Affenpocken-Impfung

Englische Fassung / english version

Gegen MPX („Affenpocken“) wirkt der Impfstoff gegen die echten Pocken. Er wird zunächst vorrangig nach einem Kontakt mit dem Erreger eingesetzt, um Erkrankungen und schwere Verläufe zu verhindern. Wir haben hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Letzte Aktualisierung: 24.06.2022

Das Wichtigste zur Affenpocken-Impfung

  • Es gibt einen in der Regel gut verträglichen Impfstoff.
  • Geimpft wird zunächst vor allem nach einem Kontakt mit dem Erreger.
  • Eine frühere Pockenimpfung schützt auch vor MPX („Affenpocken“).
  • Es besteht keine Veranlassung zur massenhaften Impfung gegen MPX.
  • Auch Menschen mit HIV können gegen Pocken geimpft werden.

Gibt es einen Impfstoff gegen MPX (Affenpocken)?

Für Personen ab 18 Jahren ist in Europa der Pocken-Impfstoff Imvanex zugelassen, der laut STIKO-Empfehlung auch zum Schutz vor MPX („Affenpocken“) eingesetzt werden kann. Er ist in der Regel gut verträglich, Impfreaktionen wie

  • Schmerzen, Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Einstichstelle
  • Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Übelkeit

sind häufig (in mehr als einem von zehn Fällen), klingen in der Regel aber nach wenigen Tagen ab.

Bin ich geschützt, wenn ich schon gegen die echten Pocken (Variola) geimpft wurde?

Pockenimpfnarbe am Oberarm

Bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR galt die Impfpflicht gegen Pocken. Viele, die bis zu dieser Zeit geboren wurden, haben diese typische Pockenimpfnarbe am Oberarm. (Bild: Cristian Storto Fotografia | iStockphoto)

Die Impfung gegen die echten Pocken (Variola), die bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR Pflicht war, bietet laut RKI auch einen Schutz gegen MPX („Affenpocken“). Trotzdem wird eine nachträgliche Impfung nach einem Kontakt mit dem Erreger (Postexpositionsprophylaxe) oder eine vorbeugende Impfung für besonders gefährdete Personen auch Menschen empfohlen, die früher bereits gegen Pocken geimpft wurden. Bei ihnen reicht dann allerdings in der Regel eine Impfstoffdosis statt zweien aus.

Für wen gibt es eine Empfehlung, sich gegen MPX („Affenpocken“) impfen zu lassen?

Die STIKO unterscheidet zwei verschiedene Anlässe für eine Impfung:

  1. die nachträgliche Impfung (Postexpositionsprophylaxe, nachdem man dem Erreger „ausgesetzt“ war = nach einer Exposition)
  2. die vorbeugende Schutz-Impfung.

1. nachträgliche Impfung (Postexpositionsprophylaxe)

Eine „nachträgliche Impfung“ wird vor allem empfohlen

  • nach engem körperlichem Kontakt über Haut oder Schleimhäute mit einer an MPX erkrankten Person (z. B. Kontakte beim Sex oder beim gemeinsamen Wohnen)
  • nach Kontakt in der medizinischen Versorgung ohne ausreichende persönliche Schutzausrüstung
  • nach ungeschütztem Kontakt von Laborpersonal mit nicht inaktiviertem MPX-Material

2. vorbeugende Schutz-Impfung 

MPX-Fälle wurden in Deutschland bislang vor allem bei Männern festgestellt, die Sex mit Männern haben (MSM). MSM mit häufig wechselnden Partnern haben ein erhöhtes Risiko und sollen daher durch eine Impfung besonders geschützt, eine weitere Ausbreitung soll verhindert werden.

Allerdings ist der Impfstoff zu Beginn knapp, Vorrang sollen deshalb nachträgliche Impfungen haben. An einem Impfkonzept wird derzeit (Stand: 24.6.2022) gearbeitet.

Eine Impfung wird außerdem für Laborpersonal empfohlen, das Kontakt mit infektiösen Proben hat und als infektionsgefährdet gilt.

Ich möchte mich gegen „Affenpocken“ impfen lassen. Wie gehe ich vor?

Das Impfkonzept ist derzeit (Stand: 24.6.2022) noch nicht ausgearbeitet. Menschen, für die eine Impfempfehlung gilt, sollten daher ihre Hausärzt*innen oder das örtliche Gesundheitsamt kontaktieren. Dann wird geprüft, ob und wann die Voraussetzung für eine Impfung bestehen. 

Wie läuft die nachträgliche Impfung gegen MPX („Affenpocken“) ab?

Die erste Impfstoffdosis für eine Postexpositionsprophylaxe (Impfung nach einem Kontakt mit dem Erreger) sollte möglichst früh innerhalb von zwei Wochen gegeben werden.

Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC kann eine Erstimpfung innerhalb von vier Tagen nach dem Kontakt (Exposition) eine Erkrankung verhindern. Wird die erste Dosis an den Tagen 5 bis 14 nach der Exposition gegeben, kann die Impfung einen schweren Verlauf verhindern.

Ab vier Wochen nach der ersten Impfung wird die Grundimmunisierung mit einer zweiten Dosis abgeschlossen.

Wer bereits gegen die „echten Pocken“ geimpft ist und keine Immunschwäche hat, braucht in der Regel nur eine Impfstoffdosis.

Gegen Pocken Geimpfte mit Immunschwäche dagegen sollten auch eine zweite Dosis bekommen. Das gilt auch für Menschen mit HIV, auch bei gutem Immunstatus.

Die Impfung wird in der Regel in den Oberarm unter die Haut gespritzt.

Wie läuft die Schutzimpfung (vorbeugende Impfung) gegen MPX („Affenpocken“) ab?

Hinweis: Da der Impfstoff vorerst knapp ist, empfiehlt die STIKO, zunächst nachträglichen Impfungen den Vorrang zu geben.

Auch für die Schutzimpfung sind in der Regel zwei Impfstoffdosen mit mindestens vier Wochen Abstand dazwischen erforderlich.

Wer bereits gegen die „echten Pocken“ geimpft ist und keine Immunschwäche hat, braucht in der Regel nur eine Impfstoffdosis als Auffrisch-Impfung.

Gegen Pocken Geimpfte mit Immunschwäche dagegen sollten auch eine zweite Dosis bekommen. Das gilt auch für Menschen mit HIV, auch bei gutem Immunstatus.

Können sich auch Menschen mit HIV impfen lassen?

Auch Menschen mit HIV können sich mit Imvanex impfen lassen, solange ihrer Helferzahl mindestens bei 100 liegt. Es wurde jedoch bei Personen mit schwächerem oder geschwächtem Immunsystem (100 bis 750 Helferzellen pro Mikroliter Blutplasma) beobachtet, dass die Impfwirkung geringer ausfallen kann. 

Sollen sich jetzt alle gegen Affenpocken (MPX) impfen lassen?

Derzeit geht das RKI davon aus, dass für den Großteil der Bevölkerung kaum eine Gefahr besteht, sich mit dem Affenpockenvirus (MPXV) zu infizieren. Eine Impfung wird daher nur für Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen.

Quellen:
EMA / RKI

Alle Infos zu den Affenpocken