Zugang zur HIV-PrEP

Wer in Deutschland eine PrEP machen möchte, kann sich Truvada® auf Privatrezept verschreiben lassen, muss das Medikament aber selbst bezahlen.

Seit Oktober 2017 gibt es die Möglichkeit, die PrEP für rund 50 Euro pro 28 Tabletten in ausgewählten Apotheken in mehreren deutschen Städten zu bekommen (weitere Infos).

Manche Menschen besorgen sich die PrEP-Medikamente auch über den Schwarzmarkt, das Internet oder aus dem Ausland.

Von Selbstversuchen ist allerdings dringend abzuraten – wichtig ist auf jeden Fall eine gute ärztliche Beratung, Vorbereitung und Begleitung der PrEP, zum Beispiel wegen der nötigen regelmäßigen HIV-Tests (alle drei Monate) und der Nierenuntersuchungen.

Weitere Informationen bieten Schwulenberatungen und Checkpoints, regionale Aidshilfen und einzelne HIV-Schwerpunktpraxen.

Die „Wilde PrEP“

Einige Menschen besorgen sich PrEP-Medikamente auf eigene Faust.

Nach Großbritannien zum Beispiel kann man sich legal eine Drei-Monats-Ration eines günstigen Generikums schicken lassen. Dieselbe Menge kann man für den persönlichen Bedarf nach Deutschland einführen. Man kann sich das Medikament auch bei Reisen ins Ausland in der Apotheke besorgen.

Andere bekommen Truvada® von Bekannten, die Tabletten übrig haben, oder von Drogengebraucher_innen, die ihre Tabletten verkaufen, obwohl sie sie selbst brauchen – und so ihre Therapie gefährden.

Grundsätzlich gilt: Wer sich auf eigene Faust Medikamente im Internet besorgt, muss mit Fälschungen rechnen (ähnlich wie bei Potenzmitteln). Das heißt: In den Tabletten könnten nicht die Wirkstoffe drin sein, die drin sein sollten.

Auf jeden Fall sollte man sich mit einem HIV-Arzt oder einer HIV-Ärztin besprechen, wenn man eine PrEP machen will.

Wichtig ist außerdem, vor der ersten Einnahme und danach alle drei Monate einen HIV-Test zu machen und regelmäßig seine Nierenwerte kontrollieren zu lassen. Auch die fegelmäßige Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten gehört zur PrEP.