Wenn in einer Partnerschaft einer der Partner HIV-positiv ist, kann das eine Beziehung vor einige Herausforderungen stellen. Die meisten Paare kommen aber nach einiger Zeit gut mit der Situation zurecht. Die Gefahr einer HIV-Infektion des nicht infizierten Partners lässt sich durch Safer Sex – und im Notfall eine PEP – so gut wie ausschließen.

Vor allem zu Beginn kommt aber vielleicht Angst auf, dass der HIV-Negative sich infizieren könnte. In dieser Stimmung kann es auch zu Vorwürfen und Schuldzuweisungen kommen, vor allem, wenn sich der Positive während der Beziehung bei einem anderen Partner infiziert hat.

Andererseits kommt es vor, dass HIV-Negative ihre Partner plötzlich mit Samthandschuhen anfassen und behandeln, als wären sie schwer krank – obwohl die am liebsten ganz normal behandelt werden möchten.

Wenn HIV dauerhaft zu Problemen in einer Beziehung führt, kann eine Beratung in einer Aidshilfe hilfreich sein.

Partnerschaft positiv/negativ

Wenn ein Partner HIV-positiv ist und vielleicht sogar während der Beziehung sein Testergebnis erhält, entwickeln möglicherweise beide Ängste, dass der andere sich auch infizieren könnte.

Hier ist es hilfreich sich klarzumachen: Safer Sex bietet einen sehr wirksamen Schutz. Sollte dabei einmal etwas schief gehen, gibt es immer noch die Möglichkeit einer PEP. Sie reduziert das Risiko der Infektion erheblich.

Nimmt der HIV-positive Partner Medikamente, ist das Übertragungsrisiko ohnehin stark reduziert (siehe auch „Viruslast“).

Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass einer oder beide Partner sich wünschen, dass der andere sich auch infiziert. Das Virus wird als trennend empfunden. In solchen Situationen haben beide Partner die Verantwortung, nicht aus einem starken Gefühl heraus eine sehr weitreichende Entscheidung zu treffen.

Bei Schuldgefühlen, Ängsten und vielleicht auch Wut auf den Partner ist es wichtig, darüber zu reden. Eine Beratung in einer Aidshilfe kann dabei hilfreich sein.

Partnerschaft positiv/positiv

Wenn beide Partner HIV-positiv sind, stellen sich manche Paare die Frage, ob sie auf Kondome verzichten können. Die Antwort fällt von Fall zu Fall verschieden aus.

Wenn beide Partner keine HIV-Medikamente nehmen, besteht unter Umständen ein Risiko, dass sie sich gegenseitig mit weiteren HIV-Virusvarianten infizieren – vor allem bei hoher Viruslast und einer frischen HIV-Infektion. Deswegen sind in diesem Fall Kondome empfehlenswert.

Wenn mindestens einer der Partner eine gut funktionierende HIV-Therapie einnimmt, ist dieses Risiko allerdings so gering, dass es vernachlässigt werden kann. Im Zweifel sollten Paare ihre behandelnden Ärzte befragen, ob sie auf Kondome verzichten können.

Menschen in offenen Beziehungen sollten auf jeden Fall bedenken, dass Kondome auch das Risiko anderer sexuell übertragbarer Infektionen reduzieren.

Verantwortung

Ist in einer Beziehung beiden Partnern bekannt, dass einer HIV-positiv ist, tragen sie die Verantwortung gemeinsam. Beide wissen, woran sie sind und können entscheiden, wie sie damit umgehen wollen.

Weiß der HIV-negative Partner nichts von der Infektion seines Partners, kommt dem HIV-Positiven eine besondere Verantwortung zu. Es wäre zum Beispiel nicht fair, weiterhin ungeschützten Sex mit dem Partner zu betreiben, weil man Angst davor hat, ihm von der Infektion zu erzählen. Der Partner würde das zu Recht als Vertrauensbruch betrachten.

Außerdem macht der HIV-positive Partner sich damit strafbar.

Eine besonders schwierige Situation kann entstehen, wenn in einer Beziehung HIV tatsächlich übertragen wird. Vorwürfe einerseits und Schuldgefühle andererseits können die Beziehung schwer belasten. Manche Beziehungen zerbrechen in dieser Situation. Manchmal kommt es sogar zu einem Rechtsstreit.

Um mit solchen Problemen umzugehen, können Beratungsgespräche in einer Aidshilfe sehr hilfreich sein.