapie der akuten HIV-Infektion längerfristige Vorteile bringt, wird in Studien untersucht.
    8. ALG I

      Abkürzung für „Arbeitslosengeld I“
    9. ALG II

      Abkürzung für „Arbeitslosengeld II“; auch „Hartz IV“ genannt
    10. allergen

      bezeichnet die Eigenschaft von Substanzen oder Krankheitserregern, Allergien auslösen zu können.
    11. Allergie

      übersteigerte Immunreaktion des Organismus auf körperfremde Substanzen (sog. Allergene), die nach ihrem Eindringen in den Körper Veränderungen von kurzer Dauer z.B. an Haut und Schleimhäuten hervorrufen, jedoch bei wiederholter Einwirkung zur Entstehung allergischer Krankheiten (z.B. Asthma) führen können; schwere allergische Reaktionen werden als Anaphylaxie bezeichnet.
    12. allergische Reaktion

      das auch als Überempfindlichkeitsreaktion oder Hypersensitivitätsreaktion bezeichnete Auftreten entzündlicher Reaktionen bei wiederholtem Kontakt mit einer allergieauslösenden Substanz (Allergen). Unterschieden werden Reaktionen vom Frühtyp (humorale Allergie) innerhalb von Sekunden bis 12 Stunden (Soforttyp, zytotoxischer Typ, Immunkomplex- oder Arthus-Typ) und Reaktionen vom Spättyp (zellvermittelte Allergie) nach 12 bis 72 Stunden; Symptome können u.a. allergisches Asthma, Urtikaria, hämolytische Anämie, Hautausschläge und Arzneimittelexantheme sein; schwere Verläufe werden als Hypersensitivitätsreaktion abgegrenzt. Als ursächlich für allergische Reaktionen wird u.a. eine genetische Disposition (z.B. bestimmte HLA-Merkmale) diskutiert.
    13. Aminosäuren

      organische Säuren, die eine oder mehrere Aminogruppen enthalten, Grundbausteine von Peptiden und Proteinen; beim Menschen kann ein Mangel zu schweren Stoffwechselschäden führen.
    14. Amphetamin

      „Alpha-Methylphenethylamin“, auch „Phenylisopropylamin“ oder „Speed“; eine synthetische stimulierende Droge
    15. Anal

      Den Anus/After betreffend
    16. Analkarzinom

      maligner Tumor im Analbereich, dem meist symptomlose Vorstadien (anale intraepitheliale Neoplasie, AIN) vorausgehen; es sind fast immer humane Papillomaviren (v.a. HPV 16, 18, 45) nachweisbar. Bei HIV-Infektion werden ein wesentlich häufigeres Vorkommen und bei ausgeprägter Immunschwäche ein rascherer Verlauf beobachtet. Als Symptome können u.a. rektale Blutungen, Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl auftreten. Therapie in Stadien mit geringer Ausbreitung durch chirurgische Exzision, in allen übrigen Stadien Strahlentherapie und Chemotherapie.
    17. Analverkehr

      Einführung von Penis, Hand, Fingern oder Sexspielzeug (z. B. Dildo) in den Anus (After, Hintern)
    18. Anämie

      sog. Blutarmut; Verminderung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) infolge von Blutverlusten, verringerter Bildung oder vermehrtem Abbau; bei HIV-Infektionen sehr häufig u.a. als Folge einer HIV-induzierten Unterdrückung der Blutbildung (Knochenmarksuppression), bei chronischen Erkrankungen (u.a. Infektionen, Tumorerkrankungen), vermehrtem Abbau (u.a. bei Splenomegalie), Autoimmunreaktionen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkung (u.a. von Zidovudin, Ribavirin, Sulfonamiden). Bei chronischer Anämie kann evtl. ein Behandlungsversuch mit Erythropoetin angezeigt sein.
    19. Anaphylaxie

      schwere allergische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) des gesamten Organismus, hervorgerufen durch wiederholten Kontakt mit einem Allergen und durch IgE-Antikörper vermittelt; massive Antigen-Antikörper-Reaktionen in Blut und Gewebe führen zu Gefäßerweiterung, Blutdruckabfall, Kreislaufversagen und evtl. (lebensbedrohlichem) anaphylaktischem Schock.
    20. Anonym

      Ohne Nennung des Namens
    21. antagonistisch

      gegensätzlich, gegensinnig.
    22. Antibiotikum

      Medikamente, die gegen Bakterien wirken
    23. --Antibiotika

      Medikamente, die gegen Bakterien wirken
    24. Antigen

      Abk. Ag; Bezeichnung für Krankheitserreger oder Substanzen, die vom Immunsystem als körperfremd erkannt werden und die Bildung von Antikörpern auslösen (sog. Antikörper-Generator); der Bereich eines Antigens, der Immunreaktionen auslöst, wird als Antigendeterminante oder Epitop bezeichnet. HIV weist verschiedene Antigene auf, u.a. das Oberflächenantigen gp120.
    25. Antigenpräsentation

      Vorgang im Rahmen der Immunantwort, bei dem nach Aufnahme (Phagozytose) von Antigenen durch Zellen bestimmte Bereiche dieser Antigene (Epitope) an der Oberfläche der Zellen von HLA-Molekülen der Klasse 1 oder 2 präsentiert und damit für T-Lymphozyten erkennbar werden; sog. antigenpräsentierende Zellen sind v.a. dendritische Zellen, Makrophagen und B-Lymphozyten. Bei HIV-Infektion ist die Antigenpräsentation mit HLA-Molekülen der Klasse 1 assoziiert und führt zur Stimulation von CD8-Zellen und Ausbildung zytotoxischer T-Lymphozyten.
    26. Antikörper

      Abwehrstoffe im Blut
    27. Antikörper-lang

      Abk. Ak; in Blut und Körperflüssigkeiten vorkommende Immunglobuline, die bei einer Immunantwort von B-Lymphozyten als Reaktion auf ein Antigen gebildet werden und an dieses Antigen spezifisch binden; der Bereich eines Antikörpers, der an Antigendeterminanten (Epitope) bindet, wird als Antigenbindungsstelle (Paratop) bezeichnet. Bei einer HIV-Infektion werden Antikörper gegen verschiedene Bestandteile von HIV gebildet (u.a. gp120, p24-Antigen); sie verstärken Immunantworten und lösen weitere Reaktionen aus (z.B. Aktivierung von zytotoxischen T-Lymphozyten und Komplement); sog. neutralisierende Antikörper können zunächst ein Eindringen von HIV in Zellen verhindern, werden aber mit fortschreitender Infektion aus noch ungeklärten Gründen immer weniger gebildet. Therapeutisch werden (rekombinante) Antikörper u.a. zur Behandlung von Tumorerkrankungen verwendet, diagnostisch bei Antikörpertests.
    28. Antikörpertest

      allgemeine Bezeichnung für Untersuchungsverfahren, mit denen Antikörper gegen bestimmte Substanzen oder Krankheitserreger im Blut oder anderem Untersuchungsmaterial nachgewiesen werden; auch Kurzbezeichnung für HIV-Antikörpertest.
    29. antiretroviral

      gegen Retroviren gerichtet.
    30. Antiretrovirale Therapie

      Abkürzung: „ART“; medikamentöse Behandlung mit mehreren (meist drei) Arzneimitteln, die die Virusvermehrung hemmen
    31. --antiretrovirale Kombinationstherapie/ART

      antiretrovirale (i.e.S. gegen HIV gerichtete) Behandlung mit mehreren (meist drei) virostatischen Arzneimitteln, die unterschiedliche Wirkmechanismen oder Angriffsorte haben und die Virusvermehrung hemmen; verwendet werden Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI, Nukleosidanaloga, Nukleotidanaloga), Proteaseinhibitoren, Fusionsinhibitoren, Integraseinhibitoren und Chemokinrezeptorenblocker; Therapieziel ist eine Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze.
    32. --ART

      siehe auch Antiretrovirale Kombinationstherapie
    33. antiviral

      Gegen Viren gerichtet
    34. Anus

      auch After; Fachbezeichnung für Darmausgang.
    35. Aphthen

      geschwürige Veränderungen an Mund- und Wangenschleimhäuten mit schmerzhaften, geröteten Rundherden; bei HIV-Infektion häufig als chronisch-rezidivierende Aphthen, bei Immunschwäche auch große (>1 cm), ulzerierende Läsionen.
    36. Apoptose

      Form des programmierten Zelltods mit Absterben einzelner Zellen nach Stimulation bestimmter Rezeptoren an der Zelloberfläche und Aktivierung von zellulären Enzymen; bei HIV-Infektion wird eine durch Immunzellen (z.B. zytotoxische T-Lymphozyten) angeregte Apoptose von CD4-Zellen angenommen.
    37. Arzneimittelexantheme

      bei einer Arzneimittelallergie oder -unverträglichkeit an Haut und Schleimhäuten auftretende Veränderungen (Exantheme); in leichteren Fällen als (vielgestaltige) Hautausschläge evtl. mit Juckreiz, Bläschen- oder Knötchenbildung, die meist mehrere Tage nach Einnahmebeginn auftreten; schwere Verlaufsformen sind v.a. im Rahmen einer längeren Einnahme z.B. als Hypersensitivitätsreaktion, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse möglich.
    38. asymptomatisch

      bezeichnet das Fehlen von Krankheitszeichen oder Beschwerden.
    39. Atrophie

      Fachbezeichnung für Schrumpfung von Geweben oder Organen; unterschieden werden eine physiologische Atrophie im Rahmen normaler Entwicklungs- oder Alterungsprozesse und eine pathologische Atrophie infolge von Erkrankungen.
    40. atypische Mykobakteriosen

      Erkrankungen durch atypische Mykobakterien; Vorkommen bei HIV-Infektion als schwere opportunistische Infektionen; häufigste Erreger sind (in bis zu 90%) Mycobacterium avium und Mycobacterium intracellulare (die nur labormedizinisch unterscheidbar sind, daher zusammenfassende Bezeichnung Mycobacterium avium/intracellulare, MAI oder Mycobacterium-avium-Komplex, MAK); es wurden zahlreiche andere Formen nachgewiesen, u.a. Mycobacterium xenopii und Mycobacterium kansasii. Symptome treten meist erst bei ausgeprägter Immunschwäche (<50 CD4-Zellen/µl) auf, u.a. Temperaturerhöhungen, Fieber, Nachtschweiß, starker Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Durchfälle oder Bauchschmerzen; es können zahlreiche Organe beteiligt sein, u.a. lymphatisches System (Lymphnotenvergrößerung), Knochenmark (Störungen der Blutbildung, Anämie), Leber und Milz (Hepatosplenomegalie). Zur Diagnose sind neben Erregernachweis und mikrobiologischen Untersuchungen (Anzüchtung, Resistenzbestimmung) ggf. bildgebende Verfahren zum Nachweis von Lymphknoten- und Organbeteiligungen erforderlich. Die Therapie erfolgt über mindestens sechs Monate als Kombinationstherapie mit i.d.R. drei Tuberkulostatika; als problematisch erweisen sich dabei die sehr oft vorhandenen Resistenzen; eine Sekundärprophylaxe wird empfohlen; wichtig ist ebenfalls eine wirksame antiretrovirale Therapie zur Verbesserung des Immunstatus.
    41. Ausknospung

      auch (engl.) budding; Fachbezeichnung für die Freisetzung von neu gebildeten Viren aus einer infizierten Zelle im Replikationszyklus von HIV.
    42. AUT

      Abk. für anonymes unverknüpftes Testen.
    43. Autoimmunkrankheit

      durch eine Immunreaktion gegen körpereigene Substanzen oder Zellen ausgelöste Erkrankung.