Affenpocken-Impfung

Englische Fassung / English version

Gegen MPX („Affenpocken“) wirkt der Impfstoff gegen die echten Pocken. Er ist knapp und soll zunächst vorrangig nach einem Kontakt mit dem Erreger sowie vorbeugend für besonders gefährdete Personen eingesetzt werden, um Erkrankungen und schwere Verläufe zu verhindern. Wir haben hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Letzte Aktualisierung: 26.09.2022

Das Wichtigste zur Affenpocken-Impfung

  • Es gibt einen in der Regel gut verträglichen Impfstoff.
  • Geimpft werden soll zunächst vor allem nach einem Kontakt mit dem Erreger sowie zur Verhinderung schwerer Verläufe.
  • Eine frühere Pockenimpfung schützt auch vor MPX („Affenpocken“).
  • Es besteht keine Veranlassung zur massenhaften Impfung gegen MPX.
  • Auch Menschen mit HIV können gegen Pocken geimpft werden.

Gibt es einen Impfstoff gegen MPX (Affenpocken)?

Für Personen ab 18 Jahren ist in Europa der Pocken-Impfstoff Imvanex auch zur Impfung gegen MPX („Affenpocken“) zugelassen.

Ist die Impfung ungefährlich?

Ja. Der Impfstoff enthält eine abgeschwächte Form eines Virus, die beim Menschen keine Erkrankung auslöst und sich in menschlichen Zellen nicht vermehren kann. Die Verträglichkeit des Impfstoffs wurde vor der europäischen Zulassung an über 2000 Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen, mit unterschiedlichem Geschlecht und mit und ohne HIV getestet. Der Impfstoff kann als sicher gelten.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung gegen MPX?

Sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 10 Prozent der Geimpften) sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle. Die Impfreaktionen klingen in der Regel aber nach wenigen Tagen ab.

Ab wann wirkt der Impfschutz?

Schon etwa zwei Wochen nach der ersten Impfdosis ist das Risiko für eine Erkrankung deutlich gesunken. Für die Grundimmunisierung soll anschließend eine zweite Impfdosis im Abstand von mindestens vier Wochen und höchstens zwei Jahren gegeben werden, es sei denn, man wurde früher schon gegen die echten Pocken geimpft – dann reicht in der Regel eine Impfdosis zur Auffrischung. Angesichts der Impfstoffknappheit rät die STIKO dazu, alle verfügbaren Affenpocken-Impfstoffe zunächst für die erste Dosis einzusetzen und die Gabe der zweiten Dosis vorzunehmen, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist

Wichtig: Die Impfung reduziert das Risiko für eine Infektion und einen schweren Verlauf erheblich, bietet aber keinen 100-prozentigen Schutz. Wichtig sind deshalb auch andere Maßnahmen zur Senkung des Risikos.

Wie groß ist die Schutzwirkung der Impfung gegen MPX/„Affenpocken“?

Dazu gibt es noch keine verlässlichen Daten für den aktuellen Ausbruch. Laut Aufklärungsbogen für die Impfung haben Untersuchungen gezeigt, dass eine Grundimmunisierung mit herkömmlichem Pockenimpfstoff eine Wirksamkeit von mindestens 85 Prozent gegenüber Affenpocken hat. Und laut STIKO haben Studien mit Tieren gezeigt, dass Imvanex eine ähnliche Immunantwort und Schutzwirkung erzeugt wie die traditionellen Pockenimpfstoffe. Das heißt also, dass man bis auf Weiteres mit einer 85-prozentigen Schutzwirkung von Imvanex gegen Affenpocken rechnet (nach zwei Dosen).

Eine 85-prozentige Wirksamkeit bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung für geimpfte Personen um 85 Prozent niedriger liegt als für ungeimpfte. Das heißt aber nicht, dass 15 Prozent der geimpften Personen erkranken, und es werden auch nicht alle Ungeimpften erkranken.

Angesichts der Impfstoffknappheit rät die STIKO allerdings dazu, alle verfügbaren Affenpocken-Impfstoffe zunächst für die erste Dosis einzusetzen und die Gabe der zweiten Dosis vorzunehmen, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Bereits die erste Dosis vermittelt laut STIKO einen Basisschutz gegenüber Affenpocken, die zweite Impfstoffdosis dient hauptsächlich dazu, die Dauer des Impfschutzes zu verlängern.

Grundsätzlich gilt: Die Impfung reduziert das Risiko für eine Infektion und einen schweren Verlauf erheblich, bietet aber keinen 100-prozentigen Schutz. Wichtig sind deshalb auch andere Maßnahmen zur Senkung des Risikos.

Welche Dokumente und Infos brauche ich für die Impfung gegen MPX („Affenpocken“)?

Das RKI hat ein Aufklärungsmerkblatt und den Anamnese- und Einwilligungsbogen für die MPX-Impfung veröffentlicht (auch auf Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch). In den Dokumenten stehen alle wichtigen Infos und Tipps. Zu finden sind sie hier. Außerdem: Impfpass nicht vergessen.

Bin ich geschützt, wenn ich schon gegen die echten Pocken (Variola) geimpft wurde?

Pockenimpfnarbe am Oberarm

Bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR galt die Impfpflicht gegen Pocken. Viele, die bis zu dieser Zeit geboren wurden, haben diese typische Pockenimpfnarbe am Oberarm. (Bild: Cristian Storto Fotografia | iStockphoto)

Die Impfung gegen die echten Pocken (Variola), die bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR Pflicht war, bietet laut RKI auch einen Schutz gegen MPX („Affenpocken“). Trotzdem wird eine nachträgliche Impfung nach einem Kontakt mit dem Erreger (Postexpositionsprophylaxe) oder eine vorbeugende Impfung für besonders gefährdete Personen auch Menschen empfohlen, die früher bereits gegen Pocken geimpft wurden. Bei ihnen reicht dann allerdings in der Regel eine Impfstoffdosis statt zweien aus.

Für wen gibt es eine Empfehlung, sich gegen MPX („Affenpocken“) impfen zu lassen?

Link zur Affenpocken-App der Charité

Die STIKO unterscheidet zwei verschiedene Anlässe für eine Impfung:

  1. die nachträgliche Impfung (Postexpositionsprophylaxe, nachdem man dem Erreger „ausgesetzt“ war = nach einer Exposition)
  2. die vorbeugende Schutz-Impfung.

1. nachträgliche Impfung (Postexpositionsprophylaxe)

Eine „nachträgliche Impfung“ wird vor allem empfohlen

  • nach engem körperlichem Kontakt über Haut oder Schleimhäute mit einer an MPX erkrankten Person (z. B. Kontakte beim Sex oder beim gemeinsamen Wohnen)
  • nach Kontakt in der medizinischen Versorgung ohne ausreichende persönliche Schutzausrüstung
  • nach ungeschütztem Kontakt von Laborpersonal mit nicht inaktiviertem MPX-Material

2. vorbeugende Schutz-Impfung 

MPX-Fälle wurden in Deutschland bislang vor allem bei Männern festgestellt, die Sex mit Männern haben (MSM). MSM mit häufig wechselnden Partnern haben ein erhöhtes Risiko und sollen daher durch eine Impfung besonders geschützt, eine weitere Ausbreitung soll verhindert werden.

Allerdings ist der Impfstoff zu Beginn knapp, Vorrang sollen deshalb nachträgliche Impfungen sowie Impfungen für besonders gefährdete Personen haben. 

Eine Impfung wird außerdem für Laborpersonal empfohlen, das Kontakt mit infektiösen Proben hat und als infektionsgefährdet gilt.

Sollte ich mich auch impfen lassen, wenn ich bereits MPX („Affenpocken“) hatte?

Nein. Der Immunschutz, der durch die Erkrankung aufgebaut wurde, reicht nach bisherigem Wissen mehrere Jahre zum Schutz vor einer weiteren Ansteckung aus.

Ist die Impfung gegen MPX für mich kostenlos?

Ja. Die Impfung gegen „Affenpocken“ wird vom Staat bezahlt.

Wo kann ich mich gegen „Affenpocken“ impfen lassen?

Die Impfung gegen MPX ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Wir haben die öffentlich verfügbaren Informationen zusammengestellt und werden sie fortlaufend aktualisieren.

Da der Impfstoff anfangs knapp ist, werden zunächst vorrangig folgende Personen geimpft:

  • Personen, die engen, längeren Kontakt mit einer an MPX erkrankten Person hatten (z.B. über Haut oder Schleimhäute beim Sex oder beim gemeinsamen Wohnen)

  • Schwule Männer und andere Männer, die Sex mit häufig wechselnden Partnern haben und deren Risiko für sexuell übertragene Erkrankungen dadurch hoch ist.

Priorität innerhalb dieser Gruppen wiederum haben Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf (zum Beispiel wegen einer Immunschwäche aufgrund einer Krebstherapie oder Menschen mit HIV, die weniger als 200 Helferzellen pro Mikroliter haben).

Angesichts der Impfstoffknappheit ist es nach den uns vorliegenden Informationen häufig schwierig, einen Termin zu bekommen. Geimpft werden meist vorrangig Patient*innen, die bereits über die HIV-/PrEP-Versorgung an Praxen und Ambulanzen angebunden sind.

Alle anderen Impfwilligen können und sollten sich auf Wartelisten setzen lassen.

Wie ist die MPX-Impfung in den Bundesländern geregelt? (Letzte Aktualisierung: 26.09.2022)

Angesichts der Impfstoffknappheit ist es nach den uns vorliegenden Informationen häufig schwierig, einen Termin zu bekommen. Geimpft werden meist vorrangig Patient*innen, die bereits über die HIV-/PrEP-Versorgung an Praxen und Ambulanzen angebunden sind.

Baden-Württemberg

Laut einer Mail des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration an die Aidshilfe Baden-Württemberg vom 27.7. nehmen folgende HIV-Schwerpunkt-Einrichtungen (geordnet nach Postleitzahlen/Ort) an Impfungen teil:

Mannheim: Mannheimer Onkologie Praxis, Schleyer und Legler-Görke; Oftersheim: Dr. Sascha Wohnsland; Heidelberg: Katrin Schober, Dermatologie Heidelberg; Stuttgart: Dr. med. Andreas Zsolnai, Katharinenhospital - Sprechstunde für HIV-Infektionen und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Schwabstr. 26, Gemeinschaftspraxis Schwabstrasse 59, Hausarztpraxis am Daimlerplatz; Ludwigsburg: Dr. Ulrich Wagner; Tübingen: Gemeinschaftspraxis Eugenstraße 32; Reutlingen: Dr.Siegel; Heilbronn: Schnaitmann und Koll. (Schwabstr. 59); Oberkirch: Praxis Prof. Borde; Konstanz: MVZ - Spitalstiftung Konstanz; Rottweil: Gesundheitsamt Rottweil; Freiburg: Gemeinschaftspraxis Scholz/Thoden/Sandrock; Infektionsmedizin Freiburg; MVZ Clotten Freiburg; Ulm: MVZ Medicover Ulm; Kehl am Rhein: Praxis  Dr. Scheibe, Großherzog-Friedrich-Str. 11.

Auch in Baden-Württemberg übersteigt die Nachfrage das Angebot. Geimpft werden vorrangig Patient*innen, die bereits über die HIV-/PrEP-Versorgung an Praxen und Ambulanzen angebunden sind.

Bayern

Die Impfungen werden in Schwerpunktpraxen und Klinikambulanzen der HIV-Versorgung und HIV-Prävention (PrEP) durchgeführt. Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, 8.7.2022

  • Klinikambulanzen: Universitätsklinika Augsburg, Erlangen, München (rechts der Isar), Regensburg und Würzburg sowie Klinikum Nürnberg. Das Klinikum Nürnberg betont, dass am Klinikum keine Termine für eine Impfung ausgemacht werden können. Wer sich impfen lassen will, müsse sich an die Schwerpunktpraxen wenden (Quelle: br.de, 14.7.2022)
  • Die in der dagnä organisierten HIV-Spezialist*innen lassen sich über https://www.dagnae.de/aerzte/ suchen.
  • Eine Liste der Gesundheitsämter nach Städten und Kreisen findet sich hier; eine Suche nach Wohnort oder Postleitzahl bietet das RKI unter https://tools.rki.de/plztool/.

Berlin

Impfungen werden in zahlreichen HIV-Schwerpunktpraxen, in der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit Checkpoint BLN, in der Spezialambulanz der Charité und in den Kliniken für Infektiologie des St. Joseph-Krankenhauses Tempelhof und des Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikums Schöneberg sowie im Gesundheitsamt Mitte durchgeführt. Quelle: Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, 8.7.2022.

Angesichts der Impfstoffknappheit ist es nach den uns vorliegenden Informationen häufig schwierig, einen Termin zu bekommen. Geimpft werden meist offenbar vorrangig Patient*innen, die bereits über die HIV-/PrEP-Versorgung an Praxen und Ambulanzen angebunden sind.

Eine bei Bedarf aktualisierte Liste sämtlicher Impfstellen in Berlin findet sich auf der Website der Deutschen Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin (dagnä e.V.; Stand: 26.9.2022).   

Brandenburg

In Brandenburg werden die Impfungen über die Gesundheitsämter sowie die HIV-Schwerpunktpraxis in Blankenfelde-Mahlow und die Infektionsambulanz am Klinikum Ernst von Bergmann organisiert. Quelle: aerzteblatt.de.

Alle Adressen finden sich unter https://brandenburg-gemeinsam-gegen-aids.de/service/beratungsstellen/.

Bremen

In Bremen werden Impfungen bei Bedarf über die Gesundheitsämter Bremen und Bremerhaven organisiert. Quelle: aerzteblatt.de

Die in der dagnä organisierten HIV-Spezialist*innen lassen sich über https://www.dagnae.de/aerzte/ suchen.

Hamburg

Die MPX-Impfungen werden in Hamburg über die infektiologischen Schwerpunktpraxen durchgeführt. Quelle: hamburg.de, 6.7.2022.

Hessen

Bei Bedarf über die 24 Gesundheitsämter (Quelle: aerzteblatt.de). In Frankfurt/Main werden in HIV-Schwerpunktpraxen dort bekannte Patient*innen geimpft (Quelle: FAZ, 13.07.)

Mecklenburg-Vorpommern

Die Impfung erfolgt über die Impfsprechstunde der Universitätsmedizin Rostock. Informationen gibt es über die Gesundheitsämter. Quelle: aerzteblatt.de

Niedersachsen

Die Impfungen finden in den HIV-/Infektionsambulanzen (Medizinische Hochschule Hannover, Klinikum Osnabrück und Universitätsmedizin Göttingen) und in teilnehmenden HIV-Schwerpunktpraxen statt. Quelle: aerzteblatt.de

  • Die Gesundheitsämter vermitteln exponierte Personen im Rahmen der Kontaktnachverfolgung an die Impfstellen. Adressen finden sich z. B. hier, eine Suche nach Wohnort oder Postleitzahl bietet das RKI hier.
  • Die in der dagnä organisierten HIV-Spezialist*innen lassen sich über https://www.dagnae.de/aerzte/ suchen.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen wird an den HIV-/Infektionsambulanzen der Universitätskliniken Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Münster und Köln sowie in teilnehmenden HIV-Schwerpunktpraxen geimpft. Quelle: Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW, 11.7.2022.

Das Gesundheitsministerium NRW stellt regelmäßig eine Liste der aktuell impfenden Stellen zur Verfügung, die als PDF auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW zu finden ist (Stand: 04.08.2022).

  • Die Gesundheitsämter vermitteln exponierte Personen im Rahmen der Kontaktnachverfolgung an die Impfstellen. Die Adressen der Gesundheitsämter finden sich z.B. hier, eine Suche nach Wohnort oder Postleitzahl bietet das RKI hier.
  • Die in der dagnä organisierten HIV-Spezialist*innen lassen sich über https://www.dagnae.de/aerzte/ suchen.

Rheinland-Pfalz

Geimpft wird über die HIV-Schwerpunktambulanzen (Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, Klinikum der Stadt Ludwigshafen, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier) und die HIV-Schwerpunktpraxen in Koblenz, Mainz, Trier und Worms. Quelle: aerzteblatt.de

Saarland

Geimpft wird im Universitätsklinikum des Saarlandes (Saarbrücken). WICHTIG: Die Terminvergabe erfolgt ausschließlich über die Gesundheitsämter! Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit Saarland, 7.7.2022

Sachsen

Geimpft wird im Klinikum Chemnitz, im Städtischen Klinikum Dresden und im Klinikum St. Georg Leipzig (Quelle: aerzteblatt.de).

Darüber hinaus stehen auch die Beratungsstellen der 13 Gesundheitsämter in Sachsen bei Fragen zur Verfügung. Eine Liste der Impfstellen und der Beratungsstellen mit Stand vom 20.6.2022 findet sich hier (Quelle: sachsen.de, 24.6.2022).

Sachsen-Anhalt

Die Impfung erfolgt ausschließlich über die Gesundheitsämter. Quelle: aerzteblatt.de

Schleswig-Holstein

Die MPX-Impfung erfolgt über die Ambulanzen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck sowie HIV-Ambulanz des Städtischen Krankenhauses in Kiel. Quelle: aerzteblatt.de

Thüringen

Keine offiziellen Informationen auffindbar.

Ich bekomme keinen Impftermin, weil nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Wann ändert sich das?

Im dritten Quartal 2022 soll Deutschland mehr Impfstoff erhalten – wann genau, ist derzeit noch unbekannt.

Wie läuft die nachträgliche Impfung gegen MPX („Affenpocken“) ab?

Die erste Impfstoffdosis für eine Postexpositionsprophylaxe (Impfung nach einem Kontakt mit dem Erreger) sollte möglichst früh innerhalb von zwei Wochen gegeben werden.

Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC kann eine Erstimpfung innerhalb von vier Tagen nach dem Kontakt (Exposition) eine Erkrankung verhindern. Wird die erste Dosis an den Tagen 5 bis 14 nach der Exposition gegeben, kann die Impfung einen schweren Verlauf verhindern.

Ab vier Wochen bis etwa zwei Jahre nach der ersten Impfung soll die Grundimmunisierung mit einer zweiten Dosis abgeschlossen werden. Angesichts der Impfstoffknappheit rät die STIKO dazu, alle verfügbaren Affenpocken-Impfstoffe zunächst für die erste Dosis einzusetzen und die Gabe der zweiten Dosis vorzunehmen, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

Wer bereits gegen die „echten Pocken“ geimpft ist und keine Immunschwäche hat, braucht in der Regel nur eine Impfstoffdosis.

Gegen Pocken Geimpfte mit Immunschwäche dagegen sollten auch eine zweite Dosis bekommen.

Die Impfung wird in der Regel in den Oberarm unter die Haut gespritzt.

Wie läuft die Schutzimpfung (vorbeugende Impfung) gegen MPX („Affenpocken“) ab?

Auch für die Schutzimpfung sind in der Regel zwei Impfstoffdosen mit mindestens vier Wochen Abstand dazwischen erforderlich. Angesichts der Impfstoffknappheit rät die STIKO dazu, alle verfügbaren Affenpocken-Impfstoffe zunächst für die erste Dosis einzusetzen und die Gabe der zweiten Dosis vorzunehmen, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

Wer bereits gegen die „echten Pocken“ geimpft ist und keine Immunschwäche hat, braucht in der Regel nur eine Impfstoffdosis als Auffrisch-Impfung.

Gegen Pocken Geimpfte mit Immunschwäche dagegen sollten auch eine zweite Dosis bekommen. Das gilt auch für Menschen mit HIV, auch bei gutem Immunstatus.

Können sich auch Menschen mit HIV impfen lassen?

Auch Menschen mit HIV können sich impfen lassen, solange ihre Helferzahl mindestens bei 100 liegt. Es wurde jedoch bei Personen mit schwächerem oder geschwächtem Immunsystem (100 bis 750 Helferzellen pro Mikroliter Blutplasma) beobachtet, dass die Impfwirkung geringer ausfallen kann. 

Bekomme ich die Impfung auch, wenn ich keinen deutschen Aufenthaltstitel oder keine deutsche Krankenversicherung habe?

Da die Impfungen vom Staat bezahlt werden, kannst du dich auch ohne gültigen Aufenthaltstitel oder ohne deutsche Krankenversicherung impfen lassen. Allerdings ist der Impfstoff sehr knapp und es gibt lange Wartelisten von Menschen, die schon Patient*innen in den impfenden HIV-/PrEP-Praxen sind.

Kann ich mich auch in einer anderen Stadt oder einem anderen Bundesland impfen lassen?

Das kannst du probieren, aber der Impfstoff wurde so zu verteilen versucht, dass er diejenigen mit dem höchsten Risiko erreicht. Eine Übersicht nach Bundesländern findet sich hier.

Sollen sich jetzt alle gegen Affenpocken (MPX) impfen lassen?

Derzeit geht das RKI davon aus, dass für den Großteil der Bevölkerung kaum eine Gefahr besteht, sich mit dem Affenpockenvirus (MPXV) zu infizieren. Eine Impfung wird daher nur für Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen.

Was bedeutet Intradermale Impfung?

Üblicherweise wird der Impfstoff gegen ‚Affenpocken‘ unter die Haut gespritzt (subkutane Impfung).

Möglich ist auch die intradermale Impfung (intradermal = in die Haut).

Bei der intradermalen Impfung braucht man weniger Impfstoff, weil in der Haut besonders viele Immunzellen sind, die auf die Impfung reagieren. Aus einer Impfampulle ließen sich so bis zu fünf Impfdosen gewinnen statt bislang nur einer. Der Impfschutz ist dabei vergleichbar, wie eine Studie zeigt. Auch die Impfung gegen die Pocken, die seit 1980 als ausgerottet gelten, wurde intradermal gegeben.

Da der ‚Affenpocken‘-Impfstoff noch immer knapp ist, könnte man auf diese Weise mehr Menschen, die ein Infektionsrisiko haben, ein Impfangebot machen.

Die intradermale Impfung wird in vielen Ländern angewendet, unter anderem in den USA, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat ihr im August 2022 zugestimmt. 

Alle Infos zu den Affenpocken