HIV / Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten

Sprache
Ausschnitt aus dem Titelblatt der Broschüre HIV/Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten. Text: HIV/Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten. Basisinformationen zu Übertragung, Schutz, Diagnostik, Behandlung
© DAH | Gestaltung: Carmen Janiesch

Über diese Broschüre

HIV/Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten bietet Informationen zu den Krankheiten und ihren Erregern, zu Verbreitung, Übertragungswegen und Schutzmöglichkeiten, zu Symptomen, Verläufen und Auswirkungen sowie zu Diagnose und Behandlung. Wir wollen damit zur Prävention beitragen – wohl wissend, dass dazu weit mehr erforderlich ist, nämlich die Schaffung von Verhältnissen, die Schutzverhalten, Tests, Behandlung und ein diskriminierungsfreies Miteinander fördern.

Person hält Rote Schleife als Symbol für das Engagement gegen Aids
©nito/stock.adobe.com
©nito/stock.adobe.com

HIV und Aids

In Deutschland lebten Ende 2021 laut Robert Koch-Institut (RKI) über 90.000 Menschen mit HIV, um die 9.000 von ihnen, ohne es zu wissen. Etwa 1.800 Menschen haben sich 2021 neu mit HIV infiziert. Bei rund 2.400 Menschen wurde 2021 eine HIV-Infektion festgestellt; etwa jede dritte dieser HIV-Diagnosen erfolgte erst bei bereits stark geschädigtem Immunsystem, jede sechste sogar zusammen mit Aids-Symptomen. Dabei ist HIV heute bei rechtzeitiger Diagnose und frühem Therapiebeginn gut behandelbar und Aids vermeidbar. Häufig herrschen aber alte Bilder von Krankheit und frühem Tod, und immer noch werden Menschen mit HIV ausgegrenzt und diskriminiert. Das macht krank und führt z. B. auch dazu, dass Menschen sich nicht testen lassen. Diese Broschüre will mit sachlichen Informationen fehlendem und falschem Wissen, Ängsten und Vorurteilen begegnen. Die wichtigsten Nachrichten: HIV-Medikamente bieten die Chance, lange und gut mit der Infektion zu leben. Und bei einer 7 wirksamen HIV-Therapie kann HIV sexuell nicht mehr übertragen werden – man kann dann ohne Angst vor einer Übertragung Sex haben und auch Eltern werden. HIV-negative Menschen können sich außerdem mit HIV-Medikamenten vor einer HIV-Infektion schützen.

Hepatitis A, B und C

Einige Schlüsselgruppen der Aidshilfearbeit in Deutschland – vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, Migrant*innen aus Ländern mit weiter HIV-Verbreitung, intravenös Drogen Gebrauchende und Menschen in Haft – sind auch von den virusbedingten Leberentzündungen Hepatitis A, B und C besonders betroffen. Hepatitis B und C werden ähnlich übertragen wie HIV, nämlich sexuell (Hepatitis B, seltener auch Hepatitis C) und durch Blut-Blut-Kontakt. Außerdem gibt es Wechselwirkungen zwischen Hepatitis B/C und der HIV-Infektion (so wird etwa die Hepatitis B bei unbehandelten Menschen mit HIV mit wenigen Helferzellen häufiger chronisch) sowie zwischen manchen HIV- und Hepatitis-Medikamenten.

Geschlechtskrankheiten

Auch die weit verbreiteten, aber meist gut behandelbaren Geschlechtskrankheiten Chlamydieninfektionen, Feigwarzen/ HPV, Gonorrhö, Herpesinfektionen und Syphilis kommen bei einigen der von HIV besonders betroffenen Gruppen häufiger vor. Sie können nicht nur die Gesundheit schädigen, sondern durch Entzündungen, Geschwüre und kleine Schleimhautver8 letzungen beim Sex mit unbehandelten Menschen mit HIV auch das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen. Zugleich gilt: Kondome und interne Kondome („Femidome“) schützen nicht nur vor HIV, sondern senken auch das Risiko einer Ansteckung mit diesen und anderen Geschlechtskrankheiten. Und ebenso wichtig wie bei HIV ist es auch bei Geschlechtskrankheiten, sich untersuchen und behandeln zu lassen.

Ein Wort zu den verwendeten Begriffen

Menschen verwenden unterschiedliche Körperregionen und Genitalien für verschiedene Sexualpraktiken. Für diese Körperregionen und Genitalien benutzen sie oft auch unterschiedliche Bezeichnungen.

Für das Risiko einer Übertragung von HIV und anderen Erregern, aber auch für die Wirkung von Schutzmaßnahmen sind die beim Sex beteiligten Schleimhäute entscheidend.

In den Studien, Leitlinien und Empfehlungen wird meist von der Vaginal-, Darm- und Penisschleimhaut gesprochen.

Wir benutzen diese Begriffe auch in dieser Broschüre – in dem Bewusstsein, dass nicht alle Menschen sie für sich verwenden. So lehnen z. B. manche trans* Menschen die Bezeichnungen Vagina, Klitoris oder Penis für sich ab und verwenden andere, selbst gewählte Bezeichnungen.