Handreichung: Angebote für Crack-Konsument*innen in der Drogenhilfe

Wie können Einrichtungen der Aids- und Drogenhilfe ihre Angebote an die Bedarfe von Crack-Konsument*innen anpassen? Eine Handreichung der Deutschen Aidshilfe (DAH) trägt einfach umzusetzende Empfehlungen zusammen.

Der seit geraumer Zeit steigende Crackkonsum in Deutschland ist eine Herausforderung für die Kommunen und Drogenhilfe.

2022 wurden deshalb im Rahmen einer Fachtagung erste Empfehlungen zum Umgang mit rauchbarem Kokain (Crack) in der Drogenhilfe erarbeitet. Die Bundearbeitsgemeinschaft der Betreiber*innen von Drogenkonsumräumen in Deutschland trug auf ihrer Jahrestagung im Oktober 2023 regional existierende Angebote zusammen. Im Januar 2023 hatte bereits akzept e. V., der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Auf diesen Erkenntnissen aufbauend haben der DAH-Drogenreferent Dirk Schäffer und Maria Kuban, DAH-Projektleiterin des Bundesmodellprojekts RaFT (Rapid Fentanyl Tests in Drogenkonsumräumen), eine Handreichung erstellt. Die Publikation beschreibt, wie die Angebote der Aids- und Drogenhilfe für Crack-Konsument*innen angepasst werden können. Sie ist kostenfrei als PDF und als digitales Medium abrufbar.

Nach einem kurzen Einstieg zur Entwicklung des Crack-Konsums in Deutschland geht es in prägnant gefassten Kapiteln um Themen wie Infektionsprophylaxe, Gesundheitsförderung oder niedrigschwellige Substitutionsbehandlung.

Szenenah und lebensweltorientiert

Die dort beschriebenen Maßnahmen für die Praxis sollen die durch den Crack-Konsum und den Aufenthalt von Konsument*innen in der Öffentlichkeit entstehenden Probleme reduzieren. Im Mittelpunkt stehen szenenahe und lebensweltorientierte Angebote der Schadensminderung und Gesundheitsförderung. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie kurzfristig, einfach und meist ohne große finanzielle Investitionen umsetzbar sind.

So sollten niedrigschwellige Einrichtungen der Drogenhilfe beispielsweise hochkalorische Kost sowie Tagesruhebetten bereithalten. Express-Rauchplätze in Drogenkonsumräumen für Crack-Konsument*innen können dazu beitragen, den öffentlichen Konsum im Umfeld der Einrichtung zu reduzieren.

Niedrigschwellige Substitution

Für Menschen, die neben Crack auch Heroin konsumieren, sollte es niedrigschwellige Angebote zur Substitutionstherapie geben. Die Stadt Hamburg ist Vorreiterin: Hier wurde innerhalb weniger Wochen eine niedrigschwellige Substitution für Menschen ohne Krankenversicherung und andere bisher nicht erreichte Konsument*innen eingerichtet. Das Angebot wird von diesem Personenkreis in hohem Maße in Anspruch genommen.

(ascho)

 „Handreichung zur Anpassung der Angebote in Aids-und Drogenhilfe für Crack-Konsument*innen“ (PDF)

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