Deutsche AIDS-Hilfe: Papst lädt Schuld auf sich Papst-Äußerungen gegen Kondomgebrauch sind unverantwortlich und weltfremd

Berlin, 18. März 2009. Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) kritisiert die im Vorfeld der ersten Afrika-Reise von Papst Benedikt XVI. gemachten Äußerungen gegen den Kondomgebrauch zum Schutz vor einer HIV-Infektion auf das Schärfste.

Angesichts des millionenfachen Leids durch HIV und Aids auf dem afrikanischen Kontinent ist die kategorische Ablehnung des Kondoms durch den Vatikan zynisch und menschenverachtend.

Die DAH teilt die Kritik vieler Selbsthilfe- und UN-Organisationen wie UNAids: Altersgerechte Information, Aufklärung und der Zugang zu Kondomen und antiretroviralen Medikamenten sind der Schlüssel zur Eindämmung der Aids-Epidemie.

Die Deutsche AIDS-Hilfe fordert Papst Benedikt XVI auf, seine kompromisslose Haltung gegen das Kondom aufzugeben und die HIV-Prävention nicht länger zu behindern.

Dazu erklärt Tino Henn, Bundesvorstand der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.: "Die Äußerungen von Papst Benedikt, Kondome würden das Aids-Problem in Afrika nicht lösen, sind unverantwortlich. Mit solchen Worten kann keine Botschaft der Hoffnung und Versöhnung nach Afrika gebracht werden, wie es der Vatikan beabsichtigt. Kondome sind unverzichtbarer Teil der weltweiten Aufklärungs- und Präventionskampagnen. Die Botschaft "Kondome schützen vor einer HIV-Infektion" ist so einfach wie wirksam. Der Vatikan darf die Prävention nicht länger massiv behindern. Er versündigt sich - um die Sprache der Katholischen Kirche zu benutzen - dadurch nicht nur an den Gläubigen, sondern an der gesamten Menschheit."

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