Deutsche Aidshilfe trauert um Guido Vael

Guido Vael, von 1990 bis 1999 Mitglied des Vorstands der Deutschen Aidshilfe und seit 2001 ihr Ehrenmitglied, ist am 13. Januar 2020 nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorben.

Guido Vael hat sich jahrzehntelang auf vielen Ebenen im Aidshilfe-Verband engagiert: Er hat die Münchner Aids-Hilfe mitbegründet und war an den ersten Koordinationstreffen der Aidshilfen auf Bundesebene beteiligt, bevor es überhaupt einen Bundesverband gab.

Von 1987 bis 1989 saß er im Beirat der Deutschen Aidshilfe (DAH), von 1990 bis 1999 übernahm er Verantwortung im Bundesvorstand und prägte die Ausrichtung des Verbands.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand begleitete Guido die Arbeit der DAH mit seinem reichen Erfahrungsschatz weiter, unter anderem als langjähriges Mitglied des schwulen Fachbeirats. Für seine Verdienste trug ihm die DAH-Mitgliederversammlung 2001 die Ehrenmitgliedschaft an.

Guido Vael gehört zur Generation streibarer schwuler Männer, die Wege bereitet haben

In München, wo der gebürtige Belgier seit 1977 lebte, setzte er sich im Verein für sexuelle Gleichstellung und als Mitbegründer der Wählerinitiative Rosa Liste für die Rechte schwuler Männer und eine selbstbewusste schwule Identität ein.

Guido Vael organisierte auch den ersten CSD in München mit und kämpfte vehement und leidenschaftlich gegen Gauweilers Politik der Isolierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV durch den bayrischen Maßnahmenkatalog.

Im Sub, dem schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum, hat er 17 Jahre lang das Projekt Prävention geleitet, das unter anderem mit der von ihm gegründeten Präventiionsgruppe „Sittenstrolche“ für eine Prävention mit Lebenslust und ohne moralischen Zeigefinger steht.

Dass er für dieses langjährige Engagement mit der Medaille „München leuchtet“ ausgezeichnet wurde, empörte ihn – schließlich habe er nur seine Arbeit gemacht.

„Wir haben Guido Vael unendlich viel zu verdanken“, sagt DAH-Vorstandsmitglied Winfried Holz. „Er gehört zu der Generation streitbarer schwuler Männer, die Wege bereitet haben – für eine emanzipierte schwule Sexualität ebenso wie für bessere Lebensbedingungen für Menschen mit HIV. Unsere Gedanken sind bei Willi, Guidos Mann und Lebenspartner seit Jahrzehnten.“

(af)

Auf magazin.hiv haben wir ein digitales Kondolenzbuch für Guido Vael veröffentlicht. Dort finden sich auch weitere Beiträge, in denen sich sein Wirken spiegelt.