Wie alle Medikamente haben auch Medikamente gegen HIV unerwünschte Wirkungen, sogenannte Nebenwirkungen. Sie werden in den Beipackzetteln genannt. Man sollte sich aber nicht zu sehr von ihnen erschrecken lassen: Aus rechtlichen Gründen müssen alle unerwünschten Wirkungen aufgelistet werden, die irgendwann einmal aufgetreten sind.

Die meisten Menschen mit HIV kommen aber mit ihrer Therapie gut klar.

Wichtig ist, über die häufigsten Nebenwirkungen bei der verordneten Therapie informiert zu sein, um sich darauf einstellen zu können.

Akute Nebenwirkungen

Akute Nebenwirkungen können in den ersten Wochen der Einnahme eines Medikaments auftreten.

Am häufigsten bei HIV-Medikamenten sind Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung, Schwindelgefühl und Schlafstörungen.

Manche dieser Nebenwirkungen kann man gut behandeln, zum Beispiel mit Medikamenten oder mit bewährten Hausmitteln. Manche Nebenwirkungen kann man auch durch veränderte Einnahmezeiten umgehen.

Besonders stark können unerwünschte Wirkungen in den ersten zwei Wochen nach Therapiebeginn oder Therapieumstellung sein. Das sollte man berücksichtigen, wenn man vor besonderen Anforderungen oder Belastungen steht, zum Beispiel bei der Arbeit oder im Studium.

Langzeitnebenwirkungen

Langzeitnebenwirkungen können nach Monaten oder Jahren auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Stoffwechselstörungen wie ein Diabetes mellitus oder hohe Blutfettwerte. Auch die Nierenleistung und der Knochenaufbau können beeinträchtigt werden.

Verstimmungen und sexuelle Funktionsstörungen kommen ebenfalls vor. Dabei spielen meistens auch die HIV-Infektion selbst und andere Faktoren wie das Alter, der Konsum von Drogen, Nikotin und Alkohol oder seelischer Stress eine Rolle.

Sport, Bewegung, ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht und weniger Alkohol können die Auswirkungen der HIV-Medikamente mildern.

Nebenwirkungen zu stark?

Wenn Nebenwirkungen zu stark sind, sollte man die Medikamente nicht auf eigene Faust absetzen, sondern mit dem Arzt oder der Ärztin sprechen.

Mit ihr oder ihm kann man dann besprechen, ob man auf andere Medikamente gegen HIV umsteigen kann, die weniger Nebenwirkungen haben oder deren Nebenwirkungen man leichter bewältigen kann.