Die Infomappe richtet sich an Berater*innen in Aidshilfen.

Ratsuchende, die Fragen rund um HIV, Geschlechtskrankheiten und sexuellem Wohlbefinden haben, können sich an unsere Onlineberatung unter www.aidshilfe-beratung.de wenden.  

Die Therapie mit antiretroviralen Medikamenten wird seit Mitte der 90er Jahre angewendet und hat die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich verlängert und die Lebensqualität verbessert.

Mittlerweile stehen über 20 antiretrovirale Medikamente zur Verfügung. Da HIV gegen ein einzelnes Medikament schnell resistent wird, werden in der Regel drei Medikamente gleichzeitig eingesetzt (Kombinationstherapie). Ziel der Therapie ist es, schwere Erkrankungen, (d. h. das Stadium Aids) gar nicht erst aufkommen zu lassen. Normalerweise gelingt es, die Virusvermehrung praktisch vollständig zu unterdrücken. Zwei bis drei Monate nach Therapiebeginn sollte die Viruslast nicht mehr nachweisbar sein. Das Immunsystem kann sich dann erholen. Über Monate und Jahre steigt dann die Zahl der Helferzellen wieder an.

Wann beginnt man mit der Therapie?

Nachdem man um die Jahrtausendwende dazu tendierte, mit der Therapie (angesichts der Nebenwirkungen) eher spät zu beginnen, denkt man heute anders darüber. Die Medikamente sind besser geworden und man weiß, dass die HIV-Infektion auch in der asymptomatischen Phase Organschäden verursacht (z. B. an Nerven, Niere, Gefäßen) und auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Aktuelle Therapieleitlinien sehen daher vor, sofort bzw. so bald wie möglich mit der Therapie zu beginnen.

Wie lange kann man behandeln?

Schätzungen gehen davon aus, dass man heute bei rechtzeitig begonnener Therapie eine normale Lebenserwartung haben kann – allerdings muss man mit den derzeit verfügbaren Medikamenten lebenslang behandeln.

Blick in die Zukunft

Lang wirksame Medikamente:

Heute ist die einmal tägliche Einnahme bereits Standard für den Therapiebeginn. In Zukunft wird man die Therapie vielleicht nur noch einmal pro Woche einnehmen. Kurz vor der Zulassung stehen die ersten Medikamente, die per Monatsspritze (in den Gesäßmuskel) verabreicht werden können.

Weniger Medikamente:

Bisher war die Gabe von drei Medikamenten Standard. Zukünftig werden zunehmend Therapien verordnet werden, bei denen zwei Medikamente ausreichend sind.

Impfung:

Geforscht wird zudem auch an einer „therapeutischen Impfung“ für HIV-Positive: die Impfung soll bei Positiven bewirken, dass ihr Immunsystem von selbst besser mit der HIV-Infektion zurechtkommt – vielleicht dann, ohne Medikamente nehmen zu müssen.

Heilung:

Bislang gibt es kein Verfahren, um Menschen mit HIV-Infektion zu heilen. Die Heilung von zwei bzw. ggf. drei krebskranken Erwachsenen mit HIV im Rahmen einer Stammzelltransplantation (gegen die Krebserkrankung) hat jedoch gezeigt, dass eine Heilung prinzipiell möglich ist (Berlin-Patient, London-Patient und ggf. Düsseldorf-Patient). Dies hat der Heilungsforschung neue Impulse gegeben. Mehrere Wege zur Heilung werden nun intensiv erforscht.

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