Sexuelle Gesundheit in trans und abinären Communitys

Seit Oktober 2020 läuft unter dem Titel „Sexuelle Gesundheit & HIV/STI in trans und abinären Communitys“ ein teilpartizipatives Forschungsprojekt zu Bedarfen und Bedürfnissen bezüglich sexueller Gesundheit von trans und abinären Menschen. Die folgenden Themenfelder werden dabei mit mehr als 70 Teilnehmenden aus den Communitys bearbeitet:

  1. Sprechen über Sexualität und Körper
  2. Einflussfaktoren auf die sexuelle Gesundheit
  3. unterstützende Aspekte für ein positives Selbstbild
  4. Hindernisse in der Inanspruchnahme von Testangeboten

1) Sexuelle Gesundheit in trans und abinären Communitys

©The Gender Spectrum Collection | Photo: Zackary Drucker

Personen aus trans und abinären Communitys haben in vielen Regionen der Welt eine erhöhte Vulnerabilität für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) - ob das auch für Deutschland gilt, ist bisher unzureichend untersucht.

Trans und abinäre Communitys zeichnen sich durch eine hohe interne Diversität und ein sehr individuelles sexuelles Verhalten aus.  Das betrifft auch das jeweils eigene Risikomanagement, welches auch vom Umgang der jeweiligen Sexpartner*innen beeinflusst werden kann. Bisher finden Themen aus dem Feld der sexuellen Gesundheit wenig Beachtung in der Versorgung von trans und abinären Menschen. Gleichzeitig werden sie einer besonders vulnerablen Gruppe zugeordnet, über deren Bedarfe in Bezug auf Sexualität und HIV/ STI Prävention wenig bekannt ist.

2) Ziele des Projekts

Ziel der Studie ist es, mit trans und abinären Menschen über das Erleben von Sexualität und Körper, sowie über Bedarfe und Bedürfnisse im Rahmen der sexuellen Gesundheit zu sprechen. Dazu erfolgt durch Austausch und Information unter Peers eine Stärkung der trans und abinären Communities. In einem teilpartizipativen Ansatz werden die folgenden vier Themenfelder im Projekt bearbeitet:

  1. Wie werden Sexualität und Sprache ge- und erlebt? Gemeinsam mit trans und abinären Menschen werden Begriffe und Sprechweisen gesucht, um über Körper, Sexualität und Prävention zu kommunizieren.
  2. Welche Faktoren beeinflussen die sexuelle Gesundheit? Welche Zeiträume und Schritte/ Bedingungen/ Abschnitte einer Transition können zu einer erhöhten Vulnerabilität für HIV/STI führen? Gibt es weitere, die sexuelle Gesundheit beeinflussende Faktoren?
  3. Welche Aspekte führen zu einem positiven, gestärkten Selbstwertgefühl? Wie werden der eigene Selbstschutz und das Schutzverhalten im Kontext von Sexualität und Safer Sex gefördert?
  4. Welche Hindernisse und Barrieren gibt es in der Inanspruchnahme von bestehenden Angeboten zur sexuellen Gesundheit? Welche Lücken gibt es dort speziell in der Versorgung von trans und abinären Menschen?

Am Ende der Projektlaufzeit entsteht eine Broschüre, die Maßnahmen und Strategien zur Verbesserung der HIV/STI-Prävention und Versorgung für trans und abinäre Communitys vorstellt. Somit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um die derzeitigen Forschungslücken zu reduzieren.

Infos zum Forschungsdesign

3) Laufzeit und teilpartizipativer Ansatz

Die Laufzeit des Projektes ist terminiert von Oktober 2020 bis Dezember 2022. Durchgeführt wird das Projekt von zwei hauptamtlichen trans Personen und bis zu 70 trans und abinären Teilnehmer*innen.

Die teilnehmenden trans und abinären Menschen sollen einen breiten Querschnitt durch die Communitys abbilden. Es werden explizit alle trans und abinären Menschen mit eingeladen – ob BIPoC, neurodivers, dis_able bodied, binär, abinär, genderfluid oder anders geschlechtlich non-konform identifiziert.

Teilgenommen werden kann in unterschiedlichen Formaten: online, im Einzelinterview, an einer Tagesveranstaltung oder einem gemeinsamen Wochenende.

Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt anonymisiert. Im Auswertungs-Prozess sind die Teilnehmer*innen eingeladen, ihr Feedback einzubringen. Dazu gibt es einen gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut durchgeführten Auswertungsworkshop.

Infos zur Teilnahme

4) Projektpartner*innen und Kooperationen

Neben dem qualitativen Projektteil der Deutschen Aidshilfe gibt es eine quantitative Online-Umfrage, die vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt wird. Der Auswertungsworkshop erfolgt gemeinsam mit dem RKI.

Das Gesamtprojekt wird von einem gemeinsamen Projektbeirat aus Vertreter*innen der trans und abinären Community und wissenschaftlichen Akteur*innen begleitet.

Den Projektteil der DAH berät von wissenschaftlicher Seite Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß von der Universität Merseburg.

5) Finanzierung

Das Projekt wird aus Mitteln des BMG finanziert.

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6) Ansprechpersonen und Kontakt

Alexander Hahne (Pronomen er)
Ewwe M. Barf (Pronomen er)

Deutsche Aidshilfe
Wilhelmstr. 138
10963 Berlin

Tel: 030-690087-55 oder -70

alexander.hahne@dah.aidshilfe.de
ewwe.m.barf@dah.aidshilfe.de
 

Alexander Hahne: MA. BSc. Medientechnik, Sexualpädagoge (gsp), Sexological Bodyworker (i.A.) und langjähriger trans Aktivist.

Ewwe M. Barf: Dipl. Sozialwissenschaftler, Trainer für Gewaltfreie Kommunikation und Supervisor